Würzburg

Wie die Würzburger Grünen den OB-Sessel erobern wollen

Angriff der Würzburger Grünen: Stärkste Fraktion im Stadtrat und der OB-Sessel sind ihre Ziel bei der Kommunalwahl im März. Was sie den Wählern anbieten.   
Martin Heilig ist OB-Kandidat für die Würzburger Grünen. 
Foto: Daniel Peter | Martin Heilig ist OB-Kandidat für die Würzburger Grünen. 

"Wir haben eine genaue Vorstellung davon, wie die Stadt aussehen soll", sagt Oberbürgermeisterkandidat Martin Heilig bei der Vorstellung des Wahlprogramms der Würzburger Grünen an diesem Dienstag. Ein gutes Jahr lang habe die Partei dieses diskutiert. Zahlreiche Ideen und Anregungen von Bürgern seien darin eingeflossen. 

Das 150 Seiten starke Programm für die Kommunalwahl am 15. März umfasst ein breites Spektrum von  klassisch grünen Themen wie Klima- und Naturschutz über Stadtentwicklung, Bildung, Sport und Kultur bis zur sozialen Teilhabe. (Das Programm gibt es im Internet auf der Seite der Würzburger Grünen oder im Grünen Büro in der Textorstraße in Würzburg.)

Drei konkrete Vorschläge aus dem Wahlprogramm 

Die beiden großen Ziele sind die Verkehrswende und mehr Klimaschutz. Während die Stärkung von ÖPNV  und Radverkehr im Detail ausgearbeitet sind, bleibt offen, wie man das Ziel erreichen will, die Stadt bis 2030 komplett mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Denn dazu müsste das Heizkraftwerk mit einer Alternative zum fossilen Erdgas betrieben werden, die es momentan nicht gibt.

Andere konkrete Vorschläge: Für Senioren sollen mehr innovative Wohnmodelle wie WGs oder generationenübergreifendes Wohnen als Alternative zu großen Heimen verwirklicht werden. "Davon gibt es bislang in der Stadt zu wenig", sagt Stadträtin Silke Trost. Um in der Innenstadt Lärm- und Schadstoffbelastung zu reduzieren, soll es eine Tempo-30-Zone im gesamten Stadtgebiet geben. Alle knapp 600 Bushaltestellen sollen bis 2026 für rund drei Millionen Euro barrierefrei umgebaut werden.           

Den Platz in der Stadt anders verteilen

Die Chancen, dass die Partei ihre Versprechen erfüllen kann, stehen laut Kreis- und Fraktionsspitze gut. "Wir wollen die Erfolge von Landtags- und Europawahl wiederholen und bei der Wahl am 15. März im Stadtrat stärkste Kraft werden. Und den Oberbürgermeister stellen", sagt Matthias Pilz, Vorsitzender der aktuell neunköpfigen Fraktion im Würzburger Stadtrat. Stärkste Fraktion ist mit momentan 16 Sitzen die CSU.  

Was unterscheidet die Grünen von der Konkurrenz? "Wir wollen Räume in der Stadt anders verteilen", nennt Pilz ein Beispiel. Dazu zählt mehr Platz für Fußgänger, Radfahrer, Bäume und  Blühstreifen aber auch die Schaffung von Familientreffs, Begegnungs- und kulturellen Räumen und Stärkung der Nahversorgung in den Stadtteilen. 

 "Wir legen einen großen Fokus auf junge Menschen", zählt Konstantin Mack ein anderes Alleinstellungsmerkmal auf. Der 23-jährige Student kandidiert auf Platz 4 der Liste und will in einer verjüngten Grünen-Fraktion im Stadtrat dafür sorgen, dass Jugendliche künftig in Würzburg mehr Treffpunkte bekommen aber sich auch politisch besser einbringen können. Die Forderungen der Grünen Jugend bilden ein eigenes Kapitel des Wahlprogramms. "Wir bekennen uns zur Partykultur", ergänzt OB-Kandidat Heilig dieses Thema.

"Eines unserer Kernanliegen ist der soziale Klimaschutz."
Grünen-Stadträtin Silke Trost

"Eines unserer Kernanliegen ist der soziale Klimaschutz", sagt Stadträtin Trost. Für ein positives und achtsames soziales Klima könnte man die Stadt noch besser aufstellen. Der verstärkte Ausbau flexibler Kinderbetreuung, mehr Inklusion oder der Ausbau der Notunterkünfte nennt sie als Beispiele.

Dass der Ausbau des Straßenbahnnetzes oder mehr Bäume in der Stadt inzwischen Punkte sind, die sich in vielen Wahlprogrammen Würzburger Parteien und Listen finden lassen, stört die Grünen nicht. "Wir sind das Original," sagt Martin Heilig. Dass die Grüne ihre Kompetenz als Umwelt- und Klimaschutzpartei in den vergangenen Jahren entwickelt hätten, unterscheide sie von anderen. Die Wähler wüssten zu unterscheiden, wer seine Ankündigungen langfristig ernst meint und wer auf den aktuellen Trend setzt.     

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