Berlin

Weltrekordler Biedermann: „Phelps hat noch genügend Rekorde”

Paul Biedermann
Seine Weltrekorde über 200 und 400 Meter Freistil haben auch anch der WM in Gwangju noch Bestand: Paul Biedermann. Foto (Archiv): Michael Kappeler Foto: Michael Kappeler

Paul Biedermann ist auch nach den Schwimm-Weltmeisterschaften in Südkorea weiter Weltrekordler über 200 und 400 Meter Freistil. Beide Rekorde stellte er bei seinen WM-Titeln vor zehn Jahren in Rom auf.

Der 32-Jährige lobt den Auftritt der deutschen Mannschaft in Gwangju und vor allem die starken Leistungen von Weltmeister Florian Wellbrock. Den Finals in Berlin, bei denen erstmals gleichzeitig an einem Ort deutsche Meisterschaften in zehn Sportarten ausgetragen werden, blickt Biedermann zwiegespalten entgegen.

Michael Phelps hat bei der WM in Südkorea zwei Weltrekorde verloren. Sie haben ihre beiden Weltrekorde über 200 und 400 Meter Freistil behalten. Welche Bedeutung hat das für Sie?

Paul Biedermann: Ich freue mich, dass meine Rekorde noch Bestand haben. Und Michael Phelps hat noch genügend Rekorde. Dass der 19-jährige Ungar Kristof Milak die Bestmarke von Phelps über 200 Meter Schmetterling knackt und auch andere junge Schwimmer so stark auftreten, spricht für deren Qualität und Training. Das ist sehr spannend und sehr schön, dass sich der Sport weiterentwickelt und Rekorde nach wie vor gebrochen werden.

Was kann so ein doppelter WM-Triumph mit einem Sportler wie Florian Wellbrock machen? Sie haben ja Ähnliches mit zwei Weltmeistertiteln 2009 erlebt.

Biedermann: Das wird er erstmal genießen und mitnehmen. Dass es jetzt eine gewisse Erwartungshaltung gibt, weiß er mit Sicherheit auch. Ein Doppel-Weltmeister im Freiwasser und im Becken ist eine Rarität. Es ist aber auch eine Herausforderung, wie man mit der Erwartungshaltung umgeht, auch im Trainingsalltag.

Jetzt stehen die Finals in Berlin an, also die deutschen Meisterschaften vieler Sportarten zusammen. Wie gefällt Ihnen das Format?

Biedermann: Auf der einen Seite finde ich es schade, dass man als Einzelsport scheinbar nicht mehr interessant genug ist und dass man das jetzt bündelt. Auf der anderen Seite ist es vielleicht für den Zuschauer ganz spannend, dass er mehrere Sportarten verfolgen kann. Ich sehe das ein bisschen zwiegespalten und finde, dass jede Sportart auch für sich sehr attraktiv ist und es keine Massenveranstaltung sein sollte.

ZUR PERSON: Paul Biedermann ist der erfolgreichste deutsche Schwimmer des vergangenen Jahrzehnts. Der 32-Jährige beendete vor drei Jahren seine Laufbahn. Die Weltrekorde über 200 und 400 Meter Freistil von 2009, als er Doppel-Weltmeister war, stehen immer noch.

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