Hammelburg

Die Hammelburg Volleys spielen gegen Friedrichshafen und Freiburg Doppel-Trumpf

In zwei Heimspielen hintereinander muss der TV/DJK beweisen, dass er mit seinem ausgewogenen Kader das bessere Blatt als die Gegner in der Hand hat.

Hammelburg Volleys - Youngstars Friedrichshafen (Samstag, 20 Uhr) Hammelburg Volleys - FT 1848 Freiburg (Sonntag, 15 Uhr) Cornel Closca, ein großer Zocker? Eher nicht. Aber der Headcoach der Hammelburg Volleys wirbelt gerne seine Startaufstellung durcheinander, um jedem Akteur Zeit auf der Liga-Spielfläche zu verschaffen. Diese Strategie wird er dieses Wochenende beim Doppel-Heimspieltag verfeinern müssen. Auch wenn Closca nicht komplett verrät, wie er die Karten im Kader mischt, steht fest: Er spielt auf Doppel-Trumpf.

" Doppelkopf ", das vor allem in norddeutschen Landen beliebte Kartenspiel für drei bis sieben Akteure, kennt der Trainer nicht so. Dafür umso besser "66", das er in seiner rumänischen Heimat oft zockte. Dabei ist eine Doppelstrategie durchaus angebracht angesichts der zeitlich eng angesetzten Spiele gegen Friedrichshafen am Samstagabend und Freiburg am Sonntagmittag.

Probleme mit der Motivation?

Für seine Mannschaft bedeutet das unter Umständen Probleme mit der Motivation. Das zeigte ein Spieltag in der vergangenen Saison, als die Volleys gegen Staffelfavorit Grafing grandios aufschlugen und einen Tag später just in Friedrichshafen nach lascher Leistung 2:3 unterlagen. Und so kündigt der Trainer schon mal an, dass die Wechsel zwischen den Partien am Samstag und Sonntag "relativ groß im Vergleich zu normalen Spieltagen" ausfallen.

Und noch mehr: Im Training unter der Woche hat Closca in zwei festen, mehr oder weniger gleichstarken Mannschaften trainieren lassen. In dieser Zusammenstellung will er sie jeweils in den beiden Wochenendspielen auf die Platte schicken. Wobei die Startsechs gegen die stärker eingeschätzte FT Freiburg (9. Platz, acht Punkte) wohl ein Stück hochwertiger ausfällt als gegen Schlusslicht Friedrichshafen (ein Punkt). Wobei der Coach die Stützpunkt-Truppe vom Bodensee auch nicht unterschätzen will.

Dem 46-Jährigen kommt nach eigenen Angaben zugute, dass der Hammelburger Kader - anders als in früheren Spielzeiten - recht ausgeglichen besetzt ist. Closca kann auf "zwölf bis 14 Spieler bauen, die alle fit sind". Wenig Gefahr also für den Trainer, sich zu verzocken.

Apropos Zweifachstrategie und Friedrichshafen: Zu Closcas Doppeltrumpf könnten sich zwei Spieler entwickeln, die im dortigen Volleyball-Stützpunktteam ihre Ausbildung genossen haben: Severin Hauke und Moritz Rauber. Beide gelten als Außenangreifer, füllen laut Closca "dieselbe Position beim Zuspieler" aus. Es wird spannend sein zu sehen, ob und wie der Headcoach das "doppelte Hammelburger Lottchen" in die einzelnen Teams einordnet.

"Wir überlegen, ob Severin Hauke am Samstag und Moritz Rauber am Sonntag spielt", sagt Closca. Noch tiefer will sich der 46-Jährige nicht in die Karten schauen lassen. Natürlich stehen als Außenangreifer auch der zuletzt starke Lorenz Karlitzek und Moritz Zeitler bereit.

"Bube - Dame - König - Ass" - so schmettert es Volleys-Sprecher Oliver Wendt bei Heimspielen stets durch die Saaletalhalle, wenn ein Hammelburger eine Angabe direkt im Feld des Gegners versenkt. Dieser Ruf wird dieses Wochenende nicht zu hören sein. Zum einen, weil die Zuschauer fehlen, deren Stimmung Wendt befeuern könnte. Sowohl die Partie gegen Friedrichshafen als auch die gegen Freiburg werden als Geisterspiel ausgetragen. Eine Premiere für die Hammelburger Volleyballer .

Livestream aus dem Geräteraum

Zum anderen wird Olly Wendt an anderer Stelle gebraucht. Er soll - gemeinsam mit Sebastian Becker - den jeweiligen Livestream zu den beiden Heimspielen auf "Sporttotal.tv" kommentieren. Becker, eher als stiller Hallen-Discjockey bekannt, ist "ein bisschen aufgeregt". Das Moderieren eines Livestreams unterscheide sich von dem, was er und Wendt bisher gemacht hätten. "Wir werden deutlich mehr erzählen, den Zuschauern die Spielzüge erläutern."

Becker baut darauf, dass er und Wendt ein eingespieltes Team sind. Die Doppel-Moderatoren werden, Corona-mäßig abgeschirmt, aus dem Geräteraum berichten. Damit ihre Stimmen im Stream besser zu hören sind, wurde ein weiteres Mischpult angeschafft. Eine neue Kamera und ein Mikro sollen optimal übertragen, was in der Halle geschieht.

Ein doppelter Heimspieltag bedeutet auch eine doppelte Corona-Überprüfung. So werden die Hammelburger Spieler am Freitag nach dem Training und am Sonntagvormittag auf Covid-19-Infektionen getestet. Bei den Friedrichshafenern findet das am Samstagvormittag, vor der Fahrt in die Weinstadt, und bei den Freiburgern am Sonntagmorgen. Deswegen wurde das ursprünglich für 14 Uhr angesetzte Match in Hammelburg um eine Stunde auf 15 Uhr verschoben.

Sechs Punkte aus zwei doppelten Heimspielen: Sollten die Hammelburg Volleys das schaffen, wäre klar, dass Trainer Cornel Closca sich nichtverzockt hat. Und dann nennen sie ihn vielleicht bald respektvoll den "Großen Spieler".

Friedrichshafen bringt viele Talente und künftige Stars mit

Maue Bilanz Mit dem Team der Kaderschmiede vom Bodensee kommt das Tabellenschlusslicht der Liga in die Saalestadt. Den Nachwuchstalenten von Stützpunkttrainer Adrian Pfleghar gelang in den bisherigen sechs Begegnungen kein Sieg. Mit Ausnahme der Partie gegen Freiburg zeigt ein genauerer Blick auf die Satzergebnisse jedoch, dass keineswegs ein Team nach Hammelburg kommt, dem es einzig um das Sammeln von Erfahrungen geht. So musste man sich gegen Schwaig nach einer hart umkämpften Begegnung erst im entscheidenden Tie-Break geschlagen geben.

Steile Karrieren Die Jungs von Friedrichshafener Bundesstützpunkt stehen neben der Schule täglich bis zu drei Stunden in der Halle. Nach dem Schulabschluss schaffen es einige in die 1. Bundesliga; andere spielen auch weiterhin hochklassigen Volleyball in Zweitligateams, wo sie ebenfalls niemals vom Radar der Talentscouts verschwinden. Im Team der Hammelburger haben die Cousins Moritz Rauber und Neuzugang Severin Hauke ebenfalls eine Ausbildung bei den Volley Youngstars durchlaufen. Letzterer hat noch mit einigen der heutigen Gegner zusammen im Team gespielt.olly

Freiburg leidet unter den Corona-bedingten Spielabsagen

Holpriger Start Zwar konnten die Breisgauer von ihren bisherigen sechs Partien nur die Spiele gegen Mainz und Friedrichshafen für sich entscheiden, leiden aber seit Saisonbeginn besonders unter coronabedingten Spielabsagen. Zu Saisonbeginn musste sich das gesamte Team aufgrund eines positiv getesteten Spielers in zweiwöchige Quarantäne begeben, sodass sich die Spieler in dieser Zeit daheim fit halten mussten und kein Training möglich war. Beim geplanten Auswärtsspiel gegen Bliesen musste das Team von Trainer Jakob Schönhagen auf der Autobahn umdrehen, da die Fallzahlen im Zielgebiet einen kurzfristige Spielabsage notwendig machten. Ende Oktober schlug der Virus bei Freiburg erneut zu, sodass auch das Heimspiel gegen Kriftel abgesagt wurde.

Spannende Duelle Auch wenn der Trainingsbetrieb der Breisgauer derzeit eher "sporadisch" ist, versprechen Duelle gegen Freiburg Spannung und Emotion, zumal die Begegnungen gegen Gotha und Schwaig trotz widriger Umstände erst im Tie-Break verloren wurden. Mit dem Finnen Matias Kurppa wechselte ein Top-Zuspieler, der 2018/19 bei den Blue Volleys Gotha agierte, zur Turnerschaft. olly

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