Güntersleben

Bittere Momente für Rannungen

Der TSV Rannungen muss nach der Niederlage gegen Uettingen in die Kreisliga absteigen.
Rannungen ist abgestiegen, Uettingen bleibt Bezirksligist,HMB Media/Volker Danzer       -  Rannungen ist abgestiegen, Uettingen bleibt Bezirksligist,HMB Media/Volker Danzer
| Rannungen ist abgestiegen, Uettingen bleibt Bezirksligist,HMB Media/Volker Danzer
Als Klaus Seufert am Mittwochabend kurz nach halb neun seine Spieler in einem Kreis um sich versammelt hatte, sprach der Trainer des TSV Rannungen in der Abendhitze auf dem Günterslebener Sportplatz tröstende Worte. Die waren auch nötig, hatte doch sein Team nach der 1:3 (0:2)-Niederlage im Relegationsspiel gegen den TSV Uettingen den Abstieg aus der Fußball-Bezirksliga Ost zu verdauen. "Das ist sehr bitter, die Enttäuschung ist riesig", erklärte Seufert, während die durch den Sieg geretteten Uettinger mit ihrem Anhang den Klassenerhalt mit lautstarken Gesängen feierten. Aber auch die Rannunger Spieler hatten sich zu ihren etwa 150 mitgereisten Anhängern begeben, um sich für den Beistand während der Relegation zu bedanken. "Es ist Wahnsinn, was für eine Unterstützung im Verein und im Ort da waren. Deshalb ist es umso bitterer, dass es nicht gereicht hat", bemerkte Torwart Florian Erhard.


Fünf Spiele in 15 Tagen

Für Rannungen war in die Partie in Güntersleben der unglückliche Abschluss eine Relegationsmarathons mit fünf Spielen in nur 15 Tagen. Gleichwohl hatte der Gegner die selbe Anzahl von Spielen bewältigen müssen. Dass die Kontrahenten unter diesen Bedingungen eine fußballerisch ansehnliche Partie lieferten, ist daher durchaus bemerkenswert.


Anfangs schien es so, als habe Rannungen die Strapazen besser verkraftet. Denn der 13. der Bezirksliga Ost wirkte in den ersten 20 Minuten spritziger und handlungsschneller. Allein klare Toraktionen sprangen dabei nicht heraus. Langsam verschoben sich die Gewichte, die Uettinger Offensivaktionen gewannen an Gefährlichkeit. Und schließlich ging Rannungens Gegner durch ein Traumtor in Führung. Peter Endres, einst für Darmstadt und Wehen-Wiesbaden in der dritthöchsten deutschen Klasse aktiv und bis Sommer 2017 Co-Trainer von Bernd Hollerbach beim FC Würzburger Kickers, nahm die Hereingabe nach einem Eckball volley und beförderte das Spielgerät aus 16 Metern Entfernung in den Winkel des Tores. "Von 100 Versuchen trifft der vielleicht einen so perfekt. Aber das Tor hat uns aus dem Tritt gebracht", kommentierte Rannungens Keeper Erhard die Aktion.


Eigentor von Keller

In den folgenden Minuten geriet seine Hintermannschaft dann massiv unter Druck. So klärte ein Verteidiger bei einem Schuss von Uettingens Spielertrainer Sebastian Gerlich, der erst zwölf Stunden vor dem Anpfiff nach einem Bali-Urlaub in Deutschland gelandet war, auf der Linie. Dann lief Lukas Weimer auf Erhard zu und schließlich am Keeper vorbei. Verteidiger Christian Keller versuchte zu klären, doch der Rettungsversuch landete im eigenen Tor (45.).


Der Akku ist leer

Kurz nach dem Wechsel kam bei Rannungen noch einmal Hoffnung auf, als der Uettinger Verteidiger Timo Geiger eine hohe Freistoßflanke ins eigene Tor köpfte (47.). Doch nach dem 1:2 kam nicht mehr viel von Seuferts Team, sieht man einmal von Benjamin Kaufmanns Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte ab, nach dem der 16-Meter-Schuss des Offensivspielers knapp am Uettinger Tor vorbeistreifte (83.). "Der Akku ist irgendwann auch einmal leer", erinnerte Seufert daran, dass seinem Team zu diesem Zeitpunkt bereits über 450 Minuten Relegation in nur 15 Tagen in den Knochen steckten. Und Uettingen war ein spielstarker Gegner mit einigen Akteuren mit höherklassiger Erfahrung, der sich immer wieder zu lösen wusste und der durch den Kopfballtreffer des eingewechselten Kevin Ille (89.) schließlich die Entscheidung herbeiführte.

Die Rannunger Spieler und Mannschaftsverantwortlichen bewiesen in den dann folgenden bitteren Moment, als der Abstieg feststand, Haltung. Sie versammelten sich alle im Kreis, gingen zu den Anhänger, wirkten auch in dieser Stunde wie eine Einheit. "Wir sind eigentlich nicht in der Relegation abstiegen, sondern in der Hinrunde", verwies Florian Erhard darauf, dass seine Mannschaft mit nur sieben Punkten in der ersten Halbserie schon in hoffnungsloser Position gewesen sei, bevor sie sich doch noch die Relegationsteilnahme erkämpft habe. Und Seufert sagte: "Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Und es geht ja weiter", verwies der Coach darauf, dass bereits Ende Juli die neue Kreisliga-Saison beginnt.

TSV Uettingen - TSV Rannungen 3:1 (2:0)

Tore 0:1 Peter Endres (35.), 0:2 Christian Keller (45., Eigentor), 1:2 Timo Geiger (47., Eigentor), 1:3 Kevin Ille (89.).

Schiedsrichter Horn (Volkach).

Zuschauer 675.

Rannungen Florian Erhard - Keller (85. Faulstich), Gehrig, Englert, Hüllmantel - Herbig, Berninger - M. Röder, Fabian Erhard, Kaufmann - Kraus (77. Weigand).

Uettingen Väth - Geiger, Endres, Bachmann, Fuchs - Bieber (90.+2 Meyer), Babl - Gerlich (73. Ille), Scheller - Schlessmann, L. Weimer.
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