Dallas

Goodbye, Dallas

Nach zehn Tagen bei einem wirklich höflichen Völkchen stellt sich die Frage: Was bleibt in Erinnerung - außer dieser sporthistorische Moment?
Dirk Nowitzki an dem Abend, an dem er seinen Rücktritt verkündet. Foto: Ronald Martinez, dpa

Und erneut ist es für jemanden an der Zeit, Abschied zu nehmen. Spannende Tage mit außergewöhnlichen Momenten und hochemotionalen Augenblicken, mit ziemlich wenig Schlaf und viel Zeit im Hotelzimmer, mit oft schlechtem Bier und viel halbwegs trinkbarem Kaffee gehen zu Ende. Was also bleibt nach zehn Tagen Dallas in Erinnerung – neben diesem sporthistorischen Moment mit dem Rücktritt einer Basketball-Ikone?

Zuvorderst einmal die Dallasianer. Zwar irritierte anfangs die ständige Fragerei nach dem Wohlbefinden . "How are you?" Gerne auch in der Kurzform "Howdy?" Beim Betreten des Hotels. Beim Verlassen. Beim Einsteigen ins Taxi. Im Restaurant. Immer die Frage, wie es einem denn geht. Es hat ein wenig gedauert, bis klar wurde: "Howdy" ist nicht viel mehr als zu Hause ein "Servus". Oder fränkischer: ein "Grüß Gott!" Oft wollen die gar nicht wissen, wie es einem geht. Aber Hand aufs Herz: Das wollen die Deutschen ja oft auch nicht bei der Frage: Wie geht's Dir? Und trotzdem: Selten in der Fremde ein so zuvorkommendes und höfliches Völkchen erlebt wie in Texas.

Monica betreibt einen Tex-Mex-Laden. Foto: Thomas Brandstetter

Was also bleibt in Erinnerung? Natürlich Monica! Die Inhaberin des Tex-Mex-Ladens "Monica’s" gegenüber der Herberge. Was für eine Marke! Selten in so kurzer Zeit so viel erfahren über einen Menschen wie über die Mexikanerin, bei der es sich genauso verboten hat, nach dem Alter zu fragen wie es zu schätzen. Das dort aus einer Dose in ein Glas gepresst bekommenes Bier hat sich ins Gehirn tätowiert.

Im Museum "The Sixth Floor" in Dallas. Foto: Thomas Brandstetter

"The Sixth Floor Museum" und die Dealey Plaza, dieser heute recht unscheinbare Ort, an dem vor bald 56 Jahren John Fitzgerald Kennedy ermordet wurde. Selten an einem Ort so tief so beeindruckend gut aufbereitete Geschichte inhaliert wie an Main und Elm Street.

DerReunion Tower, das Wahrzeichen der Stadt, am Abend des 9. April. Nur wer sich das Selbstverständnis der Texaner vor Augen hält, die ihre eigene Lone Star Flagge noch höher hängen als die US-Fahne, kann erahnen, was es wirklich bedeutete, dass die Kugel auf dem Turm kurz nachdem Nowitzki seinen Rücktritt verkündet hatte, in Schwarz, Rot und Gold erstrahlte und "Danke Dirk!" aufleuchtete. Unbelieveable!

So far. Dallas, Du warst ein toller Gastgeber. Bye for now! Servus.

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