Würzburg

Wohnraum für Flüchtlinge

So könnten Flüchtlinge im Landkreis Würzburg wohnen – in Holzbauweise mit Modulen – sagt die Zimmererinnung.
Foto: Innung | So könnten Flüchtlinge im Landkreis Würzburg wohnen – in Holzbauweise mit Modulen – sagt die Zimmererinnung.

Die Flüchtlingsproblematik beschäftigt Europa. Wo sollen die vielen hilfesuchenden Menschen unterkommen? „Schneller Wohnraum“ ist gefragt. Dafür bieten die Innungen des Bayerischen Zimmererhandwerks ihre Zusammenarbeit an. Bei ihrer Jahrestagung in Garmisch-Partenkirchen starteten sie das Projekt „Schneller Wohnraum“.

Josef Feser aus Rieden und Hermann Lang aus Ochsenfurt sind dabei. Ihnen geht es nach eigener Aussage um „vernünftigen Wohnraum für Flüchtlinge“. Feser ist Bezirksobermeister der Zimmererinnung Unterfranken, stellvertretender Obermeister und Gesellenprüfungsvorsitzende der Zimmererinnung Würzburg. Lang ist Vizepräsident im Landesinnungsverband Bayern sowie Obermeister der Zimmererinnung Würzburg Stadt und Land.

Nach Ansicht der Zimmerer sind Container oder Turnhallen keine optimale Lösung. Sie schlagen stattdessen vor, „ortsverträglich“ zu bauen, die Belange der Dorfentwicklung zu wahren und die Würde der Flüchtlinge zu respektieren – mit Häusern in Holzbauweise. „So ein Haus kann im Betrieb vorgefertigt werden und in drei Monaten stehen“, sagen sie.

Sieben Quadratmeter Wohnraum pro Person haben die Zimmerer in ihrer Planung veranschlagt. Sie gehen zudem von Häusern mit einer Wohnfläche um die 150 Quadratzmetren aus. Laut einer Modellrechnung würde solch ein Haus rund 230 000 Euro kosten, Grundstück oder Erschließung nicht eingerechnet.

„Wir bieten Kommunen unsere Zusammenarbeit an“, sagen sie. Dabei setzen sie auf ihre Ideen und ihr Fachwissen: Bei ihren 21 Innungsbetrieben in Würzburg Stadt und Land haben sie herumgefragt, welche Zimmerei oder welcher Holzbaubetrieb Kapazitäten frei hat. Oder anders gesagt, wer bei der Aktion mitmachen kann. Wer, wie viele „Manntage“ für die überörtliche Zusammenarbeit zur Verfügung stellen könnte?

Die Rückmeldung ihrer Kollegen stimmt die Zimmerermeister Lang und Feser optimistisch: „Wir könnten in diesem Jahr noch 140 Häuser im Raum Würzburg beginnen“, haben sie ausgerechnet.

Ihr Angebot richtet sich an Kommunen und private Investoren gleichermaßen. Schnörkellos sollen ihre Holzhäuser werden, aber die neuesten Energiesparverordnungen einhalten. „50 Jahre Bestand haben“ sollen die Häuser haben. Wenn die Flüchtlinge einmal zurück in ihrer Heimat oder integriert sind, böten sie „einen zeitgemäßen sozialen Wohnraum“. Studenten, Senioren oder Privatleute können dann in die Häuser einziehen, so die Zimmerer.

Peter Aicher, Präsident des Bayerischen Zimmererhandwerks, hat einen Brief verfasst, der allen Landräten in Bayern das Projekt „Schneller Wohnraum“ vorstellt. Dieser Brief ist bisher allerdings noch nicht beim Landratsamt Würzburg und auch noch nicht bei der Regierung Unterfranken eingegangen. Deshalb können die Pressesprecher Eva Schorno und Johannes Hardenacke noch nicht dazu Stellung nehmen.

„Selbstverständlich wird eine solche Aktion begrüßt“, ist Pressesprecher Hardenacke angetan. Für ihn wäre es von Vorteil, „wenn die Gebäude im Komplettpaket errichtet und eingerichtet werden können“. So sei es jedenfalls bei den derzeit von der Regierung schon in Auftrag gegebenen Baumaßnahmen.

Infos gibt es unter der Homepage www.schneller-wohnraum.de. Kontakt: Zimmererinnung Würzburg Stadt und Land, Obermeister Hermann Lang (Ochsenfurt), Tel. (0 93 31) 24 91, per E-Mail: h.lang@zimmerer-innung-wuerzburg.de

Holzbauweise: Sie bieten Zusammenarbeit in Sachen „Wohnraum für Flüchtlinge“ an, (stehend, von links) Zimmerer- und Schreinermeister Frank Weimer, Hermann Lang (Ochsenfurt), der Obermeister der Zimmererinnung Würzburg und Vizepräsident des Landesinnugsverbands Bayern, sowie Josef Feser (Rieden), der Bezirksobermeister der Zimmererinnung Unterfranken sowie stellvertretender Obermeister und Gesellenprüfungsvorsitzender der Zimmererinnung Würzburg Stadt und Land in der überbetrieblichen Werkstatt der Zimmererinnung für ganz Unterfranken.
Foto: Irene Konrad | Holzbauweise: Sie bieten Zusammenarbeit in Sachen „Wohnraum für Flüchtlinge“ an, (stehend, von links) Zimmerer- und Schreinermeister Frank Weimer, Hermann Lang (Ochsenfurt), der Obermeister der ...
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