Lengfeld

Wohnungen für bis zu 1 700 Menschen in Lengfeld geplant

Der Stadtrat hat der Rahmenplanung für zwei Neubaugebiete in Lengfeld zugestimmt - bei einem davon aber nur mit knapper Mehrheit.
Auf der Ackerfläche bei der Grundschule Lengfeld soll ein reines Wohngebiet entstehen, das die Baulücke zwischen der Carl-Orff-Straße und dem Friedhof schließen wird.
Auf der Ackerfläche bei der Grundschule Lengfeld soll ein reines Wohngebiet entstehen, das die Baulücke zwischen der Carl-Orff-Straße und dem Friedhof schließen wird. Foto: Thomas Obermeier

Es tut sich was im Würzburger Norden: Während in Versbach die Planungen für ein neues Wohngebiet Anfang des Jahres eingestellt wurden, soll in Lengfeld in den kommenden Jahren in drei Neubaugebieten Wohnraum für bis zu 1 700 Menschen entstehen.

Die Planungen sind unterschiedlich weit: Für den ersten Abschnitt eines neuen Wohn- und Mischgebiets Lengfeld Nord mit Platz für rund 50 Einfamilienhäuser (Lengfeld 22A) hat der Stadtrat bereits im Dezember den Bebauungsplan beschlossen. Für den zweiten und deutlich größeren Abschnitt (Lengfeld 22B), der im Süden an das Gewerbegebiet am Handelshof angrenzt, liegt bisher nur eine Rahmenplanung vor - ebenso wie für ein reines Wohngebiet, das die Baulücke zwischen der Carl-Orff-Straße und dem Friedhof schließen wird.

Ein Drittel des Areals sollen Grün- und Freiflächen werden

In seiner jüngsten Sitzung hat der Stadtrat das Baureferat beauftragt, die beiden Rahmenplanungen als Grundlage für künftige Bebauungspläne weiter auszuarbeiten. Das fiel den Stadträten beim Neubaugebiet Carl-Orff-Straße deutlich leichter: Dort sind, entsprechend dem Wunsch der Lengfelder bei einer Bürgerwerkstatt im Juli 2018, bis zu 250 Wohneinheiten für 650 Menschen vorgesehen. Vom Einfamilienhaus über Reihen- und Kettenhäuser bis hin zum Geschosswohnungsbau reichen die Wohnformen, fast ein Drittel des Areals sind als Grün- und Freiflächen geplant.

Das Gebiet soll einen zentralen Platz zwischen einer Kindertagesstätte und einer Mehrgenerationen-Wohnanlage bekommen, außerdem "hätten wir dort die Möglichkeit, die Schule zu erweitern", erläuterte Stadtbaurat Benjamin Schneider. Der Stadrat stimmte der Rahmenplanung fast einstimmig zu. Lediglich AfD-Stadtrat Wolfgang von Eyb sprach sich dagegen aus, weil ihm die geplante Besiedelung des Areals nicht dicht genug ist.

Feldhamster könnte großen Teil seines Siedlungsgebiets verlieren

Mit dem Wohn- und Mischgebiet "Lengfeld 22B" südlich der Straße "Am Handelshof" tat sich der Stadtrat, wie auch schon der Planungs- und Umweltausschuss, deutlich schwerer – Grüne und Linke stimmten fast geschlossen dagegen. "Wir haben dieses Gebiet schon immer abgelehnt", sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Karin Miethaner-Vent. Hauptgrund ist der streng geschützte und vom Aussterben bedrohte Feldhamster, der dadurch im Lengfelder Norden einen weiteren, fast 14 Hektar großen Teil seines Siedlungsgebietes verlieren würde.

Die Regierung von Unterfranken hat allerdings, wie Baureferent Benjamin Schneider betonte, für alle in Lengfeld geplanten Neubaugebiete in Sachen Feldhamster "eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung bis 2022 in Aussicht gestellt".

Deshalb warb unter anderem Stadtkämmerer Robert Scheller um Zustimmung für die Rahmenplanung. Rund 350 Interessenten stehen nach seinen Worten derzeit auf einer Warteliste für Baugrundstücke im Stadtgebiet: "Wir haben eine sehr hohe Nachfrage, auch nach diesen Flächen", sagte Scheller. "Wir können das schnell umsetzen und 800 bis 1000 neue Einwohner gewinnen."

Auch staatlich geförderte Wohnungen sind geplant

In den drei vorgelegten Varianten für "Lengfeld 22B" sind 290 bis 410 Wohneinheiten aller Formen und Größen vorgesehen. Am nördlichen Ende entlang der Straße "Am Handelshof" soll als Lärmschutz Richtung B19 und Gewerbegebiet eine Mischung aus mehrgeschossigem Wohnungsbau und Gewerbe entstehen. In den Mehrfamilienhäusern sind auch staatlich geförderte Wohnungen geplant: "Es ist eine große Chance und ein wirksamer Beitrag zum sozialen Wohnungsbau", sagte Oberbürgermeister Christian Schuchardt.

Am Ende stimmte der Stadtrat der Planung mit 27 zu 20 Stimmen zu. Als einziger Grüner stimmte Klima-Bürgermeister Martin Heilig für das neue Wohngebiet – wegen der Feldhamster-Problematik aber nur mit "großen Bauchschmerzen", wie er betonte: "Wir haben damit in Würzburg die Grenzen des Wachstums endgültig erreicht."

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