Würzburg

Würzburg: Hier entsteht ein neues Zuhause für Körperbehinderte

Die Bagger sind angerückt: Am Heuchelhof entsteht derzeit ein neues Zuhause für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung sowie eine Tagesförderstätte.
Am Heuchelhof: Baubeginn der neuen Tagesförderstätte und Wohnstätte für körper- und mehrfachbehinderte Menschen. Pfarrer Werner Schindelin (links) besichtigt die Baustelle mit Polier Rainer Lang und Architekt Eberhard Kurz.
Am Heuchelhof: Baubeginn der neuen Tagesförderstätte und Wohnstätte für körper- und mehrfachbehinderte Menschen. Pfarrer Werner Schindelin (links) besichtigt die Baustelle mit Polier Rainer Lang und Architekt Eberhard Kurz. Foto: Thomas Obermeier

Der Kran sticht ins Auge, Bagger sind auf dem Gelände an der Berner Straße 6 D zugange, die Baugrube ist bereits ausgehoben. Hier wird in den kommenden Monaten ein Neubau entstehen - eine Tagesförderstätte für 24 Erwachsene mit Körper- und Mehrfachbehinderung sowie eine Wohnstätte für ebenfalls 24 behinderte Menschen.

Initiator des Bau-Projekts ist die Würzburger Stiftung "Wohnstätten für Menschen mit Behinderung", die sich schon seit 1993 für ein möglichst eigenständiges Leben der Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung engagiert. "Es ist uns ein Anliegen, Wohnmöglichkeiten zu schaffen, die den Bedürfnissen der behinderten Menschen entsprechen",  sagt Werner Schindelin, evangelischer Pfarrer und im Vorstand der Stiftung tätig. Das Grundstück habe die Stiftung vom Bischöflichen Stuhl abgekauft, erklärt er. 

Projekt Sternstunden beteiligt sich 

Durch einen glücklichen Zufall sei das Projekt "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks im vergangenen Jahr auf das Vorhaben aufmerksam geworden und "wir wurden Teil des Adventkalenders 2019", berichtet er. Eine Million Euro bekam die Stiftung über Sternstunden ausgezahlt, "eine große Hilfe, um das wegweisende Projekt umzusetzen".

Pfarrer Werner Schindelin besichtigt die Baustelle.
Pfarrer Werner Schindelin besichtigt die Baustelle. Foto: Thomas Obermeier

Die Tagesförderstätte, die im Erdgeschoss entsteht, soll von montags bis freitags in zwei Gruppen à zwölf Personen Betreuung anbieten. Große, helle Räume sowie Bewegungs-, Pflege- und Behandlungsräume sind geplant, im Souterrain werden Beschäftigungsräume, eine Wäscherei, ein Sozialraum und ein Raum der Stille eingerichtet.

Fachplaner im Einsatz

In den zwei oberen Stockwerken entstehen 24 Wohneinheiten. Das Angebot richte sich beispielsweise an Absolventen aus dem Schülerinternat des Körperbehindertenzentrums Heuchelhof, erzählt Schindelin. "Andere junge Erwachsene suchen eine Wohnung, um aus dem Elternhaus ausziehen zu können. Wieder andere haben schwere körperliche oder auch geistige Behinderungen und benötigen weiterhin intensive Pflege und Fürsorge." Schindelin möchte ein "Haus der Willkommenskultur" schaffen.

So gemütlich wie hier in der Küche im Kilianshof soll es bald auch in der neuen Wohnstätte am Heuchelhof aussehen.
So gemütlich wie hier in der Küche im Kilianshof soll es bald auch in der neuen Wohnstätte am Heuchelhof aussehen. Foto: Bernd Heinelt

Mehrere Architekten und Fachplaner waren an der Planung beteiligt, außerdem die Leiter des  Erwachsenenbereichs der bereits bestehenden Wohnstätten sowie Bewohner und Eltern von St. Konrad und Kilianshof, sagt Schindelin. Auch Karin Baumgärtner, stellvertretende pädagogische Leiterin des Vereins für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung, war von Anfang an mit im Boot, denn: Der Verein, und somit indirekt auch das Körperbehindertenzentrum, wird als zukünftiger Betreiber die Verantwortung für Mitarbeiter, Bewohner und Tagesförderung übernehmen.

Etwa 18 Monate Bauzeit

Schindelin rechnet mit bis zu 18 Monaten Bauzeit, bis die ersten Bewohner einziehen können. Interessenten gebe es schon. Finanzielle Förderung gibt es von Seiten des Bezirks und der Regierung von Unterfranken. Etwa zwischen 20 bis 30 Prozent der Kosten muss die Stiftung an Eigenmitteln aufbringen. Die Baukosten wurden mit circa 180 000 Euro pro Bewohner beziffert.

Peter Able, Erster Vorsitzender der Stiftung, hat deshalb die Aktion „Bausteine“ ins Leben gerufen und sucht Unterstützer, die symbolische Bausteine für je 500 oder 1000 Euro kaufen. Sie sollen für besondere Wünsche der Bewohner verwendet werden, so im parkähnlichen Garten für Hochbeete oder für einen Solar-Springbrunnen. Die Idee: Die Namen derer, die sich wesentlich am Bau beteiligen und 1000 Euro oder mehr beisteuern, sollen später im Eingangsbereich auf einer Art Ehrentafel stehen.

Stiftung "Wohnstätten für Menschen mit Behinderung"

Der Stiftung gehören die Wohnanlage St. Konrad am Nikolausberg (1993), die Wohnanlage St. Kilian in der Gotengasse (2002) und die Holzmühle in Würzburg-Lengfeld (2008) an. Mehr Infos: www.stiftung-wohnstaetten.de
Projekt Bausteine: Stiftung Wohnstätten, Konto DE42 7903 2039 4950 16, Merkur Bank. 
Quelle: Stiftung Wohnstätten

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