BAD KISSINGEN

Eine klare Rollenverteilung

Aubstadt geht als Favorit ins Duell, Großbardorf lauert auf seine Chance
Heißes Duell: Philipp Kleinhenz (rechts), Aubstädter mit Großbardorfer Vergangenheit, wird es auch diesmal einige Male mit Grabfeld-Gallier-Innenverteidiger Marcel Hölderle zu tun bekommen. Foto: Rudi Dümpert

Fussball

Bayernliga Nord TSV Aubstadt – TSV Großbardorf (Samstag, 16 Uhr)

Aubstadts Trainer Josef Francic ist nach dem ersten Saisondrittel und vor dem Heimspiel im Schulstadion gegen den Grabfeld-Rivalen TSV Großbardorf an diesem Samstag, 16 Uhr, „hoch zufrieden“. „Man kann zwar immer etwas besser machen. Aber ich bin zufrieden damit, was ich für einen Kader zur Verfügung habe.“ Man habe schon letztes Jahr einen sehr starken Zusammenhalt gespürt. Nachdem man vier Neue dazu geholt habe, habe er eine Bedingung gestellt: „Nur wenn es eine Mannschaft im besten Sinn ist, können wir etwas erreichen.“ Und so wie sie sich bisher präsentierten, auch nach Niederlagen, auch wenn einer nicht spielen durfte, sei man auch vom Atmosphärischen her sehr zufrieden. „Es ist eine intakte Mannschaft, in der jeder jeden respektiert und auch einsieht, dass er mal nicht spielt.“

Was Francic aber „wurmt, sind die vielen Ausfälle im offensiven Bereich, wo uns Max Schebak und Marino Müller noch nicht wirklich helfen konnten. Marino Müller ist wieder zurück. Mit Max Schebak wird es dieses Jahr wohl nichts mehr werden. Die hatten wir als feste Säulen eingeplant.“ Auch Keeper Christian Mack hat sich vor drei Wochen verletzt. Er war sieben Mal im Einsatz, bekam vier Gegentore, hielt fünf Mal zu Null. Wobei der TSV auf seiner Position mit ihm, Felix Reusch und dem aus der Bezirksliga gekommenen Benedikt Stöcker top besetzt ist. Die nur neun Gegentore in zwölf Spielen sind freilich das Werk der ganzen Mannschaft. Bei Stöcker, der in den letzten beiden Partien zwischen den Pfosten stand, sieht Francic große Fortschritte: „Man merkt, dass sich zum ersten Mal mit Holger Pecat ein Torwarttrainer richtig um ihn kümmert.“

Volltreffer des Gegners

Den Derby-Gegner kennt Francic gut, „so wie der uns auch. Wir wissen, dass sie eine gute Mannschaft haben mit 13 erfahrenen Spielern aus dem alten Kader und einigen jungen Kickern. Wenn ich ihre Besetzung gegen Aschaffenburg sehe, stelle ich fest, dass sie auf jeder Position gute Fußballer mit Charisma haben. Es ist eine eingespielte, eingeschworene Mannschaft, die nicht gern verliert und kämpft bis zur letzten Minute.“ Besonders Neuzugang Lukas Illig sieht Francic als Volltreffer. Auch Benedikt Floth sei eine Option für die Bayernliga. „Jetzt, da Piecha wieder zurück ist, kriegen sie auch wieder Stabilität rein. Er ist ein sehr, sehr wichtiger Mann für Großbardorf, der die Fäden im Mittelfeld zieht. Gerade im Mittelfeld sind sie bärenstark und vorne mit Manuel Leicht und mit Shaban Rugovaj. Ihre drei Niederlagen zuletzt sind nicht der Maßstab. Es ist immer schwierig, gegen sie zu spielen, gerade weil sie so kompakt stehen und kampfstark sind. Es war immer eine enge Kiste und ich denke, dass es wieder eine wird.“

Er erwarte ein Riesenspiel, „weil wir zu Hause spielen, weil wir Zweiter sind, weil wir außer Mack und Schebak komplett sind. Es wird wie immer sein: Wer zuerst ein Tor schießt, wird im Vorteil sein. Unsere Spieler können Derby, wissen, was sie erwartet. Sie wollen gewinnen, um vorne dran zu bleiben und sind top motiviert. Denn wenn du nach dem Spiel im Sportheim ein Bier trinkst, willst du gut dastehen.“ Lange Zeit lagen im Direktvergleich die Großbardorfer vorne. Erst vor vier Jahren etwa wendete sich das Blatt. Seither hatten die Aubstädter in den meisten Fällen die Nase vorn, wenn es um Punkte in der Liga oder den Pokal ging.

Vor fast auf den Tag genau vier Monaten hätten die Grabfeld-Gallier sogar die Aubstädter auf Platz 2 und damit in die Relegation zur Regionalliga hieven können, hätten sie in Aschaffenburg nicht 0:1 verloren, sondern gewonnen. Dann hätte es dieses Derby an diesem Samstag vielleicht gar nicht gegeben. Womit wir wieder bei der Zwischenbilanz wären. Deutlicher als es die Tabelle vor diesem Spiel aussagt, geht nicht: Großbardorf ist zurzeit die Mittelfeld-Mannschaft schlechthin. Platz 9 von 18, fünf Siege, zwei Unentschieden, fünf Niederlagen, 17 Punkte, 16:16 Tore. Wer die Grabfeld-Gallier aus dem Titelrennen schon gestrichen hat, muss womöglich seinen Strich wieder streichen. Zur Erinnerung: Vor genau einem Jahr hatten die Grün-Weißen nach zwölf Spielen nur einen Punkt mehr, ein Gegentor mehr und sprachen doch bis zur letzten Minute der Saison ein wichtiges Wort um den Aufstieg mit. „Interessant“, gesteht Trainer Dominik Schönhöfer.

Damit habe er sich noch nicht beschäftigt. Logisch, lautete seine Maxime vor dieser „Umbruchphase“ doch immer wieder, „sich im sicheren Mittelfeld bewegen, nach oben schauen, was geht, und mit Abstiegssorgen nichts zu tun haben.“ Voll im Soll also, der TSV Großbardorf. Apropos Umbruch: „Der Stamm der Mannschaft ist ja beisammen geblieben. Wir haben aber, gerade im Defensivbereich, mit Kanz, Kirchner, Freund und zuletzt Orf wichtige Spieler verloren und einige, die auf dem Sprung waren: Makengo, Ganz, Reith und Fleischmann. Dann galt es, wieder einen schlagkräftigen Kader zu formieren. Die Jungs kamen überwiegend aus unterklassigen Mannschaften, so wie Maxi Mosandl, Benedikt Floth und Lukas Illig, oder aus unserer eigenen, erfolgreichen Nachwuchsarbeit. Ich denke da an Ronny Mangold, Xaver Müller und Lukas Dinkel. Es ist aber ein Unterschied, ob ich Qualität aus der Landes- oder Bayernliga bekomme oder sie erst entwickle.“

Spiele leben von Taktik

Was Schönhöfer an den Aubstädtern besonders schätze? „Jeder Verein hat seine Gegebenheiten. Dennoch ist es nicht selbstverständlich, über so viele Jahre eine Mannschaft nach vorne zu bringen und dort zu etablieren. Bei anderen Vereinen geht es mal rauf, mal runter. Bei Aubstadt ist das ein kontinuierlicher Prozess. Seit Jahren spielen sie immer um den Aufstieg mit. Hut ab und Riesenkompliment vor allem an Josef Francic, an seine Mannschaft und die Vorstandschaft. Die machen hervorragende Arbeit.“ Wie das Derby an diesem Samstag wohl ausgehe? „Diese Spiele waren immer hart umkämpft und so wird es auch diesmal sein. Oft lebten sie von der Taktik und der Spannung. Die Favoriten sind wir nicht, das ist klar. Wir wollen so lange wie möglich gut mithalten und, wenn?s geht, mal ein anderes Ergebnis mitnehmen.“

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