LKR Bad Kissingen

Der Gegner ist im bayerischen Fußball nicht mehr tabu

Auf die Enttäuschung, dass Freundschaftsspiele in Kontaktsportarten untersagt bleiben, folgte die erlösende Ergänzung. Was müssen Teamsportler beachten?
Es darf wieder gespielt - und sogar gegrätscht werden, zumindest in Trainingsspielen.Archiv       -  Es darf wieder gespielt - und sogar gegrätscht werden, zumindest in Trainingsspielen.Archiv
Es darf wieder gespielt - und sogar gegrätscht werden, zumindest in Trainingsspielen.Archiv

Die Enttäuschung bei vielen Amateursportlern in Bayern war am Dienstag groß. Vor allem die Fußballer schlugen die Hände über dem Kopf zusammen ob der Meldung, dass Testspiele mindestens bis zum 16. August untersagt bleiben würden. Rainer Koch , Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands ( BFV ) und Vize des Deutschen Fußball-Bunds ( DFB ), kochte. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er: "Probleme bereiten bei der Bekämpfung des Virus im Moment am allerwenigsten die Menschen, die nicht ins Ausland in Urlaub fahren, sondern zu Hause bleiben und im August gerne unter Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen Fußballspiele zur Vorbereitung des Wettkampfspielbetriebs austragen wollen."

Prompt folgte am Mittwoch die Reaktion der Staatsregierung, wonach es pünktlich zum Wochenende mit Testspielen in Kontaktsportarten losgehen kann. Die Einschränkung, dass nur bayerische gegen bayerische Teams innerhalb Bayerns antreten dürfen und Zuschauer nicht zugelassen sind, dürfte zu verschmerzen sein. Diese zusätzliche Lockerung schreibt sich Koch auf seine Fahne - und auf die seines Verbands sowie des Bayerischen Landessportverbands (BLSV). "Es hat sich gelohnt, dass wir im Sinne unserer Vereine noch einmal bei der Politik vorgesprochen und unsere Interessen klar zum Ausdruck gebracht haben." Der BLSV hat seine Handlungsempfehlungen für Sportvereine entsprechend aktualisiert. Sportartenspezifische Details müssen aber die Fachverbände wie der BFV definieren. Zudem muss jeder Klub ein eigenes Hygienekonzept erarbeiten. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.

Ab wann sind Testspiele in Kontaktsportarten wieder erlaubt? Die Regelung gilt ab 1. August. Voraussetzung ist ein Hygienekonzept des Heimvereins, das auf Verlangen der zuständigen Behörde (Kommune oder Gesundheitsamt ) vorzulegen ist. Die meisten Vereine dürften aber bereits ein Konzept für den Trainingsbetrieb haben, das lediglich angepasst werden müsste. Der Mindestabstand von 1,5 Metern muss vor und nach dem Spiel nicht mehr zwingend eingehalten werden, wird aber weiter empfohlen. Die Erlaubnis beschränkt sich auf Spiele zwischen Vereinen aus Bayern. Zuschauer sind nicht zugelassen. Auf den Handschlag vor und nach dem Spiel wird verzichtet.

Wie soll so ein Rahmenhygienekonzept aussehen? Ein Muster dafür gibt es auf der Internetseite des BLSV. Vorgeschrieben ist zum Beispiel die Kontaktdatenerfassung aller Beteiligter zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten. Anwesend sein darf nur, wer für den Betrieb notwendig ist.

Strenger ist es bei Indoorsportarten: Hier muss die maximale Personenzahl individuell festgelegt werden. Sie richtet sich unter anderem nach den raumlufttechnischen Anlagen. Auf der Webseite können auch Plakate mit Sicherheitshinweisen runtergeladen und ausgedruckt werden. Was muss ich als Gastmannschaft bei einem Testspiel beachten? Es gilt das Hygienekonzept des Heimvereins, daran muss sich jeder halten. Der gastgebende Klub hat das Platzrecht und kann dies gegenüber Personen, die dem Konzept zuwiderhandeln, ausüben. Das gilt auch für eventuell auftauchende Zuschauer.

Was passiert, wenn ich kein standort- und sportartspezifisches Hygienekonzept habe oder dagegen verstoße? Wer als Veranstalter überprüft wird und kein Konzept vorweisen kann oder gegen Hygienevorschriften verstößt, muss mit 5000 Euro Bußgeld rechnen, jeder Teilnehmer mit 500 Euro.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den Sportarten, vor allem zwischen indoor und outdoor? Jeder Fachverband erstellt ein eigenes Hygienekonzept. Der BFV will seines "in den kommenden Tagen" präsentieren, erklärte Geschäftsführer Jürgen Iglspacher. Am Donnerstagabend fand eine Vorstandssitzung statt. Zudem wollte der Verband einen Kurzleitfaden herausgeben. Der Bayerische Handball-Verband will seine Handlungsanweisungen ebenfalls in Kürze an die Vereine verschicken. Beim Basketball-Verband gab es auf Nachfrage noch keine Auskunft zum weiteren Vorgehen.

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