Rom

Goldenes Rom 2009: Biedermann schlägt Phelps

WM 2009
Michael Phelps (l) und Paul Biedermann bei der WM 2009 in Rom. Foto: Kerim Okten/EPA

Für Paul Biedermann veränderte dieser WM-Tag sein Leben, bei Britta Steffen kam Verliebtheit auf, und auch Thomas Lurz schwärmt noch heute von den goldenen Weltmeisterschaften vor zehn Jahren.

Bei den Titelkämpfen in Rom starteten die Freiwasserschwimmer damals mit herausragenden Resultaten - ähnlich denen der Generation Florian Wellbrock bei den aktuellen Titelkämpfen in Gwangju. Eine Goldmedaillenflut oder gar Weltrekorde, wie sie Steffen und Biedermannn danach im Foro Italico glückten, sind diesmal im WM-Becken nicht zu erwarten. Erfreuliche WM-Resultate und Medaillen sind in Südkorea aber allemal drin.

„Meist ist der erste Start der wichtigste überhaupt. Diese Leichtigkeit kann das ganze Team beflügeln”, sagte die 35-jährige Steffen der Deutschen Presse-Agentur. Die Doppel-Olympiasiegerin von Peking blickt gerne auf die Weltmeisterschaften in Italiens Hauptstadt zurück. „Das sind ganz besondere Erinnerungen. Rom war der beste und schönste Wettkampf meines Lebens”, sagte die Mutter eines Sohnes. „Der ganz große Druck war durch Olympia schon etwas weg.”

Steffen gewann damals über die 50 und 100 Meter Freistil - jeweils in Weltrekordzeit. Mittlerweile führt die Schwedin Sarah Sjöström diese Ranglisten an. Biedermanns Zeiten bei den Titeln über 200 und 400 Meter Freistil sind unerreicht. „Ende Juli dieses Jahres sind es dann zehn Jahre. Ich bin der Meinung, Rekorde sind dafür da, um gebrochen zu werden. Aber natürlich bin ich froh darüber, diese Weltrekorde so lange halten zu können”, sagte Biedermann.

Sein langjähriger Trainer Frank Embacher ist in Gwangju übrigens als Teamcoach in wichtiger Rolle bei den Beckenschwimmern dabei. Der frühere Steffen-Trainer Norbert Warnatzsch unterstützt den neuen Schwimm-Teamchef Bernd Berkhahn in der täglichen Arbeit.

Zehn Jahre nach den Titelkämpfen in Rom denkt Biedermann immer noch gerne an den Triumph über Rekordolympiasieger Michael Phelps (USA) am 28. Juli. „Dieser Tag hat mein Leben nachhaltig verändert. Alles, was danach kam, hatte indirekt mit diesem Rennen zu tun”, sagte Biedermann der Deutschen Presse-Agentur. „Niemals hätte das Rennen so einen Stellenwert bekommen, wenn ich nicht gegen Michael Phelps gewonnen hätte. Dessen bin ich mir immer bewusst gewesen.” Stadion, Zuschauer und Atmosphäre würden „immer” in Erinnerung bleiben.

Biedermann konnte damals an einer Audienz beim Papst teilnehmen und übergab Benedikt XVI. zu aller Gaudi Kappe und T-Shirt, Steffen musste auf den Ausflug nach Castel Gandolfo verzichten. „Ich habe mich ein bisschen geärgert, dass ich wegen der 50 Kraul nicht zum Besuch beim Papst konnte. Aber Rom war ein wunderbarer Wettkampf.”

Auch privat. Denn damals kamen sich Paul und Britta näher, waren später über viele Jahre das Traumpaar des deutschen Schwimmsports. „Ich habe mich viel mit Paul dort unterhalten, und wir haben ganz viele Parallelen festgestellt. Vielleicht kam damals schon ein bisschen Verliebtheit auf, aber damals waren wir beide noch in Beziehungen”, sagte Steffen.

Die Gluthitze hat die mehrmalige WM-Medaillengewinnerin auch nicht vergessen. „Wenn man auf dem Startblock stand, dachte man, wann darf ich endlich reinspringen, mir verbrennen ja hier die Füße”, schilderte Steffen. Der heiße Juni dieses Sommers erinnerte sie wiederholt an die Rom-WM.

Biedermann beendete nach Olympia 2016 seine Karriere, schon 2013 nahm Steffen Abschied vom Leistungssport. Der dritte Doppel-Goldmedaillengewinner von einst, Thomas Lurz, trat 2015 zurück. „Rom war eine super WM. Man denkt noch oft daran, aber die Rennen waren nicht leicht, weil es sehr wellig war. Also ein richtiges Open-Water-Rennen”, sagte Lurz. Außer ihm gewann Angela Maurer in Italien 2009 noch einmal WM-Gold im Freiwasser.

„Solche Bedingungen wie in Rom hätte ich mir gerne bei Olympia in Peking und in London mal gewünscht”, sagte Lurz. Auf ruhigen Gewässern verpasste der zwölfmalige Weltmeister bei Silber und Bronze zweimal knapp das anvisierte Ziel. In Tokio 2020 traut der 39-Jährige dem 21-jährigen Wellbrock zu, dieses Kunststück zu schaffen.

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