Fussball

Robin Hack macht den Unterschied

Der U-21-Nationalspieler erzielt beide Treffer zum 2:0-Sieg des 1. FC Nürnberg gegen Dynamo Dresden. Mit dem Erfolg im Kellerduell beendet der Club seine schwarze Serie.
Doppeltorschütze und Nürnberger Sieggarant: Robin Hack.
Doppeltorschütze und Nürnberger Sieggarant: Robin Hack. Foto: Timm Schamberger

Das war bitter nötig. Der 1. FC Nürnberg hat mit dem 2:0 (1:0)-Sieg im Kellerduell der 2. Bundesliga gegen Dynamo Dresden seine schwarze Serie von neun Punktspielen ohne Sieg beendet. In der Tabelle verbesserten sich die Nürnberger vorerst auf den 14. Tabellenplatz, können aber wieder auf den Relegationsrang zurückfallen, wenn der FC St. Pauli gegen Tabellenführer Arminia Bielefeld punktet. Auch für Club-Trainer Jens Keller war es mit dem ersten Sieg unter seiner Regie im fünften Anlauf ein versöhnlicher Jahresausklang. "Wir sind alle wahnsinnig erleichtert, dass wir mit einem Erfolgserlebnis ins neue Jahr gehen", sagte Keller.

Der Einbruch in der Schlussphase gegen Kiel (nach 2:0-Führung nur ein 2:2) hatte Keller nicht zu einem größeren Umbau seiner Startelf bewogen. Er nahm nur eine Änderung vor: Georg Margreitter, der in den letzten sieben Punktspielen wegen seiner Achillessehnenprobleme gefehlt hatte, kehrte in die Innenverteidigung zurück und verdrängte Lukas Mühl auf die Ersatzbank. Der routinierte Österreicher hatte großen Anteil daran, dass endlich wieder ein zu Null gelang.

Ein Fragezeichen hatte hinter dem Einsatz von Robin Hack gestanden, der gegen Kiel einen Schlag abbekommen hatte. Doch Hack lief auf und machte deutlich, dass er der Spieler sein kann, der den Unterschied ausmacht. Zwei Mal ging der U-21-Nationalspieler aus dem Mittelfeld mit dem Ball davon, blieb aber in der Dresdner Abwehr hängen. Die dritte auffällige Aktion des ehemaligen Hoffenheimers sorgte für die Nürnberger Führung. Hanno Behrens nahm an der Torauslinie den Kopf hoch, suchte Hack und der traf den überlegten Flankenball zwar nicht voll, setzte ihn aber so genau neben den Pfosten, dass Dynamo-Schlussmann Kevin Broll vergebens flog (33. Minute).

"Wir sind alle wahnsinnig erleichtert, dass wir mit einem Erfolgserlebnis ins neue Jahr gehen."
Club-Trainer Jens Keller

Die Nürnberger Führung durch Hacks fünftes Saisontor war nicht unverdient. In den ersten zehn Spielminuten hatte der Club viel Betrieb gemacht, den Ball häufig in den Strafraum der Gäste befördert, war aber zu keinen klaren Chancen gekommen. Mit dem ersten Warnschuss durch Niklas Kreuzer, den FCN-Torwart Felix Dornebusch aber sicher aufnahm (11.), entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel auf mäßigem Niveau. Auch wenn Keller von einer "sehr guten ersten Halbzeit" sprach, waren die spielerischen Qualitäten der Nürnberger  zu bescheiden, um gegen das mit dem letzten Aufgebot angetretene Schlusslicht wirklich zwingend zu werden. Mittelstürmer Michael Frey überraschte mit einem glattrasierten Schädel, war aber gut abgeschirmt und kaum im Spiel.

Die klarste Club-Chance hatte noch Fabian Schleusener, der nach einem halben Jahr Pause wegen eines Beinbruchs zum dritten Mal in Folge in der Startelf stand. Er prüfte Torwart Broll nach Hackentrick von Behrens aus vollem Lauf, aber zu unplatziert (24.). Mit der Führung gewann der Club immerhin an Sicherheit und produzierte auch einige gute Ballstafetten. 

Schrecksekunde durch Dresdens Kone

Mit Wiederbeginn ersetzte beim Club Tim Handwerker als Linksverteidiger den angeschlagenen Enrico Valentini. Die Nürnberger erlebten gleich eine Schrecksekunde. Bei einem Dresdner Überzahlkonter entschloss sich Moussa Kone, den Abschluss selbst zu suchen, aber Dornebusch klärte zur Ecke (49.). Da hatten sich die 3000 Dynamo-Fans unter den 29 741 Zuschauern mehr erhofft. Besser machte es wenig später der Club, wieder mit den beiden Protagonisten des ersten Treffers. Behrens lupfte den Ball ins Strafraumzentrum, wo Hack angerauscht kam, die Kugel mit dem Oberschenkel annahm und sie volley zum 2:0 verwertete (53.). "Genau so geht schöner Fußball", jubelte der Stadionsprecher. Diesbezüglich war man in Nürnberg in dieser Saison bisher auf Entzug gesetzt.

Mit 2:0 hatte der FCN auch gegen Kiel vorne gelegen. Würde sich die Mannschaft erneut die Butter vom Brot nehmen lassen? Dresden musste nun etwas probieren und griff auch mit einigem Elan, aber zu wenigen Ideen an. Die Nürnberger Defensive stand sicher, aber Keller vermisste den Drang zum dritten Tor. "Ab der 70. Minute hat die Mannschaft wieder angefangen zu denken. Da kann man sich mehr zeigen, die Bälle fordern." Dresdner Härte sorgte für zwei Aufreger. Die Dresdener Linus Wahlqvist und Baris Atik sahen Gelb, als sie Hack jeweils von den Beinen holten.

Dynamo geht zwar als Tabellenletzter in die Winterpause, Trainer Markus Kauczinski sah bei der zweiten Niederlage im zweiten Spiel unter seiner Regie aber auch einen positiven Ansatz: "Die Mannschaft liegt am Boden, aber sie hat in der zweiten Halbzeit versucht, dagegen anzukämpfen."

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