Brüssel (dpa)

Brüssel treibt Ermittlungen gegen ISU voran

Die EU-Kommission hält Auflagen der Internationalen Eislaufunion (ISU) für ihre Sportler nach einer vorläufigen Einschätzung für illegal.
Eisschnelllauf
Die ISU hat ihren Sportlern untersagt an Wettbewerben anderer Verbände teilzunehmen. Foto: Thomas Eisenhuth

Die Brüsseler Behörde geht vorerst davon aus, dass Sperren für Eisschnellläufer, die an Wettbewerben anderer Verbände teilnehmen, die unternehmerische Freiheit der Sportler übermäßig einschränken.

„Wir haben derzeit Bedenken, dass die nach den ISU-Zulassungsbestimmungen verhängten Sanktionen nicht darauf ausgerichtet sind, hohe Standards im Sport zu wahren, sondern gewährleisten sollen, dass die ISU die Kontrolle über den Eisschnelllauf behält”, teilte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Dienstag mit. Ihre Behörde hat die ISU nun über ihre genauen Bedenken informiert, der Verband kann sich dazu äußern, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.

Die EU-Kommission wacht darüber, dass auf den Märkten in Europa fairer Wettbewerb herrscht, Unternehmen nicht in Kartellen miteinander kungeln oder zu viel Marktmacht gewinnen. Sie kann finanzielle Strafen verhängen. Im Fall der ISU fürchtet die Behörde, dass sie ihre mächtige Stellung ausnutzt.

Eisläufern, die bei Wettkämpfen antreten, die nicht von der ISU genehmigt sind, drohen Teilnahmeverbote für die Olympischen Spiele oder Weltmeisterschaften - im schlimmsten Fall auch lebenslange Sperren. Dies verhindert aus Sicht der EU-Kommission, dass neue Akteure Eisschnelllauf-Wettbewerbe ausrichten.

Auslöser der Ermittlungen ist eine Beschwerde des Eisschnelllauf-Olympiasiegers Mark Tuitert und des Shorttrack-Weltmeisters Niels Kerstholt aus den Niederlanden. Sie hatten sich wegen des ISU-Teilnahmeverbots für das finanziell lukrative „Icederby” in Dubai beklagt.

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