Juniorenfußball:

Eine JFG der Vernunft

Ziehen für den Nachwuchs an einem Strang: Die Verantwortlichen der JFG Sinntal/Schondratal mit (von links) Harald Möller... Foto: Beck

Nach den Herren nehmen am Wochenende auch die Junioren wieder ihren Spielbetrieb auf. Aus dem Kreis Rhön sticht vor Saisonbeginn vor allem die neugegründete JFG Sinntal/Schondratal ins Auge. Einerseits, weil sie dieses Jahr über alle Altersstufen hinweg die einzige Bezirksoberligamannschaft im Fußballkreis Rhön stellt. Die U13-Junioren der DJK Schondra, einer der Stammvereine der JFG, haben vergangene Saison als erste Mannschaft seit langem mal wieder den Klassenerhalt in Unterfrankens höchster Liga geschafft und somit der neuen JFG in dieser Altersstufe das Feld für diese Saison bestellt.

Andererseits fällt auch auf, dass da kein kleines Ding gedreht wurde mit ein paar Nachbarvereinen, sondern es hat sich eine Region mit sechs Stammvereinen zusammen getan. Der SC Oberbach steht genauso hinter der JFG wie der FC Bad Brückenau, der SV Riedenberg, der SV Wildflecken und die DJK Schondra. Zur letztgenannten gehört seit Jahren der Nachwuchs der DJK Breitenbach/Mitgenfeld dazu.

Und bei der Betrachtung kann man schon auch ein bisschen Wehmut bekommen. Vorbei also sind die Zeiten, in denen Dienstagabends der Spieltag der Nachwuchsfußballer aus der Kreisgruppe Bad Brückenau anstand. Bis vor etwa zehn Jahren hatten die Nachwuchsfußballer um die Sinnstadt noch eine eigene Gruppe, mit dem mittlerweile verstorbenen Spielgruppenleiter Georg Schneider aus Zeitlofs einen eigenen Spielgruppenleiter. Da kickten Dienstags zunächst die U9-Fußballer, dann die U11 und dann die U13- Teams.

„Die Zeiten sind vorbei und kommen wohl auch nicht wieder“, macht sich Mirko Metz, einer der JFG-Verantwortlichen vom SV Riedenberg, keine Illusionen. Und deswegen hätten sie auch keine andere Wahl gehabt, als die JFG zu gründen. Gerade bei der Schondraer BOL- Mannschaft haben schon vergangene Saison einige Kicker aus den Nachbarorten mitgespielt, eigenständig konnte ohnehin schon seit Jahren kein Verein mehr durchgängig die Altersklassen besetzen. „Selbst mit der jetzigen JFG können wir in der U17 und der U19 nur jeweils eine Mannschaft zum Spielbetrieb melden“, so Metz. Das verdeutliche schon, wie sehr den Stammvereinen einfach der Nachwuchs ausgehet. Beide Teams werden in der Kreisliga an den Start gehen. Immerhin bei den U15- Junioren kann man zwei Mannschaften stellen, eine geht in der Gruppe an den Start und eine in der Kreisliga. Bei den U13-Junioren stellt man sogar drei Teams. Hier ist man in der Kreisgruppe, in der Kreisliga und der Bezirksoberliga vertreten.

Insgesamt kann man sagen, „der Start ist gemacht und auch gelungen“, so Metz. Er verweist auf etwa 35 Mitglieder, die aus den Stammvereinen auch der JFG beigetreten sind und auf fruchtbare Anfangsgespräche mit Sponsoren. „Den großen Hauptsponsor werden wir wohl nicht finden, dafür aber sind wir mit zahlreichen kleineren Unterstützern im Gespräch“, so Metz. Auch die verschiedenen Trainer konnten zügig gefunden werden, man habe sie recht ausgewogen aus den einzelnen Stammvereinen besetzen können.

Dass freilich eine Problematik, die man im Juniorenbereich nun durch Zusammenarbeit aufzufangen versucht, irgendwann auch auf die Herrenmannschaften durchschlägt, ist allen klar. Die Zahl der Kinder ist weniger geworden, die Fußballbegeisterung ebenfalls, immer höhere berufliche Anforderungen, vor allem in punkto Flexibilität und Mobilität, spielen den Vereinen überdies alles andere als in die Karten. Es ist wohl leider nur eine Frage von wenigen Jahren, da werden einige Fußballplätze in der Rhön am Sonntag unbespielt sein, einige Sportheime leer stehen.

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