Thulba

Als der FC Thulba in der Landesliga kickte

Nach dem Aufstieg aus der Bezirksoberliga sahen teilweise über 1000 Fans die Heimspiele der Frankonen.
Willkommen in der Landesliga: Unser Bild aus dem Jahr 1989 zeigt das Meisterteam des FC Thulba mit (hinten, von links) Vorsitzendem Otto Knoblauch, Betreuer und Masseur Erich Übel, Gottfried Gerlach, Alexander Hüfner, Bernhard Herrlein, Philipp Drilling, Volker Hüfner, Gerald Leser, Spielertrainer Peter Kunkel, Stefan Armbruster, Hans Heilmann, Jugendspieler Thomas Strauch und zweitem Vorsitzenden Gottfried Kolb sowie (vorne, von links) Dietmar Werner, Alexander Klubertanz, Robert Huppmann, W...       -  Willkommen in der Landesliga: Unser Bild aus dem Jahr 1989 zeigt das Meisterteam des FC Thulba mit (hinten, von links) Vorsitzendem Otto Knoblauch, Betreuer und Masseur Erich Übel, Gottfried Gerlach, Alexander Hüfner, Bernhard Herrlein, Philipp Drilling, Volker Hüfner, Gerald Leser, Spielertrainer Peter Kunkel, Stefan Armbruster, Hans Heilmann, Jugendspieler Thomas Strauch und zweitem Vorsitzenden Gottfried Kolb sowie (vorne, von links) Dietmar Werner, Alexander Klubertanz, Robert Huppmann, Wolfgang Baum, Dieter Klubertanz, Helmut Golling, Lothar Hänelt und Betreuer Günther Huppmann. Foto: Reith
| Willkommen in der Landesliga: Unser Bild aus dem Jahr 1989 zeigt das Meisterteam des FC Thulba mit (hinten, von links) Vorsitzendem Otto Knoblauch, Betreuer und Masseur Erich Übel, Gottfried Gerlach, Alexander ...

"Heute Kämpfer, morgen Gewinner. Schmerz geht vorbei, Stolz bleibt immer"! Das war und ist das Motto beim FC Thulba , der in der Saison 1988/89 den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierte. Da errangen die Frankonen die Meisterschaft in der Bezirksoberliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga. "Wir hatten einfach eine überragende Mannschaft mit vielen starken Individualisten, die eine richtig gute Kameradschaft pflegten", weiß Ehrenvorsitzender Otto Knoblauch. Tatsächlich verfügten die Gelb-Schwarzen über einen homogenen Kader mit vielen heute noch klangvollen Namen, angeführt von Spielertrainer und Torjäger Peter Kunkel , der vom SV Ramsthal gekommen war. "Peter war beruflich beim damaligen Grenzschutz in Oerlenbach und mit seiner ruhigen Art auf und neben dem Platz ein Vorbild", erinnert sich Gottfried Kolb, damals zweiter FC-Vorsitzender.

Künstler und Klopper

Im Kasten stand mit Wolfgang Baum ein sicherer Rückhalt, der sich nach seiner Fußballkarriere dem Golfen widmete und im vergangenen Jahr nach einem Herzinfarkt zu früh verstarb. Die Deckung wurde lautstark von Libero und Standard-Spezialisten Gottfried Gerlach organisiert, davor standen mit Vorstopper Lothar Hänelt, Alex Hüfner und Stefan Armbruster weitere zweikampfstarke Akteure. "Wir gingen robust zur Sache und schonten uns selbst nicht", sagt Hüfner. Ruhender Pol in der Zentrale war der Trainer selbst. "Der hatte ein feines Füßchen und einen richtigen Tor-Instinkt", lobt Philipp Drilling, der im offensiven Mittelfeld auflief und selbst reichlich Tore beisteuerte. Etwas Defensiver orientiert waren Gerald Leser oder der jetzige 1. Vorsitzende Dietmar Werner, während das Sturmtrio aus Hansi Heilmann und den flinken Außenstürmern Alexander Klubertanz und Helmut Golling bestand. Letzterer war vom Bayernligisten SV Heidingsfeld zur Kunkel-Elf gestoßen, um einige Jahre später zum Landesligisten nach Waldberg zu wechseln.

Um BOL-Meister zu werden, mussten Kunkel & Co allerdings das letzte Spiel beim Tabellenelften FC Laufach unbedingt gewinnen, saßen ihnen doch die Teams aus Höchberg und vom Würzburger FV im Nacken. Grund zum Jubeln hatten die 250 (!) mitgereisten Fans, als Peter Kunkel nach einer präzisen Golling-Hereingabe nur noch den Fuß hinhalten musste, dann per Strafstoß auf 2:0 erhöhte. Mit einem weiteren Elfer schaffte die Spessart-Elf nur noch den Anschlusstreffer.

Die intensiven Feierlichkeiten führten schließlich bis nach Berlin und später an den Plattensee, "wo die Mannschaft etwas für die Kameradschaft getan hat", so Hüfner schmunzelnd. Währenddessen galt es hinter den Kulissen die Landesliga-Saison vorzubereiten, "wobei wir uns keine teure Neuverpflichtungen, leisten wollten und konnten", so Knoblauch, schließlich hatte der Verein Verbindlichkeiten aufgrund diverser Baumaßnahmen. Die gezeigte Zurückhaltung sollte sich als richtig erweisen. "Der Otto hatte zu Recht keine Experimente unternommen", meint Drilling, "wobei uns klar war, dass der angestrebte Klassenerhalt aufgrund des kleinen Kaders schwer werden würde".

Ein schwerer Verlust war der Weggang von Peter Kunkel , der zum FC Hammelburg wechselte und von Jürgen Sykora ersetzt wurde. Für Wolfgang Baum, den es aus beruflichen Gründen nach Frankfurt zog, wurde der Herschfelder Andreas Kraus verpflichtet. "Die Landesliga-Saison war in jeder Hinsicht der Wahnsinn", erinnert sich Alex Hüfner. Zum Auftakt ging es für die Sykora-Schützlinge zum SV Memmelsdorf, wo man trotz 3:1-Führung nicht über ein 3:3-Remis hinauskam. Eine Woche später erschienen im 1000-Seelen-Ort zum ersten Heimmatch sagenhafte 1200 Zuschauer. Gegen den aus der Bayernliga abgestiegenen und selbsternannten Aufstiegsaspiranten FC Kronach waren die Frankonen klarer Außenseiter. "Doch mit unbändigem Willen haben wir 2:1 gewonnen", erzählt Drilling. "Von diesem Spiel habe ich so gut wie nichts gesehen, denn es galt ständig, Nachschub an Getränken und Bratwürsten zu organisieren", ergänzt Gottfried Kolb.

Unglückliche Niederlagen

Der Aufsteiger schlug sich in der Folgezeit wacker, agierte aber auch aufgrund von Verletzungsproblemen oft sehr unglücklich. "Wir kassierten etliche knappe Niederlagen , mussten uns zum Beispiel gegen den späteren Meister, die Würzburger Kickers , zweimal mit 0:1 geschlagen geben", so Otto Knoblauch. Mangelnde Erfahrung, fehlendes Glück und starke Konkurrenz führten schließlich zum Abstieg. "Wir bestritten in 52 Wochen 57 Spiele einschließlich Vorbereitung, Liga und Pokal", sagt Hüfner. Doch der Abstieg war aus Sicht aller Beteiligten kein Beinbruch. "Es war einfach ein Erlebnis, auf solch starke Gegner zu stoßen und unseren Fans sportliche Highlights zu bieten", sagt Knoblauch.

Historisch Mit dem Aufstieg aus der neu gegründeten Bezirksoberliga in die Landesliga feierten die Frankonen 1989 den größten Triumph ihrer bis dato 65-jährigen Vereinsgeschichte .

Spielertrainer Peter Kunkel hatte ein Jahr nach dem in der Relegation verpassten Aufstieg das Team zu einer Spitzen-Elf geformt. Damit trat der FC Thulba in die Fußstapfen eines FC Reichenbach, FC Bad Brückenau, FC 06 Bad Kissingen oder FC Hammelburg, die den Landkreis bereits auf Landesliga-Ebene vertreten hatten.

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