BASKETBALL

Baskets vor Einzug ins EuropeCup-Finale

Basketball - Fiba Europe Cup - Pallacanestro Varese - s.Oliver Wuerzburg
Feiern mit dem mitgereisten Anhang nach dem Sieg in Varese: Die Würzburger (von links) Brad Loesing, Badu Buck, Kresimir Loncar, Xavier Cooks, Devin Oliver, Cameron Wells, Mike Morrison, Philipp Hadenfeldt, Jordan Hulls und Felix Hoffmann. Foto: Heiko Becker

Jetzt müssen sie nur noch hindurchgehen! Mit einer über weite Strecken famosen Leistung, der bislang vielleicht besten in der laufenden Saison, haben die Erstliga-Korbjäger von s.Oliver Würzburg die Tür zum Finale des Fiba EuropeCup-Wettbewerbs sperrangelweit aufgestoßen. Bei Pallacanestro Varese gewannen die Baskets am späten Mittwochabend fast schon sensationell deutlich mit 89:66 (46:33). Im Rückspiel am kommenden Mittwoch um 19 Uhr in der heimischen s.Oliver Arena könnten sich die Würzburger damit sogar eine Niederlage mit 22 Punkten Differenz erlauben, um trotzdem ins Endspiel einzuziehen, da die Ergebnisse beider Partien in der Gesamtwertung addiert werden.

Stolzer Trainer

„Dass die Mannschaft hier so ein Spiel hinlegt, macht uns Trainer natürlich auch ein bisschen stolz. Wir waren heute über 40 Minuten konzentriert und haben auf einem hohen Niveau gespielt. Defensiv waren wir sehr fokussiert, hatten die richtige Intensität. Und vorne ist der Ball gelaufen und wir haben gut getroffen“, freute sich Baskets-Cheftrainer über den so sicher zu erwartenden Auswärts-Coup, bei dem über 100 mitgereiste Fans aus Unterfranken zugegen waren.

Die Baskets waren vor stimmungsvoller Kulisse in der „Enerxenia Arena“ von Beginn an gut in der Partie, auch ein früher 3:7-Rückstand (2. Minute) ließ sie ziemlich unbeeindruckt. Der an alter Wirkungsstätte große aufspielende US-Spielmacher Cameron Wells, vergangene Saison noch für das Team aus der Lombardei auf Korbjagd, brachte die Gäste per Dreier mit 10:9 in Führung (4.).

Überhaupt fanden die Wucherer-Schützlinge von außen schnell ihren Rhythmus. Jordan Hulls netzte gleich zweimal binnen weniger Sekunden von „downtown“ ein (20:17/7.), doch noch blieben die Norditaliener auf Schlagdistanz. Mit 23:21 endete der erste Spielabschnitt für die Würzburger – und nichts deutete zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass am Ende ein Kantersieg auf dem Spielberichtsbogen stehen würde.

„Es hat ein bisschen gedauert, bis wir das Gefühl bekommen haben, wie wir Varese attackieren müssen. Aber dann gab es kaum mehr ein Halten“, sagte Wucherer. Mit Beginn des zweiten Viertels übernahmen seine nun teilweise wie entfesselt aufspielenden Schützlinge das Kommando in der Partie. In der Verteidigung brachten sie Varese mit ihrer Aggressivität ein ums andere Mal derart in Verlegenheit, dass sich die Gastgeber zunehmend in (erfolglosen) Einzelaktionen verstrickten.

Die Gäste ihrerseits nutzten die spürbar wachsende Unsicherheit, um sich Punkt um Punkt abzusetzen: Hulls mit seinen Zählern zwölf und 13 brachte seine Farben erstmals zweistellig in Front (37:26/15), der abermals kaum zu stoppende Xavier Cooks erhöhte mit zwei verwandelten Freiwürfen kurz vor der Pause auf 15 Zähler Differenz (42:27).

Wer nun einen wütenden Sturmlauf der Gastgeber erwartet hatte, wurde enttäuscht. Die Würzburger hatten weiter das Zepter fest in der Hand, spielten cool und abgeklärt ihre Systeme durch – und als abermals Jordan Hulls, am Ende mit 19 Punkten Topscorer der Partie, mit seinem vierten erfolgreichen Dreier der Partie erstmals mehr als 20 Zähler zwischen sich und Varese brachte (61:40/26.), war früh in der Begegnung die Vorentscheidung gefallen.

Auch im Schlussabschnitt beschränkten sich die Baskets nicht darauf, den satten Vorsprung nur zu verwalten und ins Ziel zu bringen. Gegen nun demoralisiert wirkende Gastgeber schraubten die Baskets das Ergebnis immer weiter in die Höhe. 46 Sekunden vor Ertönen der Schluss-Sirene traf Wells mit seinen Punkten 17 und 18 zum 89:60, zwei kassierte Drei-Punkte-Würfe in der Schlussminute waren nicht mehr als ein kleiner Schönheitsfehler.

Gute Ausgangsposition

„Wir sind hier sehr konstant und konzentriert aufgetreten und haben uns eine sehr gute Ausgangsposition fürs Rückspiel erarbeitet. Aber noch sind 40 Minuten zu spielen“, warnt Wucherer davor, das zweite Aufeinandertreffen auf die leichte Schulter zu nehmen.

Im zweiten Halbfinale gewann der zweite italienische Vertreter Dinamo Sassari bei Unet Holon aus Israel mit 94:89.

Die Statistik des Spiels

Fiba EuropeCup, Halbfinale, Hinspiel: Pallacanestro Varese – s.Oliver Würzburg 66:89 (21:24, 33:46, 51:68)

Für Würzburg spielten: Hulls 19/4 Dreier, Wells 18/2, Cooks 15, Oliver 14/4, Morrison 8, Bowlin 6/2, Olaseni 6, Koch 3/1, Richter.

Beste Werfer bei Varese: Cain 15, Scrubb 14/2, Salumu 11/2.

Rebounds: 35 – 41.

Treffer aus dem Feld: 22/62 (35 %) – 34/65 (52 %).

Dreierquote: 9/32 (28 %) – 13/31 (42 %).

Freiwürfe: 13/19 (68 %) – 8/12 (67 %).

Größte Führung: 4 (7:3) – 29 (89:60).

Rückblick

  1. Baskets siegen am Ende souverän
  2. s.Oliver Würzburg: Ein Duell der Spielmacher
  3. Denis Wucherer als Partycrasher
  4. Baskets: Nils Haßfurther wartet noch auf Punkte
  5. Starting5: Fünf Fakten zum Syntainics MBC
  6. Die Baskets bieten den Bayern lange Paroli
  7. Starting5: Fünf Fakten zum FC Bayern München
  8. Nächster Neuzugang im Baskets-Lazarett
  9. Eine Tracht Prügel für die Baskets
  10. Starting5: Fünf Fakten zu Alba Berlin
  11. Warum der Pokalauftritt ein Mutmacher für die Baskets ist
  12. Zwei Jubilare und ein souveräner Baskets-Sieg
  13. Mit einem Neuzugang ins Frankenderby?
  14. Die neue DNA im Baskets-Spiel
  15. Sieg gegen Göttingen: Gelungene Heimpremiere für s.Oliver Würzburg
  16. Basketball: Warum Würzburg gegen Alba Berlin im Pokal unterlag
  17. Was die Baskets lernen wollen
  18. Baskets unterliegen in der Crunchtime
  19. Die Baskets starten in die Saison
  20. Headcoach und Publikumsliebling vor dem Saisonstart von s.Oliver Würzburg
  21. Kontinuität bei den Baskets
  22. Interview: Was sich die Baskets besonders wünschen
  23. Die Baskets verlieren gegen Frankfurt ihre Generalprobe
  24. Baskets lange Zeit auf Augenhöhe
  25. Neuer Brustsponsor für s.Oliver Würzburg
  26. Das Lazarett der Baskets
  27. Denis Wucherers Herzensangelegenheit
  28. Die Neuen bei den Baskets
  29. Die Youngsters der Baskets
  30. Wo die Baskets zusammenfinden wollen
  31. Liveticker: So läuft das Trainingslager der Baskets
  32. Die Baskets gewinnen Vorbereitungsturnier
  33. Baskets gewinnen ihre ersten Testspiele
  34. Was Denis Wucherer schade findet
  35. s.Oliver holt US-Flügelspieler Allen ins Team
  36. Baskets verpflichten neuen Center mit Europapokal-Erfahrung
  37. Nils Haßfurther zu Würzburger Basketballern
  38. Was an Gerüchten um Nowitzki-Rückkehr nach Würzburg dran ist
  39. s.Oliver Würzburg mit straffem Auftaktprogramm
  40. Ex-Baskets-Akteur Xavier Cooks wechselt nach Frankreich
  41. EM-Bronze für Basketballer Joshua Obiesie
  42. Brad Lösing wechselt in die Pro A
  43. Warum Maxi Kleber sich auf die Heim-EM so freut
  44. Stephen Arigbabu verlässt die Baskets
  45. Maximilian Kleber bleibt in Dallas
  46. Was Kresimir Loncar bei den Baskets vorhat
  47. Die Baskets spielen nicht im Europapokal
  48. NBA-Draft: Joshua Obiesies Traum erfüllt sich vorerst nicht
  49. Würzburger Joshua Obiesie bei NBA-Draft nicht gewählt
  50. Noch ein Neuer für die Baskets

Schlagworte

  • Würzburg
  • Stefan Mantel
  • Enttäuschung
  • Freude
  • S.Oliver
  • Wut
  • s.Oliver Würzburg
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
1 1

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!