Ochsenfurt

Zufahrt zur Main-Klinik: Eine fast unendliche Geschichte

Jahrelang wurde über den Ausbau der Zufahrt zur Main-Klinik gestritten. Mit der neuen Straße ist nun auch für die bevorstehende Generalsanierung der Weg frei.
Eröffnung mit Abstand: Die neue Zufahrt zur Main-Klinik wurde offiziell freigegeben. Vorne von linksam Band: Klinik-Geschäftsführer Christian Schell, Bürgermeister Peter Juks, Landrat Thomas Ebert und der evangelische Pfarrer Johannes Müller. 
Foto: Gerhard Meißner | Eröffnung mit Abstand: Die neue Zufahrt zur Main-Klinik wurde offiziell freigegeben. Vorne von linksam Band: Klinik-Geschäftsführer Christian Schell, Bürgermeister Peter Juks, Landrat Thomas Ebert und der ...

"Gesundheitshügel" nennt Ochsenfurts  Bürgermeister Peter Juks den Greinberg. Die Main-Klinik dort und die angeschlossenen Praxen seien Zentrum der medizinischen Versorgung für  den südlichen Landkreis und zudem für die Stadt ein wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor. Umso erstaunlicher ist es, dass es mehr als ein Jahrzehnt der Verhandlungen bedurft hat, um diesem Gesundheitshügel eine adäquate Zufahrt zu bescheren.

Nach einjähriger Bauzeit ist es nun so weit, und Alexander Schraml, Vorstand des Landkreis-Kommunalunternehmes, dem auch die Main-Klinik untersteht, kann sich bei der Einweihung des 300 Meter langen Straßenstücks eine süffisante Bemerkung nicht verkneifen: "Wir hätten's nicht mehr für möglich gehalten."

Es waren in der Tat sonderbare Grundstückverhältnisse. Die alte Zufahrt ab dem Kindergarten St. Thekla war Eigentum des Landkreises. Deshalb weigerte sich die Stadt, dort den Winterdienst zu verrichten. Angesichts der Tatsache, dass die schmale, steile Straße die einzige Zufahrt für Rettungsfahrzeuge war, eine hanebüchene Situation. Zum Glück war nie etwas passiert, was das Leben eines Notfallpatienten hätte gefährden können.

"Die Sanierung der Klinik kann beginnen, die Stadt Ochsenfurt hat ihren Beitrag geleistet."
Peter Juks, Bürgermeister

Dass es doch zu einer Einigung zwischen Landkreis und Stadt gekommen war, ist der Spendierfreude von Ex-Landrat Eberhard Nuß zu verdanken, der der Stadt für den Ausbau der Zufahrt einen Kostenanteil von 90 Prozent in Aussicht stellte. Nach einigem Grummeln stimmte auch der Kreistag zu. Im Gegenzug wurde vereinbart, dass die Stadt die Straße künftig übernimmt - samt Unterhaltslast und Winterdienst. Gleichzeitig schuf sie eine rückwärtige Notzufahrt zur Klinik, für den Fall, dass doch irgendwann einmal ein Unfall die neue Straße blockieren sollte.

Lange Diskussionen über die beste Trassenführung

Nach einiger Diskussion über die Trassenführung fiel die Entscheidung schließlich für den Ausbau der bestehenden Trasse und einer gleichzeitigen Entschärfung des Bereichs vor dem Kindergarten St. Thekla. Dort gibt es künftig Kurzzeitparkplätze und einen auffällig gekennzeichneten Fußgängerüberweg.

Durch einen markierten Fußgängerüberweg und Kurzzeitparkplätze profitieren auch Kirche und Kindergarten St. Thekla vom Ausbau der Klinik-Zufahrt.
Foto: Gerhard Meißner | Durch einen markierten Fußgängerüberweg und Kurzzeitparkplätze profitieren auch Kirche und Kindergarten St. Thekla vom Ausbau der Klinik-Zufahrt.

Gekostet hat der Ausbau schließlich 1,2 Millionen Euro, wovon der Landkreis knapp 1,1 Millionen Euro übernimmt. Enthalten sind 130 000 Euro für eine Behelfsstraße während der Bauzeit, wie Planer Arno Weimann bei der Eröffnung verdeutlichte. Weitere 300 000 Euro hat das städtische Kommunalunternehmmen KSO in die Erneuerung von Wasser und Kanal investiert. Diese Kosten sind in den allgemeinen Gebühren bereits einkalkuliert.

Dank an Grundstückseigentümer und Kirchenstiftung

Der Dank von Bürgermeister Peter Juks galt vor allem den Grundbesitzern, allen voran der katholischen Kirchenstiftung St. Thekla, die ihre Flächen für die Behelfsstraße und eine Aufweitung der scharfen Kurve zur Verfügung verpachtet oder verkauft hatten. "Als Kirche haben wir Mitverantwortung für das Gemeinwohl", betonte Stiftungsvorstand und Stadtpfarrer Oswald Sternagel. Und sein evangelischer Amtskollege Joachim Müller, gebürtiger Uffenheimer, konnte sich immerhin daran erinnern, dass ihm als Bub in der Main-Klinik die Mandeln entfernt wurden, und er seither keine Angst mehr vor Krankenhäusern hatte.

Bevor die beiden Pfarrer der neuen Straße ihren Segen gaben, kam es zu einer coronabedingten Premiere. Die Kinder des Kindergartens St. Thekla, die beim ersten Spatenstich fleißig Hand angelegt hatten, durften diesmal nur als Zaungäste dabei sein. Dafür sangen die Ehrengäste die eigens für die neue Straße gedichteten Kinderlieder, unterstützt von Kindergartenleiterin Petra Striffler und Erzieherin Yvonne Kreißl.

"Ich vermute, dass es für das Bärental nicht so schlimm werden wird."
Alexander Schraml, Kommunalunternehmen des Landkreises

Mit dem Ausbau der Zufahrt ist eine weitere Voraussetzung für die bevorstehen Generalsanierung der Klinik geschaffen, wie KU-Vorstand Schraml betonte. Schließlich soll über Jahre hinweg der Baustellenverkehr über die Straße abgewickelt werden. "Wir haben schon so viel gebaut, deshalb vermute ich, dass es auch diesmal für das Bärental nicht so schlimm werden wird", beruhigt Schraml. Voraussichtlich Anfang kommenden Jahres soll die Generalsanierung mit dam Abriss des westlichen Pflegetrakts beginnen.

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Im Bekenntnis für die Main-Klinik weiß sich der neue Landrat Thomas Eberth einig mit seinem Vorgänger. Die Entscheidung für die Generalsanierung im Umfang von rund 100 Millionen Euro habe sich der Kreistag allerdings nicht leicht gemacht. "Es ist eine der größten Investitionen, die der Landkreis je getätigt hat", so Eberth.

Ostspange bleibt weiter auf der Tagesordnung

"Die Sanierung der Klinik kann beginnen, die Stadt Ochsenfurt hat ihren Beitrag geleistet", betonte Bürgermeister Peter Juks. Trotzdem bleibt eine völlig neue Erschließungsstraße für die Klinik östlich des Bärentals - die sogenannte Ostspange - auf der Tagesordnung. Im kommenden Jahr soll dazu das Vergabeverfahren für die Planungsleistungen gestartet werden. Mit einer Umsetzung des auf rund zehn Millionen Euro geschätzten Vorhabens sei allerdings frühestens in acht bis zehn Jahren zu rechnen, so Juks. Ein Grund dafür sei die Bahnunterführung zur Polisina, für dessen Umbau die Bahn eine Vorlaufzeit von mehreren Jahren benötige.

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