Fussball: Bundesliga

Heißer Kandidat für den Club-Sportvorstand

Erfolgreich als Geschäftsführer Sport beim SC Paderborn tätig und vielleicht bald Vorstand Sport beim 1. FC Nürnberg: Markus Krösche. Foto: pmk, imago

Seit über fünf Wochen ist der 1. FC Nürnberg nun schon ohne sportliche Führung. Am 11. Februar war Sportvorstand Andreas Bornemann, der Trainer Michael Köllner nicht schassen wollte und dann vor ihm gehen musste, beurlaubt worden. Schon damals hatte Thomas Grethlein, der Vorsitzende des  zuständigen Aufsichtsrates, für die Neubesetzung der Position einen Zeitraum von bis zu acht Wochen veranschlagt.

Dass es tatsächlich so lange dauern könnte, liegt nicht etwa daran, dass es für einen dem Abstieg geweihten und in seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten sehr beengten Verein keine Kandidaten geben würde. Der Aufsichtsrat sei überrascht über die reiche Zahl der Bewerbungen, sagte Grethlein den "Nürnberger Nachrichten"  bereits vor drei Wochen. Das Gremium lässt sich einfach Zeit, um beim Partner von Finanzvorstand Niels Rossow nicht daneben zu liegen. 

Aus dem Nichts einen Meister-Kader zusammengestellt

Mittlerweile hat sich ein heißer Kandidat herauskristallisiert - zumindest, wenn man übereinstimmenden Medienberichten Glauben schenken darf. Es handelt sich um Markus Krösche, den Geschäftsführer Sport beim Zweitligisten SC Paderborn. Der 38-Jährige soll am Dienstag zu ersten Gesprächen in Nürnberg gewesen sein. Krösche hat einen guten Namen in der Branche, weil es ihm im Sommer 2017 gelang, aus dem Nichts einen Kader zusammenzustellen, mit dem Paderborn Meister der 3. Liga wurde. Eigentlich waren die Ostwestfalen zuvor bereits abgestiegen und wären in die Regionalliga durchgereicht worden, nahmen dann aber den durch den Lizenzentzug für 1860 München freigewordenen Platz in der 3. Liga ein. Auch in der zweiten Liga spielt Paderborn derzeit mit Platz sieben eine gute Rolle. 

Der gebürtige Hannoveraner Krösche hat noch einen bis 2022 gültigen Vertrag. Es kann also sein, dass für ihn eine Ablösesumme fällig wird. Wie der "Kicker" berichtet, würde er als Kaderplaner aus Paderborn Martin Przondziono mitbringen. Der 49-Jährige spielte zwischen 1994 und 1996 beim Club und war von 2014 bis 2016 auch Leiter der Scoutingabteilung des FCN.   

Ein Kandidat mit erheblichem Stallgeruch

Noch mehr Stallgeruch als Przondziono würde Per Nilsson mitbringen.  Der Schwede spielte von 2010 bis zum Bundesliga-Abstieg 2014 in der Innenverteidigung des FCN. Momentan ist der 36-Jährige sportlicher Leiter der Nachwuchsabteilung  bei RB Leipzig. Als dritter Kandidat wird in Medienberichten Stephan Schwarz, der technische Direktor des FC Augsburg, genannt. Laut "Kicker" sei die Spur zu dem 48-Jährigen inzwischen aber "komplett erkaltet". 

Der neue Sportvorstand, wie er denn auch heißen wird, wird sehr schnell sehr viel Arbeit haben. Es gilt natürlich, personell die Weichen für die nächste Saison zu stellen, die der FCN aller Voraussicht nach wieder in der Zweiten Liga bestreiten wird. Vertragslaufzeiten waren in der Ära von Bornemann nicht veröffentlicht worden. Von daher ist unklar, wie viele Spieler nur bis Saisonende an die Nürnberger gebunden sind.

Gestaltet der Club seine voraussichtliche Abschiedstournee weiter erträglich, wäre es aber wohl kein Muss, das Personal weitgehend auszuwechseln. Gleiches gilt für die Person des Trainers. Boris Schommers, der vormalige Köllner-Assistent, machte das Auftreten der Mannschaft stabiler, aber Wunderdinge kann auch er nicht vollbringen. Dem 0:0 zu seinem Einstand gegen Dortmund folgten vier Niederlagen mit jeweils einem Tor Unterschied - zuletzt mit 0:1 in Frankfurt. Aber bei keiner konnte man sagen, dass sie unverdient gewesen wäre. Nun bleibt es abzuwarten, wie der neue Sportvorstand die Lage einschätzt.

Dass der Hauptsponsor, die Nürnberger Versicherung, die Zusammenarbeit am Mittwoch bis 2022 verlängerte, wurde als positives Signal in sportlich schwierigen Zeiten gewertet. "Wir haben mittelfristig die klare Vision, den Club als Erstligist zu etablieren", sagte Finanzvorstand Rossow bei der Verkündung der Vertragsverlängerung. Das wird jedoch nur gehen, wenn er weitere starke Geldgeber findet.

Schlichtungsverfahren mit dem Ex-Trainer

Mit Ex-Trainer Köllner gibt es derzeit ein außergerichtliches Schlichtungsverfahren, um einen Gang vor das Arbeitsgericht zu verhindern.  Der Hintergrund des Nachspiels der einstigen Traum-Ehe: Köllner will geklärt haben, welche Folgen die Freistellung für seine weitere Bezahlung hat. 

Rückblick

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