Würzburg

Wie Würzburgs Nachwuchs einen digitalen Poetry Slam veranstaltet

Weil zwei U20-Poetry Slams ausfielen, haben sich die Organisatoren eine Alternative überlegt. Obwohl das Format auch vom Applaus lebt, funktioniert es übers Internet.
Poetry Slammerin und Autorin Pauline Füg gehört zu den Organisatoren des U20-Slams in Würzburg. 
Poetry Slammerin und Autorin Pauline Füg gehört zu den Organisatoren des U20-Slams in Würzburg.  Foto: Pierre Jarawan

Auch die Würzburger Poerty Slam-Szene bleibt von der momentane Lage nicht verschont. Wie viele andere Kulturveranstaltungen mussten auch zwei geplante Poetry Slams abgesagt werden. Doch davon lassen sich die jugendlichen Slam-Begeisterten und Organisatoren wie Pauline Füg nicht aufhalten.

Eigentlich sollte die U20-Szene bereits am 13. März im Jugendkulturhaus Cairo ihr neustes Material zum Besten geben, zudem war für den 18. Juni ein Slam auf der Bühne des Umsonst und Draußen Festivals Würzburg geplant. Pauline Füg, Würzburger Kulturförderpreisträgerin und Autorin, sah diese Absagen aber als Chancen. Stattdessen gibt es jetzt einen digitalen Poetry Slam-Workshop samt Präsentation der Ergebnisse im Livestream.

Es gibt noch freie Plätze

Die Idee kam Füg direkt nach dem Ausfall des ersten Termins im März: "Die Jugendlichen hatten trotz des Lockdowns immer noch Lust sich zu vernetzen und weiter an ihren Texten zu arbeiten". Der digitale Poetry Slam-Workshop soll hier die Möglichkeit bieten, genau das zu tun. Mitmachen kann jeder aus Würzburg und Umgebung, der nicht älter als 20 ist. Am 29. Mai treffen sich alle Teilnehmer per Videokonferenz mit Füg.

"Die Jugendlichen hatten trotz des Lockdowns immer noch Lust sich zu vernetzen und weiter an ihren Texten zu arbeiten"
Pauline Füg, Organisatorin des U20-Poetry Slams

Bis zu 15 Interessierte können teilnehmen, noch gibt es freie Plätze. Mit Theaterübungen, kreativem Schreiben und gegenseitigem Austausch soll der Workshop auf den ersten digitalen U20-Poetry Slam am 18. Juni vorbereiten. Dieser ist entweder im Livestream auf Facebook zu sehen oder kann durch die Teilnahme an der Videokonferenz mitgestaltet werden. Hier kann jeder zusehen, egal ob registriert oder nicht, abstimmen und den erarbeiteten Texten lauschen.

Neue Möglichkeiten statt Notlösung

Pauline Füg sieht die digitalen Poetry Slams nicht als Notlösung, sondern als Event, dass neue Möglichkeiten eröffnet: "Wir schaffen Kunst in der Krise. Durch den Workshop sorgen wir für Austausch und Vernetzung, die sonst fehlen würden". Sie habe selbst viel recherchiert, an solchen Workshops teilgenommen und die Idee verbreite sich. Zwar handelt es sich hier um die erste Umsetzung in Würzburg, Füg bietet aber ähnliche digitale Veranstaltungen bereits in anderen Städten an.

Das neue, digitale Format hat seine ganz eigenen Vor- und Nachteile. Man könne zwar eine Art Bühne per Video erzeugen, Dinge wie Applaus und ein Backstagebereich blieben jedoch aus. Das beeinflusse zum einen die Texte, zum anderen könne so aber auch ganz neues, tieferes Feedback von Seiten der Zuschauer kommen, so Füg.

Von der Stadt gefördert

"Das Ganze ist nochmal anders, neu und spannend. Das Publikum ist viel näher dran und trotzdem natürlich weiter weg", erklärt die Organisatorin. Sie sieht großes Potential gerade in den Online-Workshops. Diese könne man auch ergänzend in der Zukunft nutzen, um neue Möglichkeiten zu schaffen.

"Das Publikum ist viel näher dran und trotzdem natürlich weiter weg"
Pauline Füg

Das gesamte Projekt wird von der Stadt Würzburg gefördert. Für die Fördergelder ist Pauline Füg besonders dankbar. Sie ermöglichen es nicht nur neue Wege in der momentanen Situation zu finden, sondern unterstützen auch Künstlerinnen und Künstler. Interessierte finden alle wichtigen Informationen auf der Facebook-Seite des U20-Poetry Slams Würzburg.

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