FUSSBALL: 2. BUNDESLIGA

Die Nürnberger Schwäche liegt im System

1. FC Nürnberg - Hamburger SV
Enttäuscht: die Nürnberger Mikael Ishak (links) und Patrick Erras nach dem 0:4 gegen Hamburg. Foto: Daniel Karmann, dpa

Mit einem 0:4 gegen Mönchengladbach hatte sich der Club im Mai vor eigenem Publikum aus der Bundesliga verabschiedet. Mit einem 0:4 (0:2) gegen den Hamburger SV verpatzte er sein erstes Heimspiel in der Zweiten Liga. Und in beiden Fällen hieß der Trainer der gegnerischen Mannschaft Dieter Hecking. Selbst dem erfahrenem Coach, der sich den eigentlich als untrainierbar geltenden HSV angetan hat, fiel es am späten Montagabend schwer, ein Haar in der Suppe zu finden. „Es war ein absolut gelungener Vortrag. Darauf kann man aufbauen“, sagte der 54-Jährige.

Auf jeden Fall ist der HSV bei seinem Neuaufbau schon ein Stück weiter vorangekommen als der FCN. Angesichts des Klassenunterschieds zwischen beiden Mannschaften scheint es erst mal angebracht, dass der Wiederaufstieg in Nürnberg als Zwei-Jahres-Projekt angelegt wurde. Fragen nach seinem komplexen Spielsystem, dass er ähnlich wie beim 1:0-Auftaktsieg in Dresden nach einer halben Stunde über den Haufen werfen musste, bügelte Trainer Damir Canadi ab. „Das hatte mit dem System wenig zu tun. Wir haben nur 40 Prozent der Zweikämpfe gewonnen. Es hat uns an der Leidenschaft gefehlt“, sagte der Österreicher. Sportvorstand Robert Palikuca argumentierte deckungsgleich.

Die Zweikampfschwäche hatte aber eher eine andere Ursache. Es wäre sinnvoll, den Spielern eine taktische Formation mitzugeben, mit der sie in diesem frühen Saisonstadium auch klarkommen. Bei fünf Abwehrspielern sind drei Stürmer nun mal Luxus, weil fürs Mittelfeldzentrum dann nur noch zwei Positionen übrig bleiben. Auf denen hatten der früh ausgewechselte Lukas Jäger und Kapitän Hanno Behrens einfach zu viel um die Ohren. Das Pokalspiel am Freitag bei Drittliga-Spitzenreiter Ingolstadt sollte der Club nun taktisch gut angehen und gewinnen, um nicht gleich größere Diskussionen heraufzubeschwören.

Zwei Assists verbuchte auf HSV-Seite Tim Leibold, der den FCN überraschend verlassen hatte. Ob das die Antwort auf die Pfiffe gegen ihn gewesen sei? Ach wo, sagte der Linksverteidiger, er habe das so erwartet. Und dem Club habe er viel zu verdanken.

Rückblick

  1. Der Club wirkt gezeichnet vom Abstiegskampf
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  46. 0:1 gegen Leipzig: Der Club-Abstieg rückt näher
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