FUSSBALL

Was macht eigentlich Bernd Hollerbach?

Noch steht der freigestellte Fußballlehrer beim Hamburger SV unter Vertrag und spielt viel Golf. Aber der Rimparer war auch im Ausland - und hat angeblich neue Angebote.
Tiefenentspannt in der Talkrunde beim "Golf- und Gesundheitstag" des Golf Club Würzburg: Bernd Hollerbach (rechts) mit (von links) Thomas Lurz, Daniel Pesch und Matthias Obinger. Foto: Natalie Gress

Gut sieht er aus. Gesunde Gesichtsfarbe. Legere Kleidung. Tiefenentspannte Ausstrahlung. "Ich bin immer entspannt", sagt Bernd Hollerbach und lacht. Es ist der erste Sonntag im Mai, ein graukühler Nachmittag, doch der 49-Jährige wirkt, als käme er gerade aus einem sonnigen Urlaub. Er sitzt im Clubhaus des Golf Club Würzburg (GCW) in lockerer Runde mit Matthias Obinger und Thomas Lurz zusammen. Wenig später werden der Fußballlehrer, der Handballtrainer des Zweitligisten DJK Rimpar Wölfe und der ehemalige Weltklasse-Schwimmer und heutige Motivationscoach beim "Golf- und Gesundheitstag" des GCW auf einem Podium über ihre gemeinsame Leidenschaft plaudern - die Hollerbach am ambitioniertesten auslebt, seit er am 12. März 2018 vom damaligen Fußball-Bundesligisten Hamburger SV nur 49 Tage und sieben sieglose Spiele nach seiner Vorstellung wieder freigestellt wurde. Bis 30. Juni dieses Jahres steht er allerdings noch beim aktuellen Zweitliga-Tabellenvierten unter Vertrag - und auf der Gehaltsliste

Besuche bei Kollegen im Ausland 

"Viel im Ausland" sei er im vergangenen Jahr gewesen, erzählt er am Tisch, unter anderem "in Paris und England", "Kollegen besuchen". Über seine Zukunft im Fußball hält er sich gewohnt bedeckt und wird wortkarg bei konkreten Vorstößen. "Irgendwo werd' ich schon wieder auftauchen", antwortet er auf die Frage, ob er weiter als Trainer arbeiten wolle. "Vorstellen kann ich mir viel, wenn's passt, aber vor dem 30.6. sag' ich nix." Im Januar war der in Würzburg geborene und lebende Rimparer beim Drittligisten Hansa Rostock im Gespräch gewesen. Aktuell, so hört man, soll es einzelne Klubs im Aus- und Inland geben, die Interesse daran hätten, den gelernten Metzger zu verpflichten. 

Sein Handicap profitiert von der vielen Freizeit

Bis zu einem möglichen neuen Engagement hat der Mann, der die Würzburger Kickers zwischen 2014 und 2016 zum Durchmarsch von der Regionalliga bis in die Zweite Liga führte und nach dem direkten Wiederabstieg aufgrund einer sieglosen Rückrunde 2017 zurücktrat, also noch die Ruhe, um seinem Hobby Golf zu frönen - und das genießt er sichtlich. Die Platzreife hat Hollerbach schon vor 20 Jahren in Hamburg erworben, damals spielte der Linksverteidiger noch selbst als Fußballprofi beim HSV. Doch weder als Aktiver noch später als Coach blieben Zeit und Muße für Besuche auf dem Golfplatz. Erst seit 2018 ist er auf dem in Würzburg häufig anzutreffen, sein Handicap profitiert davon: Es ist mittlerweile 18.

Führte die Würzburger Kickers 2016 in die Zweite Bundesliga: Trainer Bernd Hollerbach. Nach dem direkten Abstieg, trat der 49-Jährige von seinem Amt zurück. Foto: Heiko Becker

"Im Stadion ist alles viel stressiger", fränkelt er später fröhlich in der Talkrunde mit Moderator Daniel Pesch. "Hier in der Natur genieße ich die Ruhe, das ist ein schöner Ausgleich." Was seine bevorzugte Tageszeit auf der Anlage sei, wird er von Pesch gefragt. "Morgens, mittags und abends." Gelächter im Publikum.

Benefizgolfer in der Vereinigung GOFUS

Anders als bei Fußball-Traditionsspielen, zu denen er oft eingeladen werde, bedürfe es für den Golfsport keiner so ausgeprägten "Grundfitness". Der 49-Jährige ist eines von mehr als 500 Mitgliedern der Vereinigung GOFUS, in der sich bekannte (Ex-)Fußballer, Trainer und Funktionäre zu Golfturnieren für den guten Zweck treffen - von Thomas Müller bis Sebastian Kehl, von Dieter Hecking bis Andreas Köpke, von Uli Hoeneß bis zum wohl berühmtesten Benefizgolfer Franz Beckenbauer. "Das mache ich gerne, und am 19. Loch ist es auch oft noch ganz schön", witzelt der Unterfranke. Außerdem gibt er zu bedenken: "Golf kann man auch noch im Alter betreiben." Als "Alte-Herren-Hobby" dürfe man die Sportart trotzdem nicht verkennen: "Golf wird von vielen unterschätzt, ist aber vor allem mental immer eine Herausforderung."  

Ratschläge für Rimparer Handballkollege Obinger

Bernd Hollerbach, der am 8. Dezember 50 wird, sieht nicht nur gut aus an diesem Sonntagnachmittag, er ist auch gut drauf - solange man ihn eben nicht mit Fußballfragen nervt. "Du darfst Niederlagen nicht so persönlich nehmen", rät er seinem Rimparer Handballkollegen Matthias Obinger in kleiner Runde noch. Dessen Zweitliga-Team hatte am Vorabend gegen den Aufstiegsaspiranten Nordhorn-Lingen im Jahr 2019 erstmals zu Hause verloren. "Ich wollte erst zum Zuschauen kommen", erzählt der Fußballlehrer, aber dann habe er doch was mit den Kindern gemacht; zwei Söhne hat Hollerbach.

Und noch etwas gibt er dem zehn Jahre jüngeren Sportwissenschaftsprofessor für dessen bisher ungewisse Zukunft als Coach mit auf den Weg, wenn seine Zeit bei den Wölfen im Juni endet: "Mit deinem Vertrag unterschreibst du immer auch deine Entlassung, dessen musst du dir bewusst sein. In dem Geschäft entscheidest du selten selbst, wann du gehst." Bernd Hollerbach weiß, wovon er spricht. Fragt sich nur, wann und wo er wieder kommt.

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