Magdeburg

Innenminister wollen härtere Strafen prüfen

Andreas Rettig       -  Hält nichts von Haftstrafen beim Thema Pyros in den Stadien: Andreas Rettig.
Hält nichts von Haftstrafen beim Thema Pyros in den Stadien: Andreas Rettig. Foto: Sina Schuldt

Wer im Fußballstadion mit Böllern oder Bengalos zündelt, muss wohl bald mit härteren Strafen rechnen.

Vertreter von SPD- und unionsgeführten Bundesländern haben sich nach dpa-Informationen in Magdeburg darauf verständigt, ein schärferes Vorgehen zu prüfen. Die Einigung muss von den Innenministern bei ihrem bis Freitag dauernden Treffen aber noch bestätigt werden. Eine Arbeitsgruppe soll demnach „geeignete Maßnahmen” erarbeiten.

Derzeit gilt das Zünden von Bengalos und Böllern als Ordnungswidrigkeit und wird mit einem Bußgeld belegt. Hier könnten härtere Bußgelder fällig werden - auch eine Einstufung als Straftat soll geprüft werden. Zudem wollen die Minister auf die Verantwortung der Veranstalter hinweisen, die Maßnahmen für einen sicheren Verlauf von Spielen zu verstärken.

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) sagte: „Ein sehr hohes Bußgeld von 5000 bis 10.000 Euro könnte schon wirkungsvoll sein.” Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erklärte: „Ich persönlich bin hier für eine deutlich härtere Vorgehensweise des Staates, auch was die Strafbarkeit betrifft. Das was hier ja beinahe jede Woche geschieht, ist nicht verantwortlich.”

Sportvorstand Rouven Schröder vom Bundesligisten FSV Mainz 05 sagte am Donnerstag: „Eine Verschärfung ist sicherlich sinnvoll. Aber wir dürfen den Dialog nicht abreißen lassen. Da das Problem ja nicht auf die Bundesliga beschränkt ist, sondern auch andere Ligen in Europa betroffen sind, ist eine klare Linie erforderlich. Wir sollten den laufenden Prozess abwarten, ehe wir abschließend urteilen.”

Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) hatte vorgeschlagen, das Zünden von Bengalos und anderer Pyrotechnik in Stadien oder auf Demonstrationen künftig mit Haft zu bestrafen.

In der Fan-Szene sorgt der Vorstoß bereits für heftige Diskussionen. Der Geschäftsführer des Zweitligisten FC St. Pauli, Andreas Rettig, hatte sich gegen mögliche Haftstrafen verwahrt. „Das ist Effekthascherei, das hat mir nicht gefallen”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur bei einer Veranstaltung anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) in Berlin. Der Vorschlag sei überzogen: „Das hilft niemandem und ist nicht zielführend.”

Weitere Artikel

Schlagworte

  • dpa
  • 1. FSV Mainz 05
  • Andreas Rettig
  • Andy Grote
  • Boris Pistorius
  • Bußgelder
  • CDU
  • CSU
  • Deutscher Fußball-Bund
  • Fußballstadien
  • Herbert Reul
  • Holger Stahlknecht
  • Horst Seehofer
  • Joachim Herrmann
  • Peter Beuth
  • SPD
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!