WÜRZBURG

Wofür steht die SPD am Mozartareal?

Mozartgelände       -  Luftbild vom Mozartschule und Kardinal Faulhaber Platz. Die Stadt will nur den hufeisenförmigen Gebäudeteil zur Hofstraße erhalten.
Foto: Obermeier | Luftbild vom Mozartschule und Kardinal Faulhaber Platz. Die Stadt will nur den hufeisenförmigen Gebäudeteil zur Hofstraße erhalten.
Es fällt dieser Tage selbst steten Beobachtern nicht leicht, den Überblick zu finden – nach ungezählten Wendungen der letzten Jahre: Welche Partei und Fraktion steht eigentlich wofür in der Debatte um die Zukunft der Mozartschule und des Kardinal-Faulhaber-Platzes? Am 5. Juli ist Bürgerentscheid, und selbst innerhalb einzelner Parteien ist Widersprüchliches zu hören.

So sind die Grünen in ihrer Meinung gespalten zwischen dem Kreisverband, der die Bürgerinitiative in der Forderung nach Erhalt und Sanierung der Schule unterstützt, und der Stadtratsfraktion: Sie steht zum Ratsbegehren für eine Neugestaltung des Areals, und Grünen-Fraktionschef Matthias Pilz sympathisiert mit Totalabriss und Neubau.

Noch gar nicht geoutet hat sich die Würzburger SPD mit ihrem Unterbezirksvorsitzenden Muchtar Al Ghusain, gleichzeitig Kultur-, Schul- und Sportreferent der Stadt. Erst am kommenden Montag, knapp drei Wochen vor dem Bürgerentscheid, will sich die Partei erklären. Und zwar mit einer gemeinsamen Position von Fraktion und Unterbezirk, wie es in einer Presseeinladung heißt. Der Parteivorstand habe sich in einer Sondersitzung zu einer Wahlempfehlung für den 5. Juli entschlossen. Wie die aussieht – darüber kann bis Montag nur gemutmaßt werden.

Nicht ausgeschlossen, dass die SPD sich samt Fraktion vom Ratsbegehren abwendet und statt eines Teilerhalts, wie bisher zumindest von der Fraktion vertreten, einen Gesamterhalt mit Sanierung fordert. Dazu würde passen, dass sich Al Ghusain als Referent mehrfach für die Sanierung der Schule ausgesprochen und den Stadtrat auf die mögliche Förderung durch den Freistaat hingewiesen hat.

Weder Al Ghusain noch Fraktionschef Alexander Kolbow wollten am Freitag der Pressekonferenz vorgreifen. Deutliche Kritik äußerte Kolbow jedoch am zweistufigen Verfahren des Ratsbegehrens mit einer nicht näher definierten „Bürgerbefragung“ nach dem Bürgerentscheid: „Das ist windelweich.“

Unterdessen macht der seit April stellvertretende Würzburger SPD-Vorsitzende Thomas Möller (26) mobil für die Bürgerinitiative und den Komplett-Erhalt der Mozartschule – nicht als SPD-Vertreter, sondern „als Privatperson“, wie er beteuert. Ihm sei bewusst, dass er damit eine andere Auffassung vertritt als bislang die Fraktion. Er bringe seine Meinung aber in die Partei ein.

Krankenpfleger und Politikstudent Möller betreibt zusammen mit F. Martin Wycislok und Julia Breunig als „harter Kern“ die Initiative „Sing- und Musikschule ins Moz“. Deren Unterstützer schätzt Möller auf 20 bis 30. Erst Anfang der Woche hatte die Initiative massiv die CSU kritisiert. Dass dies der SPD-Vize über eine eigene Initiative tut, daran stören sich Al Ghusain und Kolbow nicht: „Das ist seine Privatmeinung.“
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