Oberhof

Kühn sprintet auf Rang drei im Oberhofer Regen

Deutsche Biathlon-Männer überzeugen beim Heim-Weltcup trotz des schlechten Wetters. Warum Martin Fourcade keine Probleme hatte zu gewinnen.
Dritter beim Sprint-Rennen in Oberhof: Biathlet Johannes Kühn überzeugte beim Sieg von Martin Fourcade als bester Deutscher. Foto: Hendrik Schmidt

Nieselregen, schlechte Strecke - die Verhältnisse für die Biathleten beim Sprintrennen in Oberhof waren alles andere als ideal. Und dennoch hatten vor allem die deutschen Männer Grund zur Zufriedenheit: Johannes Kühn wurde mit 33 Sekunden Rückstand und einem Schießfehler Dritter, sein bestes Resultat in dieser Saison. Olympiasieger Arnd Peiffer wurde Siebter, Philipp Horn 13.

Vor 11 000 Besuchern in der Arena am Rennsteig und entlang der Strecke gewann der Franzose Martin Fourcade überlegen. Er leistete sich keine Fehler am Schießstand und hatte nach starker Laufleistung 25,5 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkameraden Emilien Jacquelin. Fourcade profitierte allerdings auch davon, dass der Dominator dieses Biathlon-Winters, der norwegische Weltcup-Führende Johannes Thingnes Boe, in Oberhof und nächste Woche in Ruhpolding nicht startet, weil seine Frau Hedda zu Hause das erste gemeinsame Kind erwartet und er bei der Geburt dabei sein will.

Olympiasieger Fourcade, der in dieser Saison gegen den bisher fünfmaligen Sieger Boe keine Chance hatte, vermisst seinen Rivalen dennoch: "Ich möchte mich immer mit dem Besten messen", so Fourcade, der selbst erst lernen muss, nicht mehr der alles bestimmende Athlet zu sein, der er bis zu den Olympischen Winterspielen 2018 in Russland war. In Oberhof holte Fourcade im achten Rennen seinen zweiten Saisonsieg, vor allem "weil ich gleich von Anfang an mein Tempo gemacht habe und wusste, dass ich das so laufen kann". Dank der wieder gewonnenen Ruhe am Schießstand ein letztlich souveräner Sieg.

Kühn mit zweitbester Laufzeit

Der 28-jährige Johannes Kühn strahlte nach Rang drei über das ganze Gesicht, "natürlich bin ich zufrieden". Ein wenig ärgerte er sich über den einen Schießfehler im Stehend-Anschlag, ohne den er wohl Zweiter geworden wäre, "denn die Verhältnisse waren beherrschbar". Vor allem seine Laufform beeindruckte, er war der Zweitschnellste von 111 Startern. "Das Laufen war ok, nichts Spezielles", kommentierte der Bayer das nüchtern.

Gewohnt gelassen kommentierte auch Arnd Peiffer sein Rennen. In Östersund zum Saisonauftakt erlebte er nach einem Sturz, bei dem der Schaft seines Gewehrs brach, noch ein Desaster, seither aber hat sich der 32 Jahre alte Sprint-Olympiasieger von Sotschi stabilisiert. Über Silvester war er erkältet, "insofern bin ich noch nicht bei 100 Prozent, aber habe heute was Gutes daraus gemacht".

Das galt auch für Philipp Horn als 13., nicht aber für Simon Schempp und Benedikt Doll, die als 43. und 44. unter ferner Liefen landeten. Doll warfen vier Schießfehler zurück, Schempps Leistung hinterließ aber noch mehr Sorgenfalten: Er verfehlte die 50 Meter entfernten Scheiben nur einmal, ist aber läuferisch komplett außer Form und hatte über zwei Minuten Rückstand auf Sieger Fourcade.

Schlechtes Wetter zwingt zu Änderungen an der Strecke

Die Organisatoren mussten in der Nacht und am Morgen kräftig an der Strecke und vor allem am Schießstand arbeiten, außerdem liefen die Männer nicht auf der gewohnten 3-Kilometer-Loipe, sondern in einem anderen Rhythmus auf einer 2,5 Kilometer langen Runde.

Weil im Thüringer Wald kein Schnee liegt und auch die Produktion der 37 Schneekanonen im Vorfeld zusätzlich zum eingelagerten Schnee nicht ausgereicht hatte, war der für die World Team Challenge in der Veltins-Arena auf Schalke produzierte Kunstschnee auf mehr als 30 LKW aus dem 400 Kilometer entfernten Gelsenkirchen nach Oberhof gefahren worden. Die Organisatoren präparierten damit die Loipen am Grenzadler, aber am Mittwoch und Donnerstag regnete es langanhaltend und setzte der Strecke zu. Umweltschützer hatten den Schnee-Transport kritisiert.

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