Würzburg

Würzburger Adventskalender: Was unbedingt  in die Krippe gehört

Für Adventskalender-Autor Manuel Koch gehört das Gestalten einer Weihnachtskrippe jedes Jahr  dazu - und auf einen "Baustoff" mag er seit Kindertagen nicht verzichten.
Würzburger Adventskalender: Was unbedingt  in die Krippe gehört
Foto: Henning Kaiser, dpa

Wenn ich an Weihnachten in Kindheitstagen denke, dann kommen mir viele Dinge in den Sinn. Nein, ich rede nicht von Geldgeschenken. Es ist vielmehr der Geruch von frischem oder getrocknetem Moos, der im wahrsten Sinne des Wortes am nachhaltigsten geblieben ist.

In der Adventszeit habe ich es mir schon als Kind zur Aufgabe gemacht, unsere Krippe unter dem Weihnachtsbaum aufzubauen, und diese Aufgabe ist für mich sehr eng verknüpft mit dem Geruch von Moos. Voraussetzung für unsere Krippe war immer die Suche nach einer großen Wurzel, die als Stall diente. Es war eine schöne Aufgabe, die Szenerie der Krippe mit den Figuren und einer möglichst passenden Umgebung aufzubauen, während Weihnachtslieder liefen und alle voller Vorfreude waren. 

Alle zwei Jahre brauchte die Krippe frisches Moos

Mindestens alle zwei Jahre war es notwendig, frisches Moos im Wald zu holen. Ich erinnere mich daran, wie ich das Moos teils unter einer hohen Schneedecke freilegen musste. Dazu kamen immer noch kleine Äste und Zweige, die eine möglichst realistische Umgebung darstellen sollten, und ich hatte die Freiheit, die Szenerie jedes Jahr ein wenig anders zu gestalten.

Im Vergleich zu vielen anderen Krippen in den Kirchen oder bei der Verwandtschaft würde ich die Krippen heute sogar als etwas farblos, zumindest bewusst schlicht gehalten bezeichnen. Aber sie ermöglichten den Blick auf das Wesentliche und regten die Fantasie an. Jedes Jahr aufs Neue war es nämlich ein lustiger Moment, wenn ich zögerte, weil sich Christkind und ein kleines Lamm erschreckend ähnlich sahen. Nicht auszuschließen, dass auch mal das Christkind als Teil der Schafherde aufgestellt wurde und das Lamm tatsächlich in der Krippe landete.

Vielleicht faszinieren mich heute deshalb umso mehr detailreiche, bunte und filigran geschnitzte Krippen aus dem fairen Handel oder besondere Krippen mit Darstellungen von Menschen, die von der biblischen Krankheit Lepra betroffen sind. Ebenso mag ich jene sehr modernen Ausführungen, die eine Krippenszene in unsere heutigen Zeit übersetzen. Der Geruch von frischem Moos wird aber für mich immer unweigerlich mit Weihnachten in Verbindung stehen, denn auch dieses Jahr heißt es: Ohne Moos nix los!

Text: Manuel Koch

Manuel Koch arbeitet im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising bei der DAHW Deutsche Lepra und Tuberkulosehilfe e.V..

In der Kolumne „Würzburger Adventskalender“ erzählen Menschen aus Würzburg Anekdoten rund um Advent und Weihnachtsfest.

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