LKR Bad Kissingen

Die Sportvereine lassen sich nicht unterkriegen

Die Corona-Pandemie schadet auch den Clubs. Aber weniger gebaut und geplant wird trotzdem nicht.
Der Fußballbetrieb ruht, dennoch werden die Sportanlagen in Schuss gehalten. Foto: Sportplatzprofi       -  Der Fußballbetrieb ruht, dennoch werden die Sportanlagen in Schuss gehalten. Foto: Sportplatzprofi
Der Fußballbetrieb ruht, dennoch werden die Sportanlagen in Schuss gehalten. Foto: Sportplatzprofi

Mit Milliarden wird in Corona-Zeiten jongliert. Etwas "billiger" macht es der Sport - was es garantiert nicht besser macht. Gerechnet wird mit einer Gesamtschadens-Summe von etwa 200 Millionen Euro - allein für den Sport im Freistaat. "Für uns hat nach dem Gesundheitsschutz eine staatliche Unterstützung in Form eines finanziellen Hilfspaketes daher nach wie vor oberste Priorität, um die Existenz unserer Vereine und Fachverbände zu sichern", sagt mit Jörg Ammon der Präsident des Bayerischen Landessport-Verbandes (BLSV).

Mächtiges Zahlenwerk. Aber was bedeutet die Pandemie konkret für unsere Sportvereine ? Erst recht für Clubs, die größere Projekte und Veranstaltungen geplant haben - wie zum Beispiel der TSV Münnerstadt und der FC Rottershausen.

Johannes Wolf ist überzeugt, "dass wir mit einem kleinen blauen Auge davonkommen." Und das trotz diverser Herausforderungen, die der TSV Münnerstadt zusätzlich meistern muss, insbesondere in finanzieller Hinsicht. Mit den Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen und Pacht kann der Finanz-Vorstand im TSV wie gewohnt planen. Doch insbesondere der Ausfall der Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum Mitte Juli reißt eine Lücke in den Etat. "Da wären wir über die vier Tage mit mehreren Ständen und 150 Helfern vertreten gewesen. Aber auch kleinere Veranstaltungen fallen uns weg", sagt Johannes Wolf .

"Wenn wieder Veranstaltungen erlaubt sind, müssen wir kreativ sein, um die Einbußen möglichst gut zu kompensieren." Einfallsreich sind die TSV-ler schon jetzt bei den Sportangeboten. So wird das Bodystyling digital angeboten, der Yoga-Kurs könnte demnächst in dieser Art folgen.

Vor dem 1. September wird es auch für den FC Rottershausen keine Fußballspiele geben. Das Leichtathletik-Sportfest sowie das Lutzi-Festival sind abgesagt. Aber an einem seit längerem geplanten Projekt will der Sportverein festhalten: die Sanierung des Sportplatzes. "Auf unserem Hauptspielfeld wollen wir eine Zusatz-Drainage installieren und im Zuge dieser Maßnahme das Spielfeld begradigen", sagt FC-Vorsitzender Hergen Vollert.

Heimspiele könnten in dieser Zeit beim Fusionspartner FC Eltingshausen ausgetragen werden. "Oder wir stellen beim BFV einen Antrag, die Spiele der Vorrunde alle auswärts zu bestreiten. Das hängt auch davon ab, wann es überhaupt weitergehen kann."

Schon im März vergangenen Jahres hatten die Mitglieder bei einer Abstimmung ihr O.K. zu diesem Bauvorhaben gegeben, das bei der jüngsten Mitgliederversammlung, noch vor den Kontaktbeschränkungen, konkret vorgestellt wurde. "Die Gemeinde Oerlenbach hat eine finanzielle Unterstützung zugesagt und der Zuschuss-Antrag beim BLSV ist gestellt", sagt Hergen Vollert. Für eine Fachfirma hat sich der FC Einigkeit bereits entschieden. Diese kann allerdings erst beauftragt werden, wenn der BLSV den Antrag genehmigt hat. "Der Plan ist, am 1. September mit den Baumaßnahmen zu beginnen. Wir hoffen, dass dieses Datum eingehalten werden kann", sagt Vollert.

Die von der bayerischen Landesregierung in Aussicht gestellte finanzielle Unterstützung der Sportvereine ist für Martin Wende ein "Signal in die richtige Richtung. Ich gehe davon aus, dass der Sportstättenbau weiterhin gefördert wird." Knapp über 20 Anträge aus dem Landkreis Bad Kissingen werden vom BLSV geprüft; dazu kommt ein halbes Dutzend an Projekten, die in Planung sind. Von einem Bauvorhaben zurückgetreten sei aktuell kein Verein. Es waren auch nur wenige Vereine, die sich beim BLSV-Kreisvorsitzenden in den vergangenen Wochen erkundigten, ob sich in Corona-Zeiten etwas ändere bezüglich der Förderrichtlinien.

Die Anträge der Sportvereine gehen wie gewohnt parallel an den Kreisverband und in die Zentrale nach München. "Ich habe keine Entscheidungsgewalt und gebe nur eine Stellungnahme zum jeweiligen Projekt ab. Klar, dass diese im Sinne unserer Vereine wohlwollend ausfällt", sagt Martin Wende . Erst wenn aus München das "Ja" kommt, können die Vereine mit konkreten finanziellen Mitteln planen.

Keinen Grund zur Klage gibt es in diesen Tagen bei der Firma "Sportplatz-Profi" aus Sandberg-Kilianshof mit ihren zehn Angestellten. "Wir sind mit Bauaufträgen in der näheren und weiteren Region gut ausgelastet. Weil der Spielbetrieb ruht, ist die Sportplatzpflege sogar einfacher zu händeln. Einen Einbruch erwarten wir allenfalls im nächsten Jahr aufgrund fehlender Einnahmen bei den Sportvereinen ", sagt Senior-Chef Franz Söder. Auch das international laufende Geschäft mit dem Bau von Reitplätzen laufe unverändert gut.

Johannes Wolf kann der aktuellen Lage in finanzieller Hinsicht sogar etwas Positives abgewinnen. "Die Kosten aus dem Sportbetrieb werden sich trotz der fehlenden Eintrittsgelder beim Fußball reduzieren. Wir sparen uns zum Beispiel durch die fehlende Nutzung an Sportstätten Miet- und Pachtzahlungen an die Stadt", sagt Wolf. Die Übungsleiter würden nach geleisteten Stunden abgerechnet. Was Löhne und Gehälter angeht, wurde mit den wenigen Beteiligten eine einvernehmliche Lösung gefunden.

Etwa 1250 Mitglieder hat der TSV Münnerstadt . Gekündigt haben in den vergangenen Wochen nur ganz wenige Mitglieder. "Dafür sind aber auch neue dazugekommen. Das ist keine Selbstverständlichkeit", sagt Johannes Wolf .

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