Wie vor 40 Jahren ist der Landfrauentag immer noch ein besonderer Tag.

Treffpunkt: Wie schon vor 40 Jahren ist der Landfrauentag immer noch ein besonderer Tag. Nicht nur für die Bäuerinnen. Auch Menschen aus Politik, von Vereinen, Verbänden, Ämtern und Organisationen geben sich hier ein Stelldichein.
Hoch auf dem blauen Bulldog: Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler genoss die Fahrt gemeinsam mit Landwirt Alfons Konrad.
Foto: Wilma Wolf | Hoch auf dem blauen Bulldog: Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler genoss die Fahrt gemeinsam mit Landwirt Alfons Konrad.

Etwa 800 Landfrauen, eine Regionalbischöfin, eine Bezirksbäuerin, eine Kreisbäuerin, eine fränkische Weinkönigin, eine fränkische Apfelkönigin, ein paar vereinzelte „Landmänner“ und zahlreiche Ehrengäste – der Landfrauentag in Kürnach hatte viele Facetten und kam bei den Gästen sehr gut an.

Wie immer stand am Anfang des Tages ein ökumenischer Gottesdienst, das freute auch die beiden Pfarrer Matthias Karwath und Frank Hofmann-Kasang. Ein besonderes Motto hatten die Landfrauen in diesem Jahr zu ihrem Leitspruch gemacht: Miteinander auf dem Weg. Das zog sich wie ein roter Faden durch den Tag.

Über Wege sprach auch Pfarrer Hofmann-Kasang, denn unterwegs sei der Mensch ja immer – seit Adam und Eva. Über ständige Mobilität und Moderne redete er, und das Leben auf dem Land. Passt das zusammen? Eindeutig ja, meinte er.

Und die Bibel sei der beste Wegweiser für das Jahresmotto der Landfrauen. Miteinander auf dem Weg sei man ohnehin schon in vielen Bereichen, beispielsweise in der Ökumene, im Umweltschutz, bei der Flüchtlingsaufnahme, bei der Einhaltung von menschlichen Werten.

Bereits zum dritten Mal nutzten die Landfrauen die Höllberghalle für ihren Festtag. Ortsbäuerin Gertrud Konrad und ihr Team hatten die Halle frühlingsfrisch herausgeputzt und sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Bewirtung. Dafür bedankte sich Kreisbäuerin Martina Wild mit einem Blumenstrauß.

Einen unentbehrlichen Stand hätten die Landfrauen inmitten der dörflichen Gemeinschaft, lobte Bürgermeister Thomas Ebert in seiner kurzen Begrüßung. „Sie werden auch in Zukunft der Garant für Heimat sein“, meinte er.

Kritische Fragen stellte die Kreisbäuerin dann der Landtagsabgeordneten Kerstin Celina (Bündnis 90 / Die Grünen) zum Thema Tierhaltung. „Miteinander müssen wir die Diskussion über Tierhaltung und viele andere Themen führen“, erklärte Celina.

Wichtig sei, dem Verbraucher zu zeigen, woher sein Schnitzel kommt, damit dieser mit Freude essen könne. Den Wettbewerb um das billigste Fleisch könnten die heimischen Bauern nicht gewinnen. Aber sehr wohl den Wettbewerb um gutes Fleisch aus der Region. Dafür könne man auch einen guten Preis verlangen.

Dafür und für einen fairen Handel auch im Inland sprach sich Landrat Eberhard Nuß aus. „Wir haben die beste Milch, die bestkontrollierten Produktionsmethoden und wir sollten dem, der Lebensmittel erzeugt, einen guten Preis dafür bezahlen“, forderte er und erntete großen Beifall.

Mit Beifall begrüßten die Frauen auch die Referentin des Tages, die evangelische Regionalbischöfin und Oberkirchenrätin Susanne Breit-Keßler aus München. „Ich komme aus der Stadt und mitten aus einer Finanzkrise“, sagte sie zu Beginn ihres Vortrages, der die Zuhörer ganze 45 Minuten lang fesselte. Mucksmäuschenstill war es im Saal, als sie im wahrsten Sinne über Gott und die Welt sprach.

Dabei machte sie immer wieder deutlich, wie wichtig die Bäuerinnen in der modernen Gesellschaft sind und sparte nicht mit Lob für deren Arbeit. Ohne Frauen kein Land, das stehe für sie fest. Und sie versäumte es auch nicht, sich mit den Landfrauen „schwesterlich“ zu solidarisieren, bevor sie den Männern im Saal entgegenschleuderte: „Eine Zeit lang geht es vielleicht ohne Frauen – aber nicht gut.“

Und noch ein Lob an die Frauen: „Verehrte Damen, Sie schieben die ganz großen Kugeln unserer Zeit. Und zugleich müssen Sie die Bälle in Ihrem häuslichen Umfeld in Bewegung halten.“ Über Dioxin und Pferdefleisch sprach sie und über das tägliche Brot, die Vermaisung der Landschaft, Nachhaltigkeit, Verlustangst und die Ausdünnung der ländlichen Regionen. Hier stellte sie klar: „Die evangelische Kirche wird sich nicht aus der Fläche zurückziehen.“

Hinterher gab es die Erfüllung einen Herzenswunsches: Auf einem großen Bulldog durfte sie gemeinsam mit Alfons Konrad eine Runde durch Kürnach drehen. Die Vertreterin des Landesbischofs freute sich wie ein Kind. Unter dem begeisterten Beifall der Landfrauen bestieg sie das Gefährt. „Großartig. Das ist der Höhepunkt des Jahres, danach kann nicht mehr viel kommen“, sagte sie gut gelaunt nach der Fahrt.

Der Landfrauenchor und das Bläserensemble „Aurora“ umrahmten den Landfrauentag musikalisch. Am Nachmittag begeisterten Rolf Herzel alias Hauptmann Küppers gemeinsam mit seinem achtjährigen Sohn Julian sowie Hermann und Hermine das Publikum.

Humoristisch im Einklang: Rolf Herzel und Sohn Julian.
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Die Arme hoch: bei einem langen Landfrauentag ist Bewegung wichtig.
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