Sinsheim

„Auseinandergedriftet”: Leverkusen verliert an Boden

Kai Havertz
Bei Bayer derzeit im Fokus: Kai Havertz. Foto: Uwe Anspach/dpa

Mit einem scharfen „Nein!” reagierte Peter Bosz auf die Frage, ob der Wirbel um eine mögliche 100-Millionen-Euro-Ablöse für Kai Havartz Bayer Leverkusens Leistung beeinträchtigt habe. Der niederländische Trainer muss seinen Club nach turbulenten Tagen aber erst wieder auf Kurs bringen.

Die Heimpleite vor der Länderspielpause gegen Werder Bremen, nun das 1:4 im Freitagsspiel der Fußball-

Bundesliga bei der TSG 1899 Hoffenheim - und jetzt kommt mit RB Leipzig ein Konkurrent um die internationalen Plätze. Von der Champions League spricht niemand mehr, nicht mal mehr auf einem Europa League-Rang liegt die Werkself.

„Wir haben noch sieben Spiele. Klar dürfen wir nicht mehr groß ausrutschen, aber trotzdem wollen wir unsere Ziele noch erreichen”, sagte Torschütze Kevin Volland angesichts des Gedränges im oberen Tabellendrittel. Zudem hat Bosz hat zwei Ausfälle zu verkraften: Für Karim Bellarabi ist die Saison nach einer Muskel-Sehnen-Verletzung im Oberschenkel gelaufen. Kapitän Lars Bender fehlt wegen einer Oberschenkel-Blessur zumindest am Samstag gegen Leipzig.

Und die Spekulationen um einen Abgang von Nationalspieler Havertz werden wohl ein Dauerthema bleiben. „Wir als Verein sind sehr entspannt, und er ist es auch. Die Diskussionen um ihn sind in den Medien, intern aber nicht. Von daher können wir gelassen damit umgehen”, versicherte Sportdirektor Simon Rolfes. „Wir konzentrieren uns darauf, eine erfolgreiche Saison zu spielen und eine gute Mannschaft im nächsten Jahr zu haben.”

Havertz verwies ebenfalls auf seinen Kontrakt und auf branchenübliche Aussagen in solchen Fällen. „Was die Zukunft bringt, darüber mache ich mir keine Gedanken. Meine Konzentration gilt dem Hier und Jetzt. Mit meinem Vertrag beschäftige ich mich erst zu Saisonende. Im Sommer weiß man mehr”, hatte der 19-jährige vor dem Rückschlag im Kraichgau dem TV-Sender Eurosport gesagt.

Die „Sport Bild” hatte zuvor berichtet, Havertz solle den Leverkusenern bei einem Verkauf mindestens 100 Millionen Euro einbringen. Der Vertrag des offensiven Mittelfeldspielers läuft ohne Ausstiegsklausel bis zum 30. Juni 2022. Havertz soll nicht nur beim FC Bayern München, sondern auch bei anderen europäischen Top-Vereinen auf der Wunschliste stehen.

Havertz, Julian Brandt und Co. wirbelten nur in der Anfangsphase am Freitagabend wie wild gegen die Hoffenheimer. „Ich habe so etwas noch nie in meinem Leben gesehen: Die ersten zehn Minuten waren ein Konter nach dem anderen. Normal sehen so die letzten zehn Minuten aus. Und normal hätte das Spiel 10:10 ausgehen können”, meinte Hoffenheims kroatischer Vizeweltmeister Andrej Kramaric staunend.

Die Tore von Kramaric (79. Minute) und Ishak Belfodil (10./61.) trafen Bayer ins Mark, zudem bugsierte Sven Bender einen Schuss von Nadiem Amiri ins eigene Netz. Wegen der Verletzungen von Bellarabi und Bender musste Bayer bereits vor der Pause umstellen. „Die haben zu Recht gewonnen. Wenn man die erste halbe Stunde anschaut, kann man auch sagen: unnötig. Nach den Auswechslungen war unsere Organisation nicht mehr gut”, sagte Bosz. Volland sah es so: „Wir sind ein bisschen auseinandergedriftet, das darf nicht passieren.”

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