Würzburger gegen Einkaufszentrum - mit Reaktionen

Würzburg (dpa/lby) Das umstrittene Arcaden-Projekt am Würzburger Bahnhof ist vorerst gescheitert. Mit Reaktionen

11174848.jpg       -  Obermeier/ Luisengarten, Bürgerinitiative
Foto: Obermeier | Obermeier/ Luisengarten, Bürgerinitiative
In einer hauchdünnen Entscheidung sprachen sich die Einwohner am Sonntag per Bürgerentscheid gegen ein neues Einkaufszentrums und damit die Umgestaltung des alten Bahnhofs aus. Den Ausschlag gaben 985 Stimmen. 51,2 Prozent der Wahlberechtigten stimmten nach Angaben eines Stadtsprechers in der Stichfrage gegen den Shopping-Palast mit 90 Geschäften am Rande der Innenstadt, 48,8 Prozent waren dafür. Nun liegen die Planungen für die "Würzburg Arcaden" und den Neubau des Bahnhofs samt neuem Omnibusbahnhof erst einmal auf Eis. Möglicherweise könnte auf einem Areal gegenüber der Residenz ein Einkaufszentrum entstehen.

Die rund 100000 Wahlberechtigten hatten sich zwischen dem Stadtratsbegehren "Ja zum Bahnhofsprojekt - Für eine bürgerfreundliche Entwicklung rund um den Bahnhof mit attraktivem Einkaufszentrum" und dem Bürgerbegehren "Kein Einkaufszentrum am Ringpark - Für die Stärkung unserer Innenstadt" zu entscheiden. Beide Begehren erreichten mit mehr als zehn Prozent der gültigen Stimmen die erforderliche Unterstützung, um zugelassen zu werden. Deshalb musste die Stichfrage entscheiden, in der sich die Bürger endgültig für eine Position aussprechen sollten. Dabei erreichten die Gegner des Projekts einen hauchdünnen Vorsprung von 20995 zu 20010 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben des Stadtsprechers bei 43,26 Prozent.

Mehr als 8000 der rund 43000 Stimmen zu beiden Begehren waren ungültig. "Wahrscheinlich kamen viele Bürger mit dem Wahlzettel nicht klar", sagte der Sprecher. Stimmzettel, auf denen zwar die Entscheidung für oder gegen ein Begehren ungültig war, aber die Stichfrage beantwortet wurde, seien mitgezählt worden. Die Arcaden sind eines der größten und umstrittensten Nachkriegsbau-Projekte der Stadt. Oberbürgermeisterin Pia Beckmann (CSU) wollte mit dem Bau die unterfränkische Stadt als Oberzentrum attraktiver machen. "Wir haben alles getan. Wir haben ein Konzept vorgelegt, das zu realisieren wäre", sagte eine sichtlich enttäuschte Beckmann am Sonntagabend. Da die Arcaden in der geplanten Form nicht kämen, gelte der Stadtratsbeschluss zum so genannten Mozart-Areal gegenüber der Residenz. Hier müssten nun Investoren gesucht werden, um hochwertige Wohnungen, Lebensmittelgeschäfte und Büroräume zu bauen. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative gegen die Arcaden, Raimund Binder, sagte: "Wir sind überwältigt. Wir haben viel Werbung gemacht, waren vor Ort." Binder sprach sich aber dennoch für den Neubau des Bahnhofs aus, allerdings ohne Shopping-Center. "Wir können keine Mittel für die Sanierung des Bahnhofes bereitstellen", sagte die Oberbürgermeisterin. Auch den Busbahnhof könne die Stadt aus eigenen Mitteln nicht verlegen.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!