Bad Kissingen

Ehrenamtsfinder: Gratis-Angebot ohne Haken

Ein Projekt, welches Vereine und Freiwillige auf unkomplizierte Art und Weise zusammenbringen soll. Derweil steht beim BLSV eine Gebührenerhöhung im Raum.
Treffer! So schaut es aus, wenn eine Anfrage auf dem Ehrenamtsfinder 2.0 Erfolg hat. Foto: Screenshot       -  Treffer! So schaut es aus, wenn eine Anfrage auf dem Ehrenamtsfinder 2.0 Erfolg hat. Foto: Screenshot
| Treffer! So schaut es aus, wenn eine Anfrage auf dem Ehrenamtsfinder 2.0 Erfolg hat. Foto: Screenshot

Ehrenamtsfinder 2.0 - hört sich schon ein wenig sperrig an. Dabei handelt es sich um ein interessantes Internet-Angebot für Vereine sowie Menschen, die sich ehrenamtlich im Freistaat engagieren wollen. "Das in Bayern tiefverwurzelte Ehrenamt wird mit dem Ehrenamtsfinder 2.0 weiter gestärkt. Hiermit soll insbesondere auch Menschen mit Migrationshintergrund der Einstieg ins Ehrenamt erleichtert werden", sagt dazu Bayerns Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann . Bayernweit engagiert sich aktuell fast jeder Zweite in irgendeiner Form freiwillig, doch längerfristige Bindungen an ein Ehrenamt gehen Studien zufolge stark zurück.

Der Regionalverband München der Johanniter Unfallhilfe hat den "bayernweiten Ehrenamtsfinder" im Rahmen des vom Bayerischen Innenministeriums geförderten Projekts "Integration in Bayern: Bring Dich ein! Ehrenamt verbindet" entwickelt. Bei dem Projekt handelt es sich um eine Kooperation acht verschiedener bayerischer Regionalverbände.

"Als eigenständige Website betrieben bzw. in andere Websites integriert, eignet sich diese Suchmaschine einerseits für die Ehrenamtssuche auf kommunalen Seiten, andererseits aber auch für die Suche nach ehrenamtlichen Helfern in Organisationen und Vereinen. Er bietet einen schnellen und unkomplizierten Kontakt zum direkten Ansprechpartner im jeweiligen Verband", heißt es in einem Beitrag auf der Homepage der Bayerischen Staatsregierung.

Aufschlussreiche Demo-Version

Der Ehrenamtsfinder 2.0 ist online abrufbar über www.finde-dein-ehrenamt.de. Noch stammen die meisten Angebote von den Johannitern respektive aus deren Umfeld. Eine Demo-Version gibt Aufschluss darüber, wie Vereine und Freiwillige zueinander finden können. Beginnend mit einer regionalen Eingrenzung über die Postleitzahl. Weitere Abfrage-Parameter sind beispielsweise das Alter, der Besitz eines Führerscheins, die in Aussicht gestellte Stundenzahl fürs ehrenamtliche Engagement oder ob die Beschäftigung bevorzugt im Freien oder im Gebäude stattfinden soll.

Ein abschließender Klick bringt im besten Fall eine Auswahl an passenden Angeboten, die gemeinsames Kochen ebenso beinhalten können wie den Besuchsdienst für Senioren, die Hausaufgabenbetreuung oder den "Job" als Trainer oder Übungsleiter.

Positives Echo aus dem Kreisverband

Für den Landkreis Bad Kissingen sind noch keine Angebote eingestellt, aber die Idee als solche goutiert Martin Wende . "Wenn dadurch Leute für das Ehrenamt zu gewinnen sind, sollte man diese Kampagne auch unterstützen. Der BLSV-Kreistag, der in diesem Jahr leider nicht stattfinden kann, wäre eine passende Plattform, um dieses Projekt unseren Vereinen vorzustellen", sagt der BLSV-Kreisvorsitzende aus Hammelburg. Kritisch beurteilt Martin Wende dagegen aktuelle Pläne des BLSV, die Beträge seiner Mitgliedsvereine ab Januar zu erhöhen. "Wir im Kreis Bad Kissingen haben immer ordentlich gewirtschaftet und sind nicht auf höhere Beiträge angewiesen. Außerdem sollte Transparenz darüber bestehen, was mit diesen Mehreinnahmen geschieht."

Zumindest für "ungeschickt" hält der Bezirksvorsitzende Günther Jackl (Steinbach) dieses Vorgehen: "Der Verband hat die Beiträge 20 Jahre lang nicht angetastet. Erst im Januar dieses Jahres kam dann eine Erhöhung um fünf Prozent und nun wird eine erneute Erhöhung um weitere fünf Prozent diskutiert. Das ist in meinen Augen ein schlechtes Zeichen - gerade in diesem Jahr."

Der unterfränkische Bezirksverband hat auch deshalb einen Antrag ans BLSV-Präsidium gestellt. Inhalt: Der BLSV möge die bayerische Staatsregierung auffordern, die Beiträge der Vereine komplett zu übernehmen. "So würden sämtliche Vereine von einer staatlichen Hilfe profitieren", sagt Jackl. Die Beiträge würden sich auf etwa 15 Millionen Euro belaufen, eine Summe, die in etwa auch der Vereinspauschale entspricht.

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