Moskau

Moskaus Ermittler werfen Wada mangelnde Kooperation vor

Wada
Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat Russland mit einer vierjährigen Sperre belegt. Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Wegen veränderter Datensätze aus dem Labor hatte die Wada am 9. Dezember neue Sanktionen gegen Russland verhängt. Das Land wurde etwa für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio und 2022 in Peking gesperrt. Das Ermittlungskomitee in Moskau teilte nun mit, dass die umstrittenen Labordaten nicht in Russland geändert worden seien.

Russland habe der Wada vielmehr nicht manipulierte und authentische Datensätze übergeben, sagte Behördensprecherin Swetlana Petrenko in einer Videobotschaft. Das sei das Ergebnis einer komplexen computertechnischen Expertise. Russlands Anti-Doping-Behörde (Rusada) geht gegen die Wada-Sanktionen beim Sportschiedsgericht Cas vor.

Russland sieht den früheren Moskauer Laborchef Grigori Rodtschenkow als Drahtzieher der Datenmanipulation. Der von Russland per Haftbefehl gesuchte Ex-Funktionär hatte sich in die USA abgesetzt. Er gilt als Kronzeuge der Vorwürfe des staatlichen Dopings in Russland. Die Sportnation fordert seit langen die Möglichkeit eines Verhörs des Mannes - zumindest per Videoschalte. Russische Behörden werfen Rodtschenkow vor, selbst ein Doping-System geschaffen zu haben.

Nach Darstellung des Ermittlungskomitees ist die Wada bei ihrer Entscheidung über neue Sanktionen gegen Russland manipulierten Datensätzen aufgesessen. Es geht um Daten zu Dopingtests bei russischen Sportlern für die Jahre zwischen 2012 und 2015.

Die Wada habe die Originaldatensätze abgeglichen mit einem Archiv-Exemplar Rodtschenkows, das aus dem Ausland geändert worden sei. Das legten Zugriffe von deutschen und amerikanischen IP-Adressen auf diese Datensätze nahe. Ein Protokoll mit den ausländischen Eingriffen sei der Wada übergeben worden, sagte Petrenko.

Versuche, diese Widersprüche aufzuklären, scheiterten am fehlenden Willen der Wada, hieß es in Moskau. Russische Ermittler würden etwa daran gehindert, Rodtschenkows elektronische Datensätze zu untersuchen. Russland habe ein Interesse an der Wahrheit, betonte Petrenko. Nach den seit 2015 andauernden Enthüllungen hat Russland zwar massive Probleme eingeräumt mit Doping, sieht sich aber insgesamt als Opfer einer internationalen politischen Kampagne.

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