WÜRZBURG

Weltklasse in Würzburg

Athletics European Championships 2014       -  Weltklasse-Marathonläuferin Valeria Straneo aus Italien testet in Würzburg nach längerer Verletzungspause ihre Form.
Weltklasse-Marathonläuferin Valeria Straneo aus Italien testet in Würzburg nach längerer Verletzungspause ihre Form. Foto: Steffen Schmidt, dpa

Spaß am Laufen: Den hat Günter Herrmann selbst, weshalb er schon viele, viele Marathons absolviert hat – den sollen aber auch die Teilnehmer am 16. iWelt-Marathon in Würzburg haben. Und deshalb haben Organisationsleiter Herrmann und sein Team wieder jede Menge dafür getan, es den etwa 3000 Läuferinnen und Läufern am Sonntag so angenehm wie möglich zu machen. Von den Streckenposten über die Stimmung durch 29 (!) Bands bis zu Cheerleadern und bester Verpflegung im Ziel – alles ist organisiert und vorbereitet, jetzt muss nur noch das Wetter passen. 17 Grad Celsius, wolkig, kein Regen mehr: So lauteten gestern laut www.wetter.com die Aussichten für Sonntag, 9 Uhr.

„Wir nehmen's, wie's kommt“, sagt Herrmann. Der Organisationsleiter ist „zu 120 Prozent optimistisch, dass es wieder sehr, sehr gut laufen wird“, schließlich habe er „ein supermotiviertes Team“. Das hätte sich auch schon Mittwochabend beim vorgeschalteten Firmenlauf in Eibelstadt gezeigt. „Dort lief es absolut klasse, das war ein perfekter Auftakt für das Marathon-Wochenende in Würzburg“, freute sich Herrmann.

Nicht zuletzt aufgrund der tollen Stimmung in Eibelstadt ist sich der 56-Jährige sicher, „dass am Sonntag nichts schiefgehen kann“.

29 Bands an der 21,1-km-Strecke

Jedenfalls geht Herrmann davon aus, „dass am Sonntag auch in Würzburg mal der Knoten platzt“. Damit meint der Organisationsleiter weniger überragende sportliche Leistungen, sondern endlich mal eine ausgelassene Stimmung an der Strecke. Letztere war zwar in den Vorjahren nie wirklich schlecht, aber es gab doch zahlreiche Streckenabschnitte, wo so gut wie nichts los war. Jetzt sind sage und schreibe 29 Bands an der 21,1-km-Strecke platziert, mit besonderer Dichte im Stadtzentrum. „Wir wollen auch die Leute, die mit dem Lauf selbst nichts am Hut haben, aus den Häusern an die Strecke locken“, sagt Herrmann.

„Stimmung statt Siegprämien“ lautet seine Maxime – deshalb gibt es in Würzburg erstmals keinerlei Geld mehr zu verdienen. Antrittsgelder wurden unter Organisationsleiter Herrmann sowieso noch nie bezahlt, nun gibt es auch keinerlei Siegprämien mehr. „Ich glaube, dass das Schule machen und es eine Art Kettenreaktion geben wird“, sagt der 56-Jährige. Der Mainzer Marathon komme auch schon ohne jede Prämie aus, andere Veranstaltungen würden folgen. Bald seien es wohl nur noch die ganz großen Marathons, bei denen es für Läufer und Manager Geld zu verdienen gebe.

Dass eine solche Entwicklung nicht zwangsläufig bedeuteten muss, dass außerhalb der Metropolen nur noch Breitensport geboten wird, zeigt die Würzburger Meldeliste. Kein Antrittsgeld, keinerlei Prämie – trotzdem geht am Sonntag mit der Italienerin Valeria Straneo die prominenteste Läuferin der 16-jährigen Würzburger Marathongeschichte an den Start. Die Erfolgsliste der zweifachen Mutter ist beeindruckend: Bei der WM 2013 in Moskau drang sie in die Phalanx der Ostafrikanerinnen ein und gewann in 2:25:58 Stunden die Silbermedaille im Marathon. Ein Jahr später holte sie bei der EM in Zürich in 2:25:27 Stunden erneut Silber. Die Bestzeit der 40-Jährigen liegt bei 2:23:44 Stunden und ist zugleich italienischer Rekord.

Straneos Bestzeit: 2:23:44 Stunden

Bei Olympia 2012 in London belegte Straneo in 2:25:27 Stunden Rang acht, diese Leistung will sie im August in Rio möglichst toppen. Und das ist auch der Grund für den Start der Italienerin in Würzburg. Sie war längere Zeit verletzt und absolviert in Absprache mit dem italienischen Leichtathletik-Verband in Unterfranken einen Trainingslauf unter Wettkampfbedingungen als Leistungstest für Olympia in Brasilien.

Vielleicht kann Valeria Straneo am Sonntag den Streckenrekord der Äthiopierin Abiyot Deme (2:34:05) verbessern. Aber ob selbst eine solche Zeit zum Sieg reichen würde, ist zumindest fraglich. Denn die Italienerin ist nicht die einzige Topläuferin, die Würzburg die Ehre erweist. Mit der aus Äthiopien stammenden Belgierin Alemitu Bekele hat sich eine weitere Spitzenathletin angemeldet. Die 39-Jährige (Bestzeit 2:34:58) sucht in der Domstadt ihre letzte Chance, die Olympianorm ihres Landes (2:37:00) zu knacken. Würzburg bietet eine schnelle Strecke – und laut Herrmann wäre lediglich ein Lauf in China die Alternative für Bekele gewesen. Da lockte die Belgierin dann Würzburg doch mehr – auch wenn es dort keinen Cent zu verdienen gibt.

Informationen rund um den 16. iWelt-Marathon

NACHMELDUNGEN Nachmeldungen sind noch am Samstag von 10 bis 19 Uhr und am Sonntag von 6.30 bis 8.30 Uhr am Nachmeldeschalter im Congress Centrum möglich – für den 10-km-Funlauf am Sonntag von 6.30 bis 11 Uhr. Zu diesen Zeiten werden auch die Startunterlagen für die Vorangemeldeten gegen Vorlage der Meldebestätigung ausgegeben.

MARATHON-MESSE Das Congress Centrum (CCW) ist der Veranstaltungsort der Marathon-Messe. Sie ist am Samstag von 10 bis 19 Uhr und am Sonntag von 6.30 bis 15 Uhr geöffnet.

ZEITPLAN

Samstag, 10 Uhr: Müller-Bäcks Hörnchenlauf (ca. 3 km); 14 bis 16 Uhr: abele optik Kinder- und Schülerläufe; Gottesdienst in der Marienkapelle. Sonntag, 9 Uhr: Blockstart iWelt-Marathon/WVV Halbmarathon/Staffel; 12.30 Uhr: TakeNet-10-km-Funlauf (offiziell vermessene Strecke).

STRECKENREKORDE Marathon, Männer: 2:14:10 Stunden/ im Jahr 2011. – Frauen: 2:34:05/2015.

Halbmarathon, Männer: 1:02:54/ 2013. – Frauen: 1:13:37/2013.

ONLINE-TIPP

Zahlreiche Bilder, Videos, Ergebnisse und Berichte vom 16. iWelt-Marathon gibt es bereits ab Sonntagnachmittag im Internet unter www.mainpost.de/marathon

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