Winterhausen

Zu wenig Abstand vom Straßenrand

Die geplante 'Bahnlärmschutzwand West' in Winterhausen soll nach Plänen der Bahn nur 22 Zentimeter neben dem Rand des Schützenwegs (rechts) verlaufen. Die Gemeinde möchte, dass das Bauwerk 60 Zentimeter von der Straße Abstand hält. 
Foto: Klaus Stäck | Die geplante "Bahnlärmschutzwand West" in Winterhausen soll nach Plänen der Bahn nur 22 Zentimeter neben dem Rand des Schützenwegs (rechts) verlaufen.

Die geplante "Lärmschutzwand West" an der Bahnhauptstrecke beschäftigte den Gemeinderat auch in seiner jüngsten Sitzung. Auch wenn das große Problem, das die Gemeinde mit der geplanten Trassenführung unterhalb des Baugebiets Heigern hatte, inzwischen beschlussmäßig abgehandelt war, gab es immer noch einen Wunsch und offene Fragen. Auch beim Teilstück am Schützenweg war man mit dem von der DB geplanten Verlauf nicht glücklich.

Demnach soll die Wand einen Abstand zum Straßenrand von nur 22 Zentimetern haben, wobei die vorhandene Bordkante schon eingerechnet ist. Bürgermeister Christian Luksch meinte, dass die Wand so nah am Straßenrand erdrückend wirken könnte. Telefonisch hatte er bei der Deutschen Bahn AG vorgefühlt, ob sich daran etwas ändern ließe. Das Unternehmen habe verlauten lassen, dass man auch 60 Zentimeter vom Straßenrand abrücken könnte.

Der Zwischenraum könnte einerseits als gepflasterter Randweg oder andererseits wie bisher als Grünstreifen ausgeführt werden, der aber zusätzlich mit einer Leitplanke versehen würde. Wie Luksch in der Sitzung ausführte, stehe eine Rücksprache seitens der DB noch aus, jedoch sei bei dem Unternehmen durchgeklungen, dass es den Grünstreifen eher nicht wolle, sondern die gepflasterte Fläche. Diese fand auch im Gemeinderat mehr Gefallen, auch wenn sie für einen Gehsteig nicht der Norm entspräche und nicht ideal wäre. Aber sie würde reichen, dass ein Fußgänger einmal einem Fahrzeug ausweichen kann, meinte Luksch.

Im Eigentum der Bahn

Etwas Bedenken hatte Dr. Matthias Wieser. Denn bei nur 60 Zentimetern Breite bestehe schon die Gefahr, dass ein Fußgänger mit einem Fuß von der Bordkante abrutsche. Für Klaus Trunk war es wichtig, dass die Wand einen möglichst großen Abstand zur Fahrbahn hat, damit landwirtschaftliche Maschinen, die den Schützenweg benutzen, nicht gleich mit ihren Anbaugeräten daran hängen bleiben. Eine Fläche mit Pflastersteinen ist für ihn eine "saubere Sache", weil leichter zu pflegen als ein Grünstreifen, der an dieser Stelle ohnehin keinen ökologischen Nutzen hätte.  Egal, wie der Randstreifen im Endeffekt aussieht, ist er noch bis an die Bordkante Eigentum der Deutschen Bahn.

Die Gemeinde müsste die Verkehrssicherungspflicht dafür übernehmen, wie beispielsweise den Winterdienst. Doch dies wurde im Gemeinderat als nicht problematisch angesehen. Ohne formellen Beschluss bestand dann im Gemeinderat Einigkeit, dass die Gemeinde eine gepflasterte Fläche zwischen dem Weg und der weiter von der Fahrbahn abgerückten Wand wünscht und dies der DB so mitteilt. Anja Renz meinte, man sollte gegenüber der Bahn auch anklingen lassen, dass die Gemeinde für jeden Zentimeter, der noch über die 60 Zentimeter Abstand hinaus gehe, auch dankbar wäre.

Ernüchterung im Herbst

Die "Lärmschutzwand West" beschäftigt die Winterhäuser seit Jahren. Zusätzlich zu der längst genehmigten und derzeit im Bau befindlichen Wand auf der östlichen Seite, wo sich auch der Altort befindet, wurde auch eine Wand auf der anderen Seite zu den Neubaugebieten hin gewünscht. Nach langem Ringen wurde die im Frühjahr 2020 genehmigt, Im Herbst kam Ernüchterung, weil unterhalb des Baugebiets Heigern die Wand nicht am Gleis, sondern oben am Panoramaweg verlaufen sollte, der damit seinen Charakter verloren hätte. Nach vielen Diskussionen in der Bevölkerung und im Gemeinderat wurde der DB dann mitgeteilt, dass die Gemeinde auf die Wand am Panoramaweg verzichten möchte. 

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