Kirchheim

Wieder schwere Mängel in der Mergentheimer Straße

Die Auswertung der aus der Fahrbahndecke entnommenen Bohrkerne zeigte, dass sich die Asphaltschichte nicht mit der Tragschicht verbunden hat.
Foto: Hans Schuller | Die Auswertung der aus der Fahrbahndecke entnommenen Bohrkerne zeigte, dass sich die Asphaltschichte nicht mit der Tragschicht verbunden hat.

In der Mergentheimer Straße ist eine weitere, zweiwöchige Vollsperrung nötig. In dieser Zeit muss die Asphaltdecke auf kompletter Länge abgefräst und nochmals aufgetragen werden. Die Sanierung der Kirchheimer Ortsdurchfahrt sorgt nicht zum ersten Mal für Unmut. Die beauftragte Baufirma hatte schon einmal nachbessern müssen: Im Herbst war bei einer Überprüfung aufgefallen, dass mehrere Hausanschlüsse, obwohl beauftragt, nicht erneuert worden waren und einige Kanalverbindungen fehlerhaft eingebaut waren. Die schon fertiggestellte Straße musste daher an einigen Stellen erneut aufgegraben werden.

Die erneute Vollsperrung soll etwa zwei Wochen dauern. Wann sie erfolgt, ist unklar. Bis in den Frühsommer sollen die Arbeiten jedoch erledigt sein. Bei einer Entnahme von Bohrkernen, die für die Baukontrolle nach Ende der Arbeiten aus mehreren Stellen der Fahrbahn entnommen wurden, wurde festgestellt, dass sich die Tragschicht und die darauf aufgebrachte vier Zentimeter dicke Deckschicht nicht miteinander verbunden haben. Dafür sorgt normalerweise ein Haftkleber, der jedoch vermutlich der Witterung Ende November nicht gewachsen war. "Wir gehen davon aus, dass mehrere ungünstige zusammentreffende Faktoren die Witterung betreffend (Kälte, Regen, Nebel) in der Nacht vor dem Einbau Ende November dazu geführt haben, dass sich der Schichtenverbund nicht bilden konnte", erklärt Stefan Laufer, Standortleiter der Firma Konrad-Bau. Am Tag des Einbaus sei dies nicht erkennbar gewesen.

"Wir bauen als Fachfirma im Jahr viele Kilometer Straße, ein solches Schadensbild zeigt sich in nur extrem seltenen Fällen", so Laufer weiter. Tatsächlich ergibt eine Recherche des damaligen Wetter, dass etwa am 30. November in Bad Königshofen (Lkr. Rhön-Grabfeld) in der Nacht mit 9,5 Grad Rekordtemperaturen erreicht wurden. Da es sich um einen erheblichen Mangel handelt, übernimmt die Baufirma im Rahmen der Gewährleistung die kompletten Kosten. "Die festgestellte Situation ist unangenehm, hat jedoch für die Gemeinde Kirchheim keine finanziell nachteiligen Auswirkungen", erklärt Björn Jungbauer. Durch die Feststellung des Mangels sei "ein langfristiger Schaden für die Gemeinde" abgewendet worden.

Die Schwierigkeiten sind seit dem vergangenen Herbst bekannt. Öffentlich gemacht hat sie die Gemeinde jedoch erst jetzt. Es sollten erst weitere Proben abgewartet werden, begründet dies Jungbauer. Die Anfang März entnommenen Bohrkerne lieferten jedoch das gleiche schlechte Ergebnis. Die Mergentheimer Straße wurde im vergangenen Jahr auf einer Länge von 340 Meter komplett erneuert und ausgebaut. Außerdem wurde die Trinkwasserleitungen und Kanäle erneuert. Die Bauzeit hatte etwa ein drei Viertel Jahr betragen. Die etwa 1,5 Millionen Euro teure Baumaßnahme wurde im Auftrag des Staatlichen Bauamts und der Gemeinde Kirchheim durchgeführt.

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