Höchberg

Wie Höchbergs Bürgermeister die Gemeinde voranbringen will

Alexander Knahn ist seit dem 1. Mai neu im Amt. Wie hat der 45-Jährige seinen Einstieg gemeistert, welche Ziele verfolgt er? Wir sprachen mit ihm über seine ersten 100 Tage.
Höchbergs Bürgermeister Alexander Knahn ist seit 100 Tagen im Amt.
Höchbergs Bürgermeister Alexander Knahn ist seit 100 Tagen im Amt. Foto: Ivana Biscan

Alexander Knahn sitzt zwar erst seit Anfang Mai in der Chefetage des Höchberger Rathauses, doch ganz fremd sind ihm weder die Räumlichkeiten noch das kommunalpolitische Umfeld. Schließlich war er zuvor gut elf Jahre als Bauamtsleiter in der Gemeinde tätig. Und auch sonst kennt der waschechte Höchberger jeden Winkel seiner Heimatgemeinde.

Frage: Sie sind seit 100 Tagen im Amt. Wie sitzt es sich im Chefsessel?

Alexander Knahn: Gut. Aber meistens bin ich in Bewegung und habe bislang mehr Zeit am Besprechungstisch gesessen.

Wie geht Ihre Familie mit der neuen Situation um?

Knahn: Meine Frau Katharina hält mir wie bereits im Wahlkampf den Rücken frei und unterstützt mich, wo sie nur kann. Unsere drei Kinder schaffen den notwendigen Ausgleich und lenken mich ab.

Bürgermeister Alexander Knahn in seinem Büro im Höchberger Rathaus.
Bürgermeister Alexander Knahn in seinem Büro im Höchberger Rathaus. Foto: Ivana Biscan
Mit Ihrer Wahl zum Bürgermeister kam zeitgleich der Lockdown. Hat das Ihren Enthusiasmus gebremst?

Knahn: Nein, denn als Bürgermeister muss man sich jeder Aufgabe stellen. Bereits zwei Tage nach der Wahl haben mein Vorgänger Peter Stichler und ich das Krisenmanagement in die Hände genommen und alles Notwendige in die Wege geleitet. Aber sicherlich habe ich mir den Einstieg anders vorgestellt.

Was waren die drei größten Herausforderungen in den ersten 100 Tagen?

Knahn: An erster Stelle sicherlich die Corona-Situation. Dann die neue Konstellation im Gemeinderat, und das Miteinander dort umzusetzen. Darüber hinaus mussten die laufenden Geschäfte weitergehen. Vor allem lag mir viel daran, das Bauamt ordentlich und in gute Hände zu geben.

"Miteinander! Höchberg" ist für Sie Programm. Wie wollen Sie dieses Wir-Gefühl stärken?

Knahn: Ich will ein Miteinander in Höchberg schaffen, dass die Interessen aller im Auge hat und gemeinsam Lösungen für ganz Höchberg ermöglicht. Das setzt ein offenes Ohr aller Beteiligten, Kommunikationsfähigkeit und Kompromissbereitschaft voraus. Ich bin ein waschechter Höchberger und von Kindesbeinen an in etlichen Vereinen engagiert. Wer mich kennt, weiß, dass ich zu meinem Wort stehe.

Womit geht es nach der Sommerpause weiter?

Knahn: Mitte September beginnt der Neubau des Lebensmittelmarktes am Hexenbruch. Für die Kulturscheune erarbeiten wir derzeit ein zweigleisiges Konzept zu mit- und nach-Corona-Zeiten. In Sachen Verkehr haben wir die Weichen für ein gesamtörtliches Konzept gestellt und werden in den nächsten Monaten die Umsetzung in die Wege leiten. Zudem hat zwar ein erstes Gespräch mit den Verantwortlichen des Derag-Zentrums stattgefunden, aber ein weiterer vorgesehener  Besprechungstermin ist der Corona-Pandemie leider zum Opfer gefallen. Außerdem wird uns ein großes Grundstücksgeschäft vor große Aufgaben stellen.

Wie empfinden Sie bislang die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat?

Knahn: Offen und konstruktiv, von einem fairen Umgang geprägt. Ganz im Sinne eines Miteinanders für Höchberg.

Was wünschen, erhoffen Sie sich von der ersten Legislaturperiode?

Knahn: Dass ich es schaffe, das Miteinander im Gemeinderat und in der Bevölkerung tatsächlich umzusetzen. Außerdem möchte ich nachhaltige und realistische Ziele in Sachen Verkehr/ÖPNV und in der Infrastruktur verankern sowie ein soziales Miteinander verwurzeln. Natürlich möchte ich auch klare, neue Akzente für die Zukunft Höchbergs setzen. 

Was genau meinen Sie mit neuen Akzenten?

Knahn: Zum Beispiel kooperative Modelle im Wohnungsbau, Bürgerbeteiligung in Entwicklungsprozessen sowie eine ökologische Ortsentwicklung der Gesamtfläche.

Was gefällt Ihnen an der Funktion des Bürgermeisters am besten?

Knahn: Die Begegnungen mit Menschen. Ich hatte bisher noch nie so viel Zeit, mich mit alteingesessenen Bürgern so lange zu unterhalten wie beispielsweise jetzt bei Gratulationsterminen. Erst jüngst war ich bei einem 90-Jährigen, der mir seine Geschichte erzählt hat, wie er mit 20 Jahren nach Höchberg kam und hier immer noch gerne wohnt. Da kriege ich jetzt noch Gänsehaut. Das motiviert mich am meisten und zeigt mir, warum ich das mache. Ich möchte, dass hier jeder gerne lebt.

Und wo erholen Sie sich jetzt erst einmal?

Knahn: Hoffentlich am Ortasee im Piemont - vor unserem Wohnwagen mit der ganzen Familie. Aber auch da planen wir wegen Corona gerade flexibel.

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