Berlin

Union feiert nächste Aufstiegsparty - Parensen verlängert

„Viktoria”
Die Union-Spieler am Bord der „Viktoria” auf dem Weg nach Köpenick. Foto: Britta Pedersen

Krächzend rief Sebastian Polter mit nacktem Oberkörper vom Schiff Viktoria die Parole „Eisern” über das Bordmikrofon - aus tausenden Kehlen schallte „Union” zurück.

Nach einer zweistündigen Bootstour der Profis über die Spree zur Feier des ersten Bundesliga-Aufstiegs bereiteten die Fußball-Fans ihrem Team vom 1. FC Union Berlin einen emotionalen Empfang im Köpenicker Heimathafen.

Mit Glockengeläut der nahen Kirchen, roten Pyrofackeln und reichlich Feuerwerk wurde die Partygruppe um Vorsänger Polter am Mittwoch nahe des Stadions An der Alten Försterei begrüßt. „Wahnsinn”, rief Coach Urs Fischer ohne jede Schweizer Zurückhaltung anschließend vom offenen Bus auf dem Weg in die Arena. „Das ist geiler als Meister werden”, sagte Offensivspieler Akaki Gogia.

Am Ort des entscheidenden 0:0 im Relegations-Rückspiel gegen den VfB Stuttgart bejubelten die Anhänger des außergewöhnlichen Neulings im deutschen Fußball-Oberhaus noch einmal jeden einzelnen ihrer Aufstiegshelden. Eine der größten Ovationen erhielt dabei Fanliebling Michael Parensen, der seinen auslaufenden Vertrag um ein Jahr verlängerte. Der 32 Jahre alte Innenverteidiger spielt bereits seit 2009 für die Köpenicker und ist Zweitliga-Rekordspieler des Vereins.

Zwei Tage nach dem Aufstieg realisieren die Eisernen langsam immer mehr, was für eine sportliche Leistung sie vollbracht haben. „Es ist angekommen, dass wir aufgestiegen sind”, sagte Geschäftsführer Oliver Ruhnert: „Wir bekommen auch mit, was in der Stadt alles passiert. Es fühlt sich wirklich gut an.” Man merke, dass „Union ein Verein ist, der für die Menschen etwas ganz Außergewöhnliches erreicht hat. Das ist das, was mich am meisten freut, das zu sehen: die Freude und die Dankbarkeit der Leute”.

Das Bier floss bei den Profis schon am Nachmittag, dazu trug die Mannschaft rote T-Shirts mit dem Aufdruck: „Die Zeit ist nun gekommen: Aufstieg jetzt.” Auf den Brücken entlang der Spree warteten viele Fans und jubelten ihren Stars zu - dazu gab es eine Mischung aus Mallorca-Stimmungshits und Vereinsliedern zu hören. Am Ende fuhren gut drei Dutzend Boote zur Begleitung mit.

Zuvor waren Trainer Fischer und Co. schon von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) im Roten Rathaus empfangen worden. Dabei trugen sich die Spieler und Club-Verantwortlichen im Säulensaal auch in das Gästebuch der Hauptstadt ein.

„Vielen Dank, dass sie uns so ein Fußballerlebnis beschert haben”, sagte Müller und schwärmte vom Relegations-Rückspiel am Montag: „Was da im Stadion zu erleben war, die Unterstützung der Fans, habe ich noch nie erlebt.” Müller, der einen roten Union-Fanschal um den Hals trug, freute sich darauf, die Köpenicker zu „weiteren tollen Anlässen” zu empfangen.

Präsident Dirk Zingler versprach, „dass der 1. FC Union Berlin der 1. FC Union Berlin bleiben wird” und der erstmalige Sprung ins Oberhaus den Club nicht verändern wird. „Wir alle konnten am Montag die Kraft spüren, die dieser Verein entwickeln kann”, sagte Zingler. Für Union bedeute der Empfang bei Müller viel, so der Club-Boss: „Ich verspreche, dass wir ein noch größerer und stärkerer Botschafter für diese Stadt sind. Wir werden Berlin würdig vertreten.”

Dafür steht nun das letzte Feintuning an. Die ersten Verpflichtungen sollen in den kommenden Tagen perfekt gemacht werden, auch ein neuer Hauptsponsor muss noch verkündet werden. „Wir haben bislang nur die Feierlichkeiten geplant”, kokettierte Clubchef Zingler. „Wenn die vorüber sind, kümmern wir uns um die erste Liga.”

Empfang
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (M) Berlin, die Spieler von Union Berlin. Foto: Wolfgang Kumm

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