Mönchengladbach

Auch Gladbach weicht gegen Manchester nach Budapest aus

Marco Rose       -  Muss mit seinem Team in Budapest gegen Manchester United antreten: Gladbach-Coach Marco Rose.
Foto: Marijan Murat/dpa | Muss mit seinem Team in Budapest gegen Manchester United antreten: Gladbach-Coach Marco Rose.

Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach wird sein Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am 24. Februar gegen Manchester City ebenfalls in Budapest bestreiten.

Dies teilten beide Clubs am Montag mit. Grund für die Verlegung des Heimspiels ist das bis mindestens 17. Februar geltende Einreiseverbot aus Hochrisiko-Ländern, in denen das Coronavirus mutiert ist.

„Wir müssen leider davon ausgehen, dass die bis zum 17. Februar in Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie geltenden Einreiseverbote aus Großbritannien auch über dieses Datum hinaus Bestand haben werden und dass es auch keine Ausnahmegenehmigung für eine Einreise der Mannschaft von Manchester City zu einem Spiel in Mönchengladbach geben wird”, sagte Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers.

Deshalb hatte sich auch schon RB Leipzig für die Partie am 16. Februar gegen den von Jürgen Klopp trainierten FC Liverpool auf die Suche nach einem Ausweichort außerhalb von Deutschland begeben und sich nach Rücksprache mit der UEFA für Budapest entschieden.

Diese mit höherem Reiseaufwand verbundene Lösung hatte zuletzt für Kritik gesorgt. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die Austragung der Europacup-Partien für „das falsche Signal”, wie der SPD-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” sagte.

„Wir sollen derzeit alle auf Reisen verzichten, diesen Appell hat auch die Bundeskanzlerin gesetzt, und ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum wir da für einen Profizirkus eine Ausnahme machen sollten”, befand Lauterbach.

Die Gefahr, das Virus einzuschleppen, sei gegeben. Ähnlich sieht es die Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestags, Dagmar Freitag (SPD): „Aufgrund der bekannten Mutationen des Virus ist jegliche Ein- und Ausreise in und aus anderen Ländern eine zuviel.”

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil warf dem Fußball gar Realitätsferne vor. „Es wäre ein stärkeres Signal, wenn dieses Spiel verschoben worden wäre oder gar ausgefallen wären. Das ist auch mal verzichtbar an dieser Stelle. Der Wettbewerb darf da nicht an erster Stelle stehen.”

„Ein Achtelfinale in der Champions League ist für Borussia Mönchengladbach ein herausragendes Ereignis, das nun leider weder mit Zuschauern noch in unserem eigenen Stadion stattfinden kann. Aber wir sind froh, dass wir überhaupt spielen können und gehen mit der Sache der allgemeinen Lage entsprechend gewissenhaft um”, entgegnete Schippers den kritischen Stimmen.

© dpa-infocom, dpa:210208-99-356146/3

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