Bergtheim

Wird der Spielplatz in der Ertelsiedlung zum Bauplatz?

Der Spielplatz in der Bergtheimer 'Ertelsiedlung' stand im Gemeinderat zur Diskussion. Mit seinen 670 Quadratmetern hätte er eine schöne Bauplatzgröße. 
Foto: Irene Konrad | Der Spielplatz in der Bergtheimer "Ertelsiedlung" stand im Gemeinderat zur Diskussion. Mit seinen 670 Quadratmetern hätte er eine schöne Bauplatzgröße. 

Für sieben öffentliche Spielplätze plus die Spielplätze an den kommunalen Kindergärten ist Gemeinde Bergtheim verantwortlich. Nur einigen von ihnen hat bei einer turnusgemäßen Kontrolle Spielplatzprüfer Benedikt Pfister sein "Okay" gegeben. Bei anderen weisen seine Prüfberichte auf Sicherheitsrisiken hin. Deshalb stellte Bürgermeister Konrad Schlier die Auflösung eines Spielplatzes zur Diskussion.

Bürgermeister Schlier erläuterte den Mitgliedern des Gemeinderats den Sachstand: Selbstverständlich würden die größten Mängel umgehend behoben und Spielgeräte teilweise sogar abgebaut. Drei Spieltürme etwa müssen kurzfristig weg. Aber im Haushalt der Gemeinde stehen in diesem Jahr nur 6000 Euro für die Spielplätze. Davon seien aktuell nur noch 4800 Euro abrufbar.

Viel Arbeitszeit fließt in die Pflege der Spielplätze

Abgesehen von den dauernden Kontrollen und kleineren Reparaturen würden die Gemeindearbeiter viel Arbeitszeit in die Pflege der Spielplätze investieren. Beispielsweise für das Mähen der Rasenflächen im Sommer. Deshalb hat sich Bürgermeister Schlier überlegt, einen der vier Spielplätze in Bergtheim zu schließen. Er schlug dafür "den Spielplatz in der Ertelsiedlung" vor.

Damit ist der Spielplatz an der Ecke Huttenstraße/Echterstraße gegenüber der Gemeinschaftspraxis von Dr. Ertel gemeint. Dieser Spielplatz wird nach Meinung von Bürgermeister Schlier "überhaupt nicht mehr von Kindern genutzt". Mit seiner Größe von 670 Quadratmetern habe er eine schöne Bauplatzgröße. Der Bürgermeister schlug vor, den Verkaufserlös – er rechne mit 140 000 Euro - zu 100 Prozent dafür zu verwenden, "alle anderen Spielplätze in einen Top-Zustand zu versetzen".

Sein Vorschlag stieß im Ratsgremium grundsätzlich auf Zustimmung. Die Spielplätze in der Gemeinde sollten "attraktive Angebote" für Familien sein. Doch koste schon ein einziges Multifunktionsgerät aus recyceltem Material rund 20 000 Euro. "Etwas Gscheites" zu machen, das unterstützten beispielsweise die Gemeinderäte Matthias Keller, Christoph Göbel, Klaus Endres, Edgar Bauer und die stellvertretende Bürgermeisterin Angelika Königer. Eher Bedenkenträger waren Gudrun Peschke, Michael Burger und Rudi Faatz. Schließlich sei der ins Auge gefasste Spielplatz der einzige der vier Spielplätze in Bergtheim "im Oberdorf", also westlich der Bundesstraße 19.

Ein Freizeitgelände für alle Generationen

Klaus Enders wies auf das bereits beschlossene Vorhaben am ehemaligen Minigolfplatz hin. In den nächsten Jahren soll neben dem neuen Beachvolleyball-Platz ein attraktiven Freizeitgeländes für alle Generationen entstehen. Rudi Faatz wünscht sich ein Gesamtkonzept zur weiten Vorgehensweise. Gemeinderat Marco Sauer möchte "einen Landschaftsplaner mit ins Boot zu holen".

Kritik an der Gemeinde auf frühere Versäumnisse wies Bürgermeister Schlier zurück. Immer wieder seien "größere Investitionen" in die Spielplätze geflossen. Schlier wollte auch nichts wissen von einer Umschichtung des Haushalt. Gemeinderat Peter Wagner hatte diesbezüglich einige Posten vorgeschlagen. "Mich stört, dass wir immer wieder von der Substanz leben", argumentierte Wagner. Ohne Hilfe wie die Spende aus dem Erlös von Kleidermärkten in Opferbaum für den Erhalt von Spielplätzen stünde die Gemeinde noch schlechter da. Im Übrigen könnten die Spielplätze an den Kindergärten am Wochenende für die Allgemeinheit geöffnet werden. Dafür gebe es genug Beispiele in anderen Gemeinden.

Ein Beschluss war zu dem Tagesordnungspunkt Spielplatz nicht vorgesehen. Zunächst sollen Eltern befragt und Fachleute mit ins Boot geholt werden. Auch die Gründung eines Arbeitskreises wurde im Rat befürwortet.

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