Würzburg

Würzburger Adventskalender: Aufregung im Weihnachtsflieger

Der Weihnachtsflug zu Verwandten in die USA begann für Adventskalender-Autorin Åsa Petersson ganz normal, bis das Familienfest plötzlich auf der Kippe stand.
Würzburger Adventskalender: Aufregung im Weihnachtsflieger
Foto: dpa

Erster Weihnachtstag, im Flieger auf dem Weg nach Chicago. Mit meinem Sohn geht es zum Ort seiner Kindheit, um Weihnachten mit Onkel Bob zu feiern. Flugreisen sind seit dem 11. September bei mir auch mit trüben Gedanken verbunden. Ich schaue aus dem Fenster, versuche zu entspannen.

Vor fünf Stunden sind wir – trotz weihnachlichtem Schneechaos – pünktlich am Frankfurter Flughafen gestartet. Das Flugzeug ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit auffallend vielen US-Soldaten in Uniform und mit großem Handgepäck. Auch sie wollen Weihnachten zuhause feiern.

Plötzlich gibt es eine Ansage des Flugkapitäns

In dem Moment reißt mich die Ansage des Flugkapitäns aus den Gedanken. "Hi folks, I'm sorry to have to tell you that we have a problem defrosting the landing gear. We are unable to land in Chicago and have to go down in Boston." ("Hallo Leute, es tut mir leid, dass wir Probleme beim Auftauen des Fahrwerks haben. Wir können nicht in Chicago landen und müssen in Boston runter.") Keine weitere Erklärung, Unruhe macht sich breit. Ist Boston sicherer? Erfahren wir die ganze Wahrheit oder will man nur Panik vermeiden? Einige Passagiere beschweren sich lautstark, andere wie ich, schweigen.

Es vergeht eine Ewigkeit, bis wir endlich in Boston landen. Ich bin euphorisch, fühle mich erleichtert. Gleich wird es weiter gehen. Aber die Feierlaune hält nicht lange an. Keiner darf das Flugzeug verlassen! Zwei Stunden später sind wir wieder startbereit, doch nun muss die Besatzung ausgetauscht werden. Sie darf keine Überstunden machen.

An Bord eskaliert die Stimmung

Wir warten weiter, doch nach drei Stunden eskaliert die Stimmung. Ein Passagier verlangt, dass die Tür geöffnet wird und muss von der Crew festgehalten werden. Er wohnt in Boston, möchte nach Hause. Der Anblick ist beklemmend und ich versuche, meinen Sohn zu beruhigen. Jonah macht sich fürchterliche Sorgen, dass Santa Claus ihn gerade vergeblich in Chicago sucht und in Boston nicht finden wird.

Plötzlich werden alle still. Aus dem Mittelgang ertönt eine wunderbare und vertraute Melodie – Stille Nacht. Ein Soldat in Uniform steht dort und spielt Trompete. Andächtig hören wir alle zu, fallen uns spontan in die Arme. In diesem Moment kommt die neue Flugbesatzung an Bord. Alle stehen auf und applaudieren. Denn jetzt ist klar – we‘ll be home for Christmas!

Text: Åsa Petersson

Åsa Petersson ist Geschäftsführerin der Region Mainfranken GmbH.

In der Kolumne „Würzburger Adventskalender“ erzählen Menschen aus Würzburg Anekdoten rund um Advent und Weihnachtsfest.

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