Leichtathletik:

Jessica Schottorf in bestechender Frühform

Vorneweg: Jessica Schottorf vom TSV Bad Kissingen präsentierte sich in Fürth in bestechender Form und gewann die 60 Meter Hürden der U18 in einer fantastischen Zeit. Zudem setzte sich die 16-Jährige (rechts) auch noch überraschend im Sprintfinale durch. Foto: Fotos (3): Reinhold Nürnberger

Die Leichtathleten eröffneten mit den nordbayerischen Hallenmeisterschaften in Fürth ihre Hallensaison. Dabei glänzte vor allem Jessica Schottorf vom TSV Bad Kissingen mit einem Doppelsieg über die Hürden und im Sprint der Jugend U18. Die Sprungspezialisten Dimitri und Ivane Antonov (Bad Kissingen/LAC Quelle Fürth) landeten im Weitsprung der Aktiven auf Platz eins und zwei. Damit verbuchten die drei Bad Kissinger Nationalkader-Athleten einen durchaus gelungenen Einstand ins neue Jahr, auch wenn sie selbst noch Luft nach oben sehen. Aber auch das junge, meist noch aus Schülerinnen bestehende Leichtathletik-Team des TSV Münnerstadt überzeugte in Fürth auf ganzer Linie.

Dimitri Antonov, in diesem Jahr erst aufgerückt in die U20, startete in Fürth in der Aktivenklasse, da in seiner Altersklasse die Meisterschaften erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden werden. Im Weitsprung setzte sich der U18-WM-Dritte mit 6,72 Metern gegen seinen etwas älteren Bruder Ivane durch. Letzterer wurde in diesem Jahr sogar in das Dreisprung-Nationalteam der Aktiven berufen und sprang in seinem besten Versuch 6,55 Weit. Am Ende bedeutete dies den zweiten Rang beim Saisonauftakt.

Überbewerten wollte Trainer Dimitri Antonov senior den Wettkampf allerdings nicht. „Der Anlauf und auch der Absprung stand ganz im Zeichen der anstehenden Dreisprungwettbewerbe. Deshalb kann ich ganz gut mit den Leistungen meiner Jungs leben“, berichtet der 42-Jährige, der ab Februar eine Anstellung als hauptberuflicher Dreisprungtrainer beim Bayerischen Leichtathletik-Verband angenommen hat.

Auch im Sprintfinale zeigten die Beiden, dass sie am Anfang der rund achtwöchigen Hallensaison durchaus im Fahrplan sind. Am Ende wurde Dimitri über 60 Meter hinter dem in 6,95 Sekunden siegreichen Lucien Aubry (LG Erlangen) in 7,06 Sekunden Zweiter. Ivane Antonov steigerte sich auf 7,20 Sekunden und belegte in dem glänzend besetzten Männerfinale Rang sechs. Beide mussten auf Verlangen ihres Trainers den Sprint sogar in ihren dafür eigentlich ungeeigneten Dreisprung-Spikes bestreiten, was ihre Leistung noch mehr aufwertet.

Aber so sind sie eben die Antonovs. Für sie zählen nur die absolut wichtigen Wettkämpfe. Die beginnen für sie erst ab den deutschen Meisterschaften. Alles andere dient der Vorbereitung dafür, so wohl auch in ein paar Tagen die Landesmeisterschaften in München, wo beide dann erstmals in diesem Jahr im Dreisprung starten werden und in der Aktivenklasse auf Manuel Ziegler treffen. Der Regensburger, war in der abgelaufenen Freiluftsaison der beste deutsche Springer in der Männerklasse, der sich von den Youngstern aus Bad Kissingen bestimmt nicht ärgern lassen will.

Noch nicht ganz rund läuft es zu Saisonbeginn für Dominik Abert vom VfL Sportfreunde Bad Neustadt. Der 19-Jährige verpasste bei seinem ersten Start in der Aktivenklasse über 60 Meter knapp das A-Finale über 60 Meter und wurde im B-Endlauf in 7,31 Sekunden Vierter. Über 200 Meter wurden für den Bad Neustadter, der im vergangenen Jahr in der U20 bei den bayerischen Hallen-Meisterschaften Dritter wurde, 22,94 Sekunden gestoppt. Damit belegte er unter den 30 gestarteten Athleten immerhin den fünften Rang.

Nicht mehr so unbekümmert

Ganz so unbekümmert wie noch in der vergangenen Saison kann Jessica Schottorf im Hürdensprint jetzt sicherlich nicht mehr an den Start gehen. Nach ihrem kometenhaften Aufstieg bis hin in das Jugend-Nationalteam, wird von der Bad Kissingerin nun von vorneherein deutlich mehr erwartet. Umso erstaunlicher, wie die 16-Jährige die 60 Meter Hürden gleich beim ersten Hallenstart meisterte. In sehr guten 8,86 Sekunden lief sie eine auch auf nationaler Ebene zu beachtende Zeit. Sie selbst sieht sogar noch Steigerungsmöglichkeiten: „Die ersten drei Hürden habe ich optimal und mit hohem Tempo erwischt. Aber an den folgenden zwei Hindernissen bin ich zu nah dran gewesen und habe damit etwas Geschwindigkeit eingebüßt“, erklärt die Gymnasiastin.

Auch im indirekten Vergleich mit den besten südbayerischen Jugendlichen – die in München ihre Titelträger kürten – hatte sie die beste Zeit über die Hürden. Damit muss sie sich wohl auch bei den bayerischen Meisterschaften, die schon am kommenden Wochenende in der Landeshauptstadt stattfinden, mit der Favoritenrolle zurechtfinden.

Dass Jessica Schottorf am Ende auch im Sprint über 60 Meter die schnellste nordbayerische U18-Jugendliche sein wird, war dagegen nicht unbedingt zu erwarten. Im Finale schob sie sich erst auf den letzten Metern an die Spitze. Mit ihren flotten 7,99 Sekunden braucht sie nun auch auf der kurzen Sprintstrecke keinesfalls den Vergleich mit den schnellsten Jugendlichen im Freistaat zu scheuen.

In bestechender Form präsentierte sich über 60 Meter auch der Schüler-Nachwuchs des TSV Münnerstadt in der Quelle-Halle. Deborah Adam gewann den sechsten von sieben U18-Vorläufen in 8,25 Sekunden und qualifizierte sich für das A-Finale. Dort steigerte sie ihre persönliche Bestzeit auf 8,21 Sekunden und wurde hervorragende Sechste. Das B-Finale entschied in 8,40 Sekunden Luisa Ruck zu ihren Gunsten. Auch sie verbuchte mit dieser Zeit einen neuen Hausrekord.

Starke Staffel-Leistungen

Es hätte nicht viel gefehlt, und die jungen Münnerstadter Mädels hätten im Staffellauf der U18 über 4x200 Meter die durchweg älteren TSVlerinnen aus Bad Kissingen geschlagen. Leonie Warthemann, Deborah Adam, Luisa Ruck, Luisa Zeitz gewannen den ersten von zwei Zeitläufen in 1:53,47 Minuten. Im zweiten Finallauf hatten auf Bad Kissinger Seite Lena Schröter, Jessica Schottorf, Anna-Maria Brandl und Lynn Humpert keine Chance gegen die starken Jugendlichen des LAC Quelle Fürth. In 1:52,94 Minuten verbuchten die Badestädterinnen am Ende vor dem TSV Münnerstadt den zweiten Rang in der Gesamtwertung. Dennoch sah man bei beiden Quartetts durchaus noch Steigerungspotenzial bei den Wechseln.

Mit dem U20-Jugendteam des LAC Quelle Fürth gelang Annika Kirchner aus Wollbach über die 4x200 Meter ein überlegener Sieg, gepaart mit der sicheren Qualifikation für die deutschen Meisterschaften. Die 17-Jährige lief zudem im Einzelrennen über 200 Meter gute 26,66 Sekunden und wurde bei den Aktiven damit immerhin Sechste.

Dass die heimischen Leichtathleten auch ohne Trainingsmöglichkeit in einer Leichtathletik-Halle im Sprint dennoch ganz vorne dabei sind, zeigte sich auch bei den Jungs der Jugend U18. Über die 60-Meter-Distanz standen mit Oliver Baumbach vom FSV Hohenroth und Nick Przeliorz vom TSV Münnerstadt gleich zwei Sprinter im Finale der besten Acht.

Oliver Baumbach bremste allerdings kurz vor dem Ziel eine leichte Zerrung aus. Dennoch wurde der 16-Jährige Hohenrother in 7,47 Sekunden – Vorlauf 7,41 Sekunden – noch Vierter. Nick Przeliorz, der in diesem Jahr erstmals in der Jugendklasse startet, sprintete in 7,48 Sekunden auf Rang sechs. Im Weitsprung kam der 15-Jährige aus Nüdlingen auf 5,63 Meter, was ihm am Ende sogar Platz drei brachte.

Ergebnisliste

Männer – 60 Meter: 1. Lucien Aubry (LG Erlangen) 8,95 Sekunden; 2. Dimitri Antonov (LAC Quelle Fürth) 7,06; …6. Ivane Antonov (LAC Quelle Fürth) 7,20; 12. Dominik Abert (VfL Sportfreunde Bad Neustadt) 7,31. 200 Meter: 1. Jonas Wohlfahrt (LAZ Kreis Würzburg) 22,23 Sekunden; … 5. Dominik Abert (VfL Sportfreunde Bad Neustadt) 22,94 Sekunden. Weitsprung: 1. Dimitri Antonov (LAC Quelle Fürth) 6,72 Meter; 2. Ivane Antonov (LAC Quelle Fürth) 6,55.

Männliche Jugend U18 – 60 Meter: 1. Felix Straub (TV Dientenhofen) 7,12 Sekunden; …4. Oliver Baumbach (FSV Hohenroth) 7,47; 6. Nick Przeliorz (TSV Münnerstadt) 7,48. Weitsprung: 1. Lars Ritter (LG Hof) 5,96 Meter; 3. …Nick Przeliorz (TSV Münnerstadt) 5,63.

Frauen – 200 Meter: 1. Rebekka Eberle (TV Gunzenhausen) 25,43 Sekunden; 6. Annika Kirchner (Wollbach / LAC Quelle Fürth) 26,66.

Weibliche Jugend U18 – 60 Meter: 1. Jessica Schottorf (TSV Bad Kissingen) 7,99 Sekunden; …6. Deborah Adam (TSV Münnerstadt 6,21; 8. Luisa Ruck (TSV Münnerstadt) 8,40; Vorlauf: Lena Schröter (TSV Bad Kissingen) 8,50; Leonie Warthemann (TSV Münnerstadt) 8,64; Anna-Maria Brandl (TSV Bad Kissingen) 8,68; Luisa Zeitz (TSV Münnerstadt) 8,80. 60 Meter Hürden: 1. Jessica Schottorf (TSV Bad Kissingen) 8,86 Sekunden; …12. Lena Schröter (TSV Bad Kissingen) 10,41. 4x200 Meter: 1. LAC Quelle Fürth 1:48,06 Minuten; 2. TSV Bad Kissingen (Lena Schröter, Jessica Schottorf, Anna-Maria Brandl, Lynn Humpert) 1:52,94; 3. TSV Münnerstadt (Leonie Warthemann, Deborah Adam, Luisa Ruck, Luisa Zeitz) 1:53,47. Weitsprung: 1. Jacqueline Sterk (SWC Regensburg) 5,39 Meter; …10. Deborah Adam (TSV Münnerstadt) 4,70 Meter; 14. Luisa Ruck (TSV Münnerstadt) 4,63; 19. Leonie Warthemann (TSV Münnerstadt) 4,35.

Flott: Deborah Adam (358) vom TSV Münnerstadt sprintete über die 60 Meter der U18 auf Rang sechs.
Im Gleichschritt: Dimitri (rechts) und Ivane Antonov überzeugten neben ihrem Doppelsieg im Weitsprung auch im Finale über 60 Meter der Aktiven.
Weit: Nick Przeliorz vom TSV Münnerstadt holte in Fürth Bronze im Weitsprung der U18.

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