Aue

Aues Torwart nimmt Vorwürfe an den Club zurück

Nürnberger Spieler hätten Hotelangestellte als Bauern bezeichnet, behauptete Martin Männel nach dem 4:3-Sieg, den er mit einem gehaltenen Elfmeter gesichert hatte.
Den Ball nahm er mit: Aues Torwart Martin Männel (links) nach seinem gehaltenen Elfmeter in der Nachspielzeit, der dem Zweitligisten den 4:3-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg gesichert hatte, mit Teamkollege Dennis Kempe.
Den Ball nahm er mit: Aues Torwart Martin Männel (links) nach seinem gehaltenen Elfmeter in der Nachspielzeit, der dem Zweitligisten den 4:3-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg gesichert hatte, mit Teamkollege Dennis Kempe. Foto: Daniel Schäfer

Nach der ärgerlichen 3:4-Niederlage bei Erzgebirge Aue am Freitagabend in einem selten turbulenten Zweitliga-Spiel sah sich der 1. FC Nürnberg auch mit dem Vorwurf des schlechten Benehmens konfrontiert. Aues Torwart Martin Männel, der den Sachsen mit seinem gehaltenen Foulelfmeter in der neunten Minute der Nachspielzeit den Sieg gerettet hatte, machte sich in der Mixed Zone des Erzgebirgsstadions überraschend Luft. "Was ich so mitbekommen habe, sind die Nürnberger in ihrem Hotel in Bad Schlema ziemlich durchgedreht und haben die Angestellten dort als Bauern bezeichnet", sagte Männel.

"Eine ganze Region verunglimpft"

Damit hätten die Nürnberger "eine ganze Region verunglimpft", fuhr der Erzgebirge-Kapitän fort, der aus Brandenburg kommt, aber bereits seit elf Jahren für den Klub spielt. "Es sind nicht nur die Leute, die sie dort (im Hotel, Red.) meinen, sondern sie meinen auch uns als Mannschaft. Das vor dem Spiel zu hören, hat uns betroffen gemacht und war Zusatzmotivation." Aue stehe es an, trotz des guten Saisonstarts weiter  Bodenständigkeit und Demut zu zeigen. Nürnberg laufe vielleicht "noch nicht ganz in der richtigen Spur", was Demut und Bodenständigkeit angehe", meinte der 31-Jährige.

Club kann keinen Vorfall bestätigen

Ziemlich starker Tobak für die Gäste aus Franken. Der Nürnberger Verantwortlichen versuchten, mit einer Blitzbefragung der Spieler im abfahrbereiten Bus der Sache auf den Grund zu gehen, hörten von den Profis aber keine Bestätigung eines Vorfalls. Genauso wenig wie von der Direktorin des Mannschaftshotels in der Nähe von Aue habe, die angerufen worden sei, wie FCN-Pressesprecher Daniell Westgate sagte.

Stellvertretende Entschuldigung bei Valentini

Am Samstag von der "Bild"-Zeitung mit Aussagen von Hoteldirektorin Katja Kießig konfrontiert ("Mir ist rätselhaft, wie es zu diesen Vorwürfen gekommen ist. Die Nürnberger Mannschaft ist überaus positiv aufgefallen. Ich habe mit fast allen Angestellten persönlich gesprochen, niemand hat etwas entsprechendes zu berichten gehabt"), ruderte Männel zurück. Es bleibe ihm "nichts anderes übrig, als meine Aussagen zu revidieren und mich in aller Form dafür zu entschuldigen". Das habe er auch Enrico Valentini stellvertretend für die Nürnberger Mannschaft geschrieben.

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