Wolfsburg/Mainz

Fastnacht wird gefeiert: Harte Kritik an Mainzer Team

VfL Wolfsburg gegen FSV Mainz 05
Getrübte Stimmung: Die Mainzer Jean-Paul Boetius (l-r), Jean-Philippe Mateta und Karim Onisiwo bleiben nach dem Schlusspfiff nach auf dem Spielfeld. Foto: Peter Steffen/dpa

Eines stellte Achim Beierlorzer gleich nach dem 0:4 in Wolfsburg klar: Selbstverständlich werde seine Mannschaft am Mainzer Rosenmontagszug teilnehmen. Wegen eines schweren Rückschlags im Abstiegskampf sagt man in dieser Stadt kein Fastnachtsvergnügen ab.

„Mainz 05 ist ein Karnevalsverein”, sagte Beierlorzer. „Und wenn wir ein Karnevalsverein sind, dann gehen wir auf den Rosenmontagszug und werden das entsprechend feiern.” Ein kleines „Aber” folgte dann aber doch: „Danach müssen wir sofort umswitchen und unsere Aufgabe am kommenden Wochenende sehen.”

Am kommenden Wochenende spielt der Tabellen-15. Mainz gegen den Tabellenletzten SC Paderborn. Am Wochenende darauf dann gegen den Tabellen-16. Fortuna Düsseldorf und wieder eine Woche später beim Tabellen-13. 1. FC Köln. „Jetzt haben wir unsere direkten Konkurrenten vor der Brust. Das beginnt mit dem nächsten Spiel gegen Paderborn - und das wollen und müssen wir gewinnen”, sagte Beierlorzer. „Die nächsten Spiele werden entscheidend für uns sein. Die sind absolut richtungsweisend. Und wir müssen in diesen Spielen ganz klar eine andere Ausstrahlung auf den Platz bringen.”

Denn eines hat im Sonntagabendspiel der Fußball-Bundesliga jeder gesehen: Wenn die Mainzer noch einmal so spielen wie in Wolfsburg, dann werden sie auch gegen Paderborn, Düsseldorf oder Köln kaum etwas holen. Dann ist der Vorsprung von zwei Punkten auf den Relegationsrang und immer noch fünf Punkten auf einen direkten Abstiegsplatz schnell wieder dahin. „Eine bundesligareife Vorstellung haben heute unsere Fans gezeigt”, sagte Sportvorstand Rouven Schröder nach den Gegentoren durch Josip Brekalo (21.), Renato Steffen (45./68.) und Yannick Gerhardt (49.) - nicht aber die Spieler.

Gerade weil die nächsten Spiele so wichtig sind, fiel auch die Reaktion der Verantwortlichen auf die Leistung in Wolfsburg so schonungslos aus. „Das war heute in der Form nicht akzeptabel”, sagte Schröder. „Es ist wichtig, sich ganz klar die Meinung zu sagen, sich ins Gesicht zu schauen und selbstkritisch zu sein. Es muss in die Köpfe rein, dass wir es mit solchen Auftritten schwer haben werden.”

Dieser Auftritt traf die Mainzer auch deshalb so hart, weil sie zuvor gegen Schalke 04 (0:0) und Hertha BSC (3:1) so überzeugt hatten. „Das zieht sich durch die gesamte Saison: Dass uns die Konstanz fehlt”, sagte Torwart Robin Zentner. Zum gleichen Zeitpunkt der Hinrunde war das besonders gut zu beobachten. Da holten die Mainzer aus den drei Schlüsselspielen gegen Paderborn (2:1), Düsseldorf (0:1) und Köln (3:1) noch sechs Punkte, ehe es rund um den Trainerwechsel von Sandro Schwarz zu Beierlorzer richtig verrückt wurde: 0:8 in Leipzig, 2:3 gegen Union Berlin und auf einmal ein 5:1 in Hoffenheim. Nach dem Spiel in Wolfsburg wäre man mit einer vergleichbaren Punkteausbeute in den nächsten sechs Spielen vermutlich sogar zufrieden.

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