Gummersbach

Überall Scouts: Podolski mit 34 begehrt wie mit 18

Lukas Podolski
Lukas Podolski zeigte sein Können beim Hallen-Turnier in Gummersbach. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Lukas Podolski scherzte mit Sänger Oli P. und umarmte Entertainer Elton überschwänglich. Nicht nur der launige Promi-Kick beim von ihm mitorganisierten Hallen-Turnier sorgte dafür, dass sich der 34-Jährige wie ein Teenager gefühlt haben dürfte.

Beim Blick durch die Ränge der Gummersbacher Arena erblickte der Fußball-Weltmeister von 2014 so manch bekanntes Späher-Gesicht aus jungen Jahren. „Es war wie einst bei der A-Jugend”, sagte Podolski lachend: „Da waren manchmal auch mehr Scouts als Zuschauer da. So manches Gesicht habe ich glaube ich noch von damals wieder erkannt.” Extra für sie habe er verstärkt in der Abwehr gespielt, um sich als kompletter Spieler zu empfehlen, ergänzte der Ex-Kölner mit einem Grinsen.

Und Podolski verteidigte durchaus spektakulär. In der Vorrunde als Gastspieler des Fünftligisten Meinerzhagen, warf er sich in einen Schuss, blockte ihn einen Meter vor der Linie mit dem rechten Bein und schlug ihn mit dem linken per Scherenschlag weg. Mit schwindender Spritzigkeit im Spätherbst seiner Karriere, scheint der manchmal als defensivfaul geltende Podolski neue Stärken zu entdecken. Vor allem zeigen Szenen wie diese aber, dass „Poldi” noch richtig Spaß am Fußball hat. Deshalb geht sein Trend auch dahin, die Karriere nach Ablauf seines Vertrages bei Vissel Kobe in Japan am 31. Januar fortzusetzen. Doch die Entscheidung ist schwierig.

Ein Engagement in Deutschland abseits des 1. FC Köln schloss Podolski aus. Der FC will ihn aber offenbar zumindest nicht als Spieler zurück. Auslands-Erfahrung hat der Torjäger in vier Ländern in acht Jahren bereits ausreichend gesammelt. Als Mitbesitzer von Eisläden, einem Brauhaus und einem Döner-Restaurant in Köln hat er sich bereits als Geschäftsmann etabliert. „Stadt, Fans, Stadion, Projekt, Schule für die Kinder - das muss alles passen”, sagte er. Am Konkretesten sind derzeit wohl Angebote von Vereinen aus Mexiko oder Malaysia. Doch Podolski gibt sich ganz entspannt: „Entweder es kommt etwas Gutes oder es kommt nix. Ich muss kein Messer auf die Landkarte werfen und wo es drinsteckt, gehe ich hin.”

Auf einen konkreten Vorschlag des FC, ihn einzubinden, wartet er bisher vergeblich. „Vom Vorstand habe ich in den letzten Monaten nichts gehört”, sagte er. „Peter Stöger kontaktiert man mit großer Geste über den „Express”. Bei mir hat sich noch keiner gemeldet.” Ex-Trainer Stöger war aus Ärger über das Verhalten einiger Fans und Offizieller aus dem Verein ausgetreten.

Podolskis ehemalige Weggefährten wissen, wie schwer die Entscheidung über die weitere Zukunft wird. Und raten ihm alle Unterschiedliches. „Ich denke, er ist lange genug dabei gewesen. Irgendwann ist es eben vorbei”, sagte Mario Basler. „Er sollte seinem Verein helfen. Als Kopf des Clubs.”

Gerald Asamoah erachtet Podolski dagegen als stark genug für eine Fortsetzung der Profi-Laufbahn. „Ein Claudio Pizarro spielt mit 41 auch noch”, sagte der Ex-Schalker. „Wenn ich die Chance hätte, würde ich ihn immer verpflichten.”

David Odonkor - nur anderthalb Jahre älter, aber verletzungsbedingt schon seit sieben Jahren Fußball-Rentner - wünscht Podolski derweil einen würdigen Abgang in Köln. „Es wäre schön, wenn er noch einmal für den FC spielen und dann die Schuhe an den Nagel hängen würde”, sagte der frühere Dortmunder. „Alle wollen junge Hüpfer. Aber er hat große Erfahrung. Das müssen die jungen Hüpfer erst mal wettmachen.”

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