München

Nach Müllers Ja: Flick hofft auf Einigung bei Neuer & Co.

Thomas Müller       -  Hat Klarheit geschaffen und beim FC Bayern München bis 2023 verlängert: Thomas Müller applaudiert.
Hat Klarheit geschaffen und beim FC Bayern München bis 2023 verlängert: Thomas Müller applaudiert. Foto: Sven Hoppe/dpa

Hansi Flick steckte sich den Kopfhörer ins Ohr, nahm fix noch einen Schluck Wasser - dann begann die erste Videochat-Pressekonferenz des FC Bayern.

Am Tag der vorzeitigen Vertragsverlängerung von Thomas Müller und wenige Tage nach seinem eigenen neuen Langfrist-Kontrakt liebäugelte der zur Dauerlösung auf dem Cheftrainer-Posten beförderte Flick schon mit den nächsten wegweisenden Personalentscheidungen bei Kapitän Manuel Neuer & Co.

„Alle die, die gerade in Vertragsverhandlungen stehen, haben enorme Entwicklungen gehabt in dem letzten halben Jahr und waren unsere Leistungsträger”, sagte der 55-Jährige. „Der Verein weiß das natürlich auch, was er an diesen Spielern hat. Ich hoffe, dass das in die richtige Richtung geht.”

Stunden zuvor hatte der unter Flick erstarkte Müller gelächelt, als er sein Trikot mit dem in der Coronavirus-Krise notwendigen Sicherheitsabstand zu den Chefs in die Höhe hielt. Der bis 2021 laufende Vertrag wurde vorzeitig bis zum 30. Juni 2023 verlängert. „Der Verein und auch ich waren in den letzten Monaten im Aufschwung. Dieses Gefühl hat natürlich dazu beigetragen, dass man mit einem absolut guten Gefühl unterschreibt”, erklärte der 30-jährige Müller.

Bayern-Vorstand Oliver Kahn rühmte Müller als „Identifikationsfigur” mit weltweitem Bekanntheitsgrad. Attribute, die auch auf Neuer zutreffen. Während alle Seiten betonten, wie problemlos die Verhandlungen mit dem Paradebayer Müller liefen, scheint es bei Neuer und dem Verein schwieriger zu sein. „Nicht nur ich, sondern alle würden sich freuen, wenn er verlängert”, warb Flick.

Der Rekordchampion und sein Star-Torwart bei dessen wohl letztem großen Kontrakt sollen in der Frage nach der Laufzeit klar auseinander liegen. Im reiferen Profi-Alter sind kürzere Laufzeiten beim FC Bayern üblich. Bei Neuer kommt hinzu, dass der für fünf Jahre verpflichtete Alexander Nübel als künftiger Nachfolger im Sommer vom FC Schalke kommt.

Die Verträge des Kapitäns sowie die von Jérôme Boateng (31), David Alaba (27), Javi Martínez (31), Thiago (28) und Sven Ulreich (31) laufen wie der alte Müller-Kontrakt im kommenden Sommer aus. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte zuletzt betont, dass die bisherigen Angebote „ohne Corona-Discount” seien. Ohne freilich zu verraten, wer ein solches offeriert bekam.

Flick sprach am Dienstag vor einigen Reportern namentlich von Neuer, Alaba und Thiago, bei denen er sich eine baldige Einigung wünschen würde. Auch mit der Entwicklung von Ex-Nationalspieler Boateng, gegen den der Verein wegen des Verstoßes der Corona-Vorgaben jüngst eine Geldstrafe verhängte, zeigte sich der langjährige Assistent von Joachim Löw zufrieden. „Er muss entscheiden, wo sein Weg hingeht”, sagte Flick.

Entscheiden muss auch der Verein - und hier hat Flick laut Boss Rummenigge ein „Mitspracherecht” bei der Kaderplanung. Dass er die Zukunft des FC Bayern (mit-)gestalten soll, dokumentiert auch der langfristige Vertrag bis 2023. Logischerweise gilt sein Wort erst recht für das Team aus Betreuern und Co-Trainern, bei dem zuletzt immer wieder der Name Miroslav Klose als potenzieller Neuzugang fiel.

Der 41-jährige Klose ist bis zum Saisonende als Coach der Münchner U17 gebunden. Im Sommer beginnt der WM-Rekordtorschütze dann den Fußballlehrer-Lehrgang. „Es ist natürlich klar, dass ich mit Miro gesprochen habe. Aber ich werde noch mit dem einen oder anderen sprechen”, sagte Flick. „Ich glaube, dass er für unser Trainerteam eine Bereicherung wäre”, betonte Flick.

Das würde im Spielerkader auf Leroy Sané (Manchester City) und Timo Werner (RB Leipzig) zutreffen, zwei mögliche Neuzugänge. Zu einer Aussage über seine Präferenz ließ sich Flick aber nicht locken. Die Einschätzung, dass er sich den FC Bayern „durchaus mit zwei Spitzen” vorstellen könnte, spricht zumindest nicht gegen Werner.

Flick berichtete in seiner ersten Pressekonferenz seit einem Monat und dem Beginn der durch die Corona-Krise bedingten Zwangspause von den Einheiten seiner Star-Auswahl in Kleingruppen. Bei allem Engagement im Training per Videoschalte seien alle „sehr froh” gewesen, „dass sie zwei Tage auf dem Platz waren und wieder mit dem Ball gearbeitet haben.” Wann wieder richtig trainiert und dann gespielt werden kann, weiß keiner genau. Aber der FC Bayern werde vorbereitet sein, versicherte Flick. „Ob Anfang, Mitte oder Ende Mai oder Anfang Juni: Wir sind bereit, wenn es losgeht.”

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