BOBFAHREN:

Ein perfektes Wochenende für Christian Rasp

Seit den Olympischen Spielen hatten ihm Francesco Friedrich und Nico Walther, die beiden sächsischen Piloten im deutschen Bob-Team, deutlich den Rang abgelaufen. Doch auf seiner Heimbahn, einen Steinwurf vom Königssee entfernt, zeigte Johannes Lochner nachdrücklich, dass mit ihm vor allem in der Königsklasse wieder zu rechnen ist. Lochner feierte am Sonntag im Viererbob mit Bestzeit in beiden Läufen seinen ersten Weltcupsieg in dieser Saison und wurde damit zum dritten Mal in Folge in paralleler Wertung Europameister. Die Zuschauer feierten ihren „Hansi“, wie den angehenden Elektroingenieur in Schönau alle nennen, trotz des bei der Siegerehrung einsetzenden Regens enthusiastisch.

„Endlich sind wir mal wieder losgelöst Bob gefahren“, sagte ein ziemlich erleichterter Lochner, der dank seiner Steuerkünste auf der ältesten Kunsteisbahn der Welt den zwei Mal mit der Startbestzeit aufwartenden Letten Oskars Kibermanis und Doppel-Olympiasieger Friedrich auf die Plätze zwei und drei verwies. Obwohl Nico Walther wegen einer Verletzung nicht mit anschieben konnte und gleich im Bob saß, reichte es für seinen Schlitten zum bemerkenswerten fünften Rang.

Rang zwei in der EM-Wertung

Das enttäuschende Abschneiden in Pyeongchang, als die Deutschen fast alle Bob-Medaillen abräumten und mehr oder minder nur er leer ausgegangen war, schien Lochner in der neuen Saison noch nachzuhängen. Den Weltcup-Auftakt verpasste er verletzungsbedingt, am vorletzten Wochenende stürzte er im Zweierbob. Anschieber Christopher Weber zog sich beim Rutsch durch die Eisrinne von Altenberg (Sachsen) so schwere Verbrennungen zu, dass ihm an die Schulter Haut transplantiert werden musste.

So bekam am Königssee Christian Rasp die Chance, mit Lochner auch im Zweierbob zu starten. Der ehemalige Sprinter aus dem unterfränkischen Mainbernheim (Lkr. Kitzingen), von seiner körperlichen Konstitution eher für den Viererbob prädestiniert, sorgte zwei Mal für die zweitbeste Startzeit. So reichte es am Ende für Lochner/Rasp ausgesprochen überraschend zu Rang drei im Weltcup hinter dem im Zweierbob derzeit unschlagbaren Friedrich und dem Kanadier Justin Kripps sowie zu Rang zwei in der EM-Wertung.

„Im Zweierbob steht man als Anschieber mehr im Mittelpunkt. Da versucht man, sich zu gut wie möglich zu präsentieren“, sagte Rasp. Bei aller Bescheidenheit räumte der 29-Jährige aber ein: „Für mich war es ein fast perfektes Wochenende.“ Pilot Lochner lobt seinen Mitstreiter: „Christian fährt jetzt seit drei Jahren bei mir. Ich weiß, dass ich mich immer auf ihn verlassen kann.“

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