Würzburg

Wie die Würzburger Vereine durch die Coronakrise kommen

Jeder Verein meldet andere Probleme, für manche könnte es sogar existenzbedrohend werden. Sportamtsleiter Jens Röder informierte den Stadtrat über die Würzburger Vereine.
So voll wie beim Pokalspiel gegen die Würzburger Kickers 2018 war es auf der Sepp-Endres-Sportanlage zuletzt zwar nie. Trotzdem belasten die fehlenden Einnahmen die Kassen des WFV sehr.
So voll wie beim Pokalspiel gegen die Würzburger Kickers 2018 war es auf der Sepp-Endres-Sportanlage zuletzt zwar nie. Trotzdem belasten die fehlenden Einnahmen die Kassen des WFV sehr. Foto: Silvia Gralla

"Die Krise wird die Sportvereine nicht so existenziell gefährden, wie sie das bei der Kultur tut", leitete der bisherige Kultur-, Schul- und Sportreferent Achim Könneke ein. Trotzdem kann es einigen Vereinen in Würzburg an den Kragen gehen. Das ergab eine Umfrage des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV), deren Ergebnisse auch die Stadt Würzburg von den ansässigen Vereinen angefordert hat. Eine Antwort bekam sie von 14 der über 100 förderungsberechtigten Vereine. Eine zweite genauere Umfrage, mit hoffentlich mehr Rücklauf, will die Stadt dann nach Pfingsten machen, um dann im Notfall auch einzeln mit den in Not geratenen Vereinen in Kontakt zu treten. 

Am 16. März mussten die Sportanlagen und Vereinsheime schließen. Seitdem sind sämtliche Sportangebote ausgesetzt. Für die Vereine bedeutete dies enorme Verdienstausfälle im Bereich Pacht, Eintrittsgelder und sonstige Einnahmen bei Heimspielen, Kursangeboten und Vermietungen von Spielstätten. Außerdem befürchten Vereine, besonders die mit hoher Fluktuation, einen Mitgliederschwund, der sich jedoch erst zu Beginn des neuen Jahres auswirken wird. Erst jetzt erlauben die Lockerungen leichten Betrieb und die Vereinsheime, die bewirtet werden, dürfen wieder öffnen. 

Mittlerer fünfstelliger Schaden pro Verein

In über 100 Vereinen treiben mehr als 40 000 Mitglieder in Würzburg Sport. Die Bedeutung der Vereine für die Stadt ist also nicht unerheblich. Aus der Statistik geht hervor, dass jeder Verein in Würzburg aktuell mit einem Schaden von knapp 40 000 Euro rechnet. Sportamtsleiter Jens Röder betonte aber, dass es sich hierbei um Schätzungen der Vereine handle. 

Eine allgemeingültige Lösung für alle Vereine wird es nicht geben, da jeder Verein anders sei und die Probleme in verschiedenen Bereichen aufschlagen. Heißt: Einem Verein fehlen die Zuschauereinnahmen, einem anderen die Einnahmen aus Kursen und einem dritten Verein gehen die Einnahmen aus der Vermietung der Sportstätten, hier sind besonders Tennis- und Squashplätze betroffen, verloren. "Es gibt eben nicht den typischen Sportverein", erklärt Röder. Besonders die Größe der Vereine sei hier zu beachten. "Der klassische Verein mit 200 bis 400 Mitgliedern und ein oder zwei Abteilungen kommt durch die Krise." 

Kompromiss bei der Hallennutzung

Hierbei hilft auch die verdoppelte Vereinspauschale des Freistaats, die voraussichtlich im August 2020 ausgezahlt wird. Auch die Stadt Würzburg hat entschieden, 55 Prozent der Sportförderung bereits jetzt auszubezahlen, um den Vereinen etwas Druck zu nehmen. Das restliche Geld folgt dann im Juli oder August. 

Doch all diese Maßnahmen würden den Vereinen nicht viel bringen, wenn sie die Schulturnhallen der Stadt auch nach den nun folgenden Lockerungen nicht nutzen können. Der Grund dafür ist, dass diese coronabedingt von Schulen als Klassenräume oder für die Nachmittagsbetreuung gebraucht werden. "Hier bitte ich darum, einen Kompromiss zu machen", so Röder im Ausschuss. Wenn eine Halle als Klassenraum oder für Abschlussprüfungen genutzt wird, sei das sicherlich verständlich. Trotzdem werden auch 11 000 Jugendliche in den Vereinen betreut, die auf die Hallennutzung angewiesen seien. Wenn die Halle also für Nachmittagsbetreuung genutzt wird, sei eine Nutzung durch Vereine am Abend durchaus noch möglich, so Röder. 

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