FUSSBALL: 2. BUNDESLIGA

Der Club auf dem Weg aus der Krise: Geis trifft zum Sieg

1. FC Nürnberg - VfL Osnabrück       -  Der Nürnberger Johannes Geis (links) jubelt mit seinem Kollegen Hanno Behrens über das 1:0 für den 1. FC Nürnberg gegen den VfL Osnabrück, das zum Siegtor wurde.
Der Nürnberger Johannes Geis (links) jubelt mit seinem Kollegen Hanno Behrens über das 1:0 für den 1. FC Nürnberg gegen den VfL Osnabrück, das zum Siegtor wurde. Foto: Daniel Karmann, DPA

Lange mussten die Club-Fans im Spiel gegen den VfL Osnabrück warten auf das erlösende Tor. Mit einem satten Linksschuss bescherte Neuzugang Johannes Geis dem 1. FC Nürnberg in der 80. Minute die verdiente 1:0-Führung und zugleich den ersten Heimsieg der noch jungen Zweitliga-Saison.

Sieben Neuzugänge hatte Cheftrainer Damir Canadi in der Startelf aufgeboten und damit den Umbau des Nürnberger Kaders weiter forciert. Dabei feierte auch der jüngste Neuzugang, der von Fenerbahce Istanbul für ein Jahr ausgeliehene Schweizer Stürmer Michael Frey (25) vor nur 27 083 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion sein Debüt im rot-schwarzen Dress. Der bullige Stürmer zeigte eine starke Partie, machte viel Bälle fest, kam zu vier Torschüssen und war nach 90 Minuten am Ende seiner Kräfte. „Das war eine unglaublich harte Arbeit, aber mit den drei Punkten haben wir uns belohnt und das ist das Wichtigste heute“, meinte der ausgepumpte Angreifer nach einer hitzigen Partie, die Schiedsrichter Sven Waschitzki für zwei Trinkpausen unterbrach (20., 70.).

Erras ersetzt den verletzten Mühl in der Abwehr

Neben Michael Ishak mussten zunächst mit Kapitän Hanno Behrens und Sebastian Kerk zwei weitere Stammkräfte der Vorsaison auf der Bank Platz nehmen, während Lukas Mühl und Ondrej Petrak verletzt ausfielen. In der von Canadi wieder favorisierten Dreierkette spielte der in den letzten Partien nicht berücksichtigte Patrick Erras anstelle von Mühl in der Mitte, neben ihm Asger Sörensen und Lukas Jäger. Dreh- und Angelpunkt im Nürnberger Spiel war Geis, der von seiner Position zentral vor der Abwehr das Spiel lenkte und es immer wieder mit scharfen Bällen in die Spitze oder weiten Spielverlagerungen beschleunigte.

Nach einer Viertelstunde des Abtastens übernahm die Heimelf zunehmend die Kontrolle über das Spiel und erspielte sich einige gute Einschussmöglichkeiten (Meideros, 20., Frey, 20., 25.). In Führung ging dann Aufsteiger Osnabrück, allerdings wurde der Treffer von Anas Quahim (27.) nach längerer Video-Überprüfung wegen Abseits von Mitspieler Marc Heider nicht anerkannt. Der Club zeigt sich unbeeindruckt und hatte bis zur Pause weitere Großchancen zur Führung. Doch Dovedan (36.), Hack (43.) mit exzellentem Heber von der Mittellinie (!) und Medeiros (44.) mit Fernschuss in die linke untere Ecke scheiterten am überragenden VfL-Keeper Nils Körber, der sich allerdings bei der letzten Aktion verletzte und durch Philipp Kühn ersetzt werden musste.

Nürnberger feiert sein Debüt

Nach der Halbzeit feierte Jung-Profi Fabian Nürnberger sein Zweitliga-Debüt. Das Eigengewächs ersetzte Tim Handwerker positionsgetreu und brachte auf seiner linken Seite deutlich mehr Schwung. Gleichwohl blieb das Spiel nach der Pause wesentlich zerfahrener. Viele Behandlungspausen ließen kaum noch echten Spielfluss zu, zudem machte die Hitze einigen Akteuren sichtlich zu schaffen.

Mit der Einwechslung von Hanno Behrens (71.) setzte Canadi das Zeichen für die Schlussoffensive. Der Kapitän zeigte sofort Präsenz, scheiterte knapp mit einem Kopfball (72.), legte auf Frey ab (73.) und belebte mit weiteren gelungenen Aktionen das Nürnberger Angriffsspiel. Verpassten Valentini mit Flachschuss (73.) und erneut Frey per Kopf (77.) noch die Führung, so war es drei Minuten später endlich soweit. Mit seinem strammen Schuss sorgte Johannes Geis für den befreienden Jubel beim Anhang. „Es freut mich einfach. Perfekt, dass es mit meinem schwächeren Fuß geklappt hat“, sagte Geis. Mit dem Sieg, der auch eine Wiedergutmachung für den indiskutablen Auftritt in Sandhausen (2:3) war, sei „ein bisschen Ballast von uns abgefallen“, meinte der Unterfranke aus der Rhön.

„Die Mannschaft hat Spaß und Freude am Spiel wieder entdeckt“, zeigte sich auch Trainer Damir Canadi nach dem Spiel erleichtert. „Jetzt müssen wir weiter an unserer Stabilität arbeiten und ein zweites Spiel in Folge gewinnen.“ Die Möglichkeit dazu gibt es bereits am kommenden Freitag, dann kommt der 1. FC Heidenheim ins Max-Morlock-Stadion.

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