Morlesau

Der sehr spezielle Nachbar des SV Morlesau

Warum beim SV Morlesau dem Ball schon immer nicht nur auf dem Spielfeld hinterher gejagt wird.
Das unmittelbar an der Fränkischen Saale gelegene Sportgelände des SV Morlesau aus der Vogelperspektive. Foto: sfs       -  Das unmittelbar an der Fränkischen Saale gelegene Sportgelände des SV Morlesau aus der Vogelperspektive. Foto: sfs
| Das unmittelbar an der Fränkischen Saale gelegene Sportgelände des SV Morlesau aus der Vogelperspektive. Foto: sfs

In guten wie in schlechten Zeiten bleibt die Fränkische Saale an der Seite des SV Eintracht Morlesau . Sprichwörtlich, weil das Flüsschen nur wenige Meter vom Spielfeld dahinfließt. Fluch und Segen zugleich. Der fruchtbare Boden macht den Rasenplatz weich und der Sprung ins kühle Nass ist ein Klassiker in den Sommermonaten. Zur Kehrseite der Medaille gehört das Nachjagen von "versenkten" Bällen, die in Richtung Roßmühle abdriften, und natürlich die Hochwasser-Gefahr . Beim Jahrhunderthochwasser (2003) war das geflutete Sportheim nur noch mit dem Boot erreichbar.

Aber aktuell darf ja nicht mal das Tischkicker-Turnier stattfinden, das sich großer Beliebtheit erfreut, sogar via Beamer übertragen wird. Keine Ligaspiele, keine Pokale und Urkunden, weil die Pandemie das Vereinsleben zum Stillstand gebracht hat. "Vereinssitzungen werden per Skype abgehalten, um die wichtigsten Sachen zu besprechen. Arbeiten am Sportgelände werden von höchstens zwei Personen erledigt", sagt Sport-Vorstand Matthias Schumm. In den Sternen steht, ob am Vatertag das Dorffest stattfinden kann, zu dem traditionell Spanferkel angeboten wird. Dann zählt wieder jede helfende Hand.

Schöne Erinnerungen

Bis zu der Saison 1999/2000 behielt der SV Morlesau seine Eigenständigkeit. Der größte sportliche Erfolg wurde in der Spielzeit 1988/89 gefeiert mit der Meisterschaft in der damaligen B-Klasse samt Aufstieg in die heutige Kreisliga unter Trainer Rainer Düsel. "In den drei Jahren unter André Betz hatte ich die für mich beste und erfolgreichste Zeit im Verein. André wusste uns zu jeder Zeit fit zu halten und hat für den richtigen Zusammenhalt in der Mannschaft gesorgt. Die Meisterschaft 2008/2009 war ein absolutes Highlight mit anschließendem Korso durch den halben Landkreis. Und als wir unter Kulttrainer Stefan Brustmann 2015/2016 den Titel holten, hatte unser Coach eigentlich nur den Nichtabstieg als Ziel angegeben", begibt sich Matthias Schumm auf eine nostalgische Zeitreise. Bemerkenswert freilich auch die Meisterschaft aus der Saison 1984/85, als der SVM ungeschlagen mit 42:6 Punkten seine C-Klasse dominierte.

Eine sportliche Zäsur gab es im Verein im Jahr 2019, als die langjährige Zusammenarbeit mit dem benachbarten SV Windheim endete. "Dass wir nach 20 Jahren Spielgemeinschaft keine gemeinsame Lösung gefunden haben, hat mich persönlich schon getroffen. Dennoch bin ich mit der Entscheidung, sich dem FC Obereschenbach anzuschließen, sehr zufrieden, da ich im Nachwuchsbereich mit vielen jetzigen Spielern aus Obereschenbach zusammengespielt habe. Und die Zusammenarbeit der Vorstandschaften beider Vereine ist sehr lobenswert", sagt Matthias Schumm.

Der Ort profitiert

Mannschaftssport und Vereinsleben haben den Gemeinschaftssinn im Ort geschärft. "Es ist schon toll, was über Jahrzehnte geschaffen wurde und dass es für mich überhaupt möglich war, ab dem Kindesalter hier Fußball spielen zu können. Leute wie Gerhardt Schmitt, Hans Peter Hergenröther, Franz Doschko oder Stefan Brustmann haben bei uns viel Zeit als Trainer und Betreuer investiert. Legendär waren die Busfahrten im VW- T3 vom Edwin Hergenröther zu den Auswärtsspielen. Da gab es viel zu lachen", kramt auch der für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortliche Florian Marx gerne in der prall gefüllten Erinnerungskiste. Komplettiert wird der SV-Vorstand von Steffen Schmidt (Finanzen) und Jannik Schneider (Bewirtung und Liegenschaften). Schriftführer ist Joachim Rügemer, Andreas Hergenröther steht dem Vergnügungsausschuss vor.

Während der Sportplatz anteilig für Heimspiele und die dazugehörigen Trainings genutzt wird, finden im Sportheim Veranstaltungen wie die Weihnachtsfeier, Federweißen- Abend oder die Kickerturniere statt. "Unser Sportheim wird aber auch gerne für private Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage gemietet", weiß Marx.

Um den vielleicht talentiertesten Morlesauer Kicker zu sehen, müssen die Fans allerdings die Landkreis-Grenzen verlassen. Elias Wehner kickt nämlich in der U16 der Würzburger Kickers .

Zahlen und Fakten

113 Mitglieder hat der SV Morlesau , darunter auch viele ehemalige, dem Verein verbundene Einwohner.

220 Einwohner hat Morlesau (ca. 160) samt dem zugehörigen Ortsteil Ochsenthal (ca. 60).

1962 ist das Jahr der Vereinsgründung. Seit 2018 führen vier gleichberechtigte Vorstände den SV Morlesau .

7 Spieler des SV Morlesau kicken aktuell beim A-Klassisten SG Obereschenbach/ Morlesau .

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