LKR Bad Kissingen

Eine Tennis-Runde für den Übergang

Obwohl die Wettkämpfe voraussichtlich am 15. Juni starten dürfen, stehen die Fans des weißen Sports vor einer Sommersaison ohne richtigen Wert.
Eine besondere Saison in der Landesliga wartet aufgrund der Corona-Beschränkungen auf Dominik Kiesel (im Bild) und seine Teamkollegen von den Herren-30 des TC Rot Weiß Bad Kissingen. Foto: ssp       -  Eine besondere Saison in der Landesliga wartet aufgrund der Corona-Beschränkungen auf Dominik Kiesel (im Bild) und seine Teamkollegen von den Herren-30 des TC Rot Weiß Bad Kissingen. Foto: ssp
Eine besondere Saison in der Landesliga wartet aufgrund der Corona-Beschränkungen auf Dominik Kiesel (im Bild) und seine Teamkollegen von den Herren-30 des TC Rot Weiß Bad Kissingen. Foto: ssp

Noch eine ganze Woche länger warten: Die Tennis-Wettkämpfe im Amateurbereich starten erst ab 15. Juni, nicht wie ursprünglich verkündet am 8. Juni. Hubert Schott von der Tennisabteilung des FC Frankonia Eltingshausen ficht das nicht an. "Hauptsache, wir können spielen." Ihm und anderen Verantwortlichen im Landkreis stellen sich viele Fragen, was den Spielbetrieb angeht. Eigentlich sollte die Medenrunde 2020 Anfang Mai starten. Doch das Corona-Virus blockierte nahezu jeden Sport, brachte fast jeden Spielbetrieb zum Erliegen.

Eine positive Nachricht ist, dass nun doch Doppel gespielt werden kann. Nachdem der Mindestabstand im Doppel während den Ballwechseln nur in seltenen Ausnahmefällen unterschritten werde, ist das bayerische Innenministerium zu dem Schluss gekommen, dass das Doppel kontaktlos im Rahmen der geltenden Corona-Abstandsregeln erfolge. Damit, so der BTV, kann offiziell ab sofort auch Doppel im Verein gespielt und trainiert werden.

Tennis gehörte zu den ersten Sportarten, für die es Lockerungen gab. Seit 11. Mai darf auf bayerischen Tennisplätzen wieder aufgeschlagen und retourniert werden. Ein Angebot, das viele Sportler offensichtlich annehmen. Die Courts der Region sind gut belegt - auch wenn mit großen Einschränkungen trainiert wird.

So dürfen auch in Hubert Schotts Abteilung nie mehr als fünf Mann auf ein Spielfeld. Sie müssen Abstand voneinander halten; Körperkontakt ist streng untersagt. Trotzdem freut sich Schott über den regen Trainingsbetrieb. Der Abteilungsleiter, der auch für Hygiene zuständig, hat Desinfektionsmittel aufgestellt, das die Spieler ausgiebig nutzen sollen. Außer den Toiletten ist im Tennisheim alles - also auch die Umkleiden und Dusche - abgeschlossen. Alle müssen in Trainingsklamotten zum Training erscheinen und sich danach daheim waschen. "Wir müssen es so hinnehmen, wie es ist. Die meisten Fußballer dürfen gar nicht spielen", sagt Schott. Ein Satz, der auch zur Verschiebung der Medenrunde passt. "Eine Woche früher oder später - das macht es nicht aus." Auch sonst im Verein würde niemand darüber schimpfen.

Trotzdem wird der Wettkampfbetrieb sich anders anfühlen als sonst - wenn er denn zum 15. Juni beginnt. Davon ist Hubert Schott überzeugt. Schon für die Fahrt zu Auswärtsspielen werden wohl mehrere Pkw nötig sein. Alle Mann in ein Auto pferchen? Derzeit einfach unmöglich. Wenn dann die sechs Frankonen einer Mannschaft den sechs Spielern des anderen Vereins gegenüberstehen, darf es kein Abklatschen, keinen Händedruck geben, auch nicht untereinander. Und die übliche gemeinsame Brotzeit nach dem Wettkampf muss wegen der Corona-Beschränkungen entfallen.

Die Älteren melden sich ab

Insgesamt 21 aktive Spieler der FC-Tennisabteilung wird das betreffen. Sie teilen sich in zwei AK-30- und ein AK-40-Männerteam auf. Die Jugend, sagt Schott, beginnt erst nach den Pfingstferien wieder mit dem Training. Um in einer Medenrunde mitzuspielen, verfüge der Verein über zu wenig Nachwuchsspieler.

Markus Wittek vom TC Rot-Weiß in Bad Kissingen wird für die Medenrunde "vom Jugendbereich bis zur Herren-40 alles melden", was der Verein an Mannschaften anzubieten habe. Was die Altersklassen darüber angeht, hegt der Sportwart seine Zweifel. Denn die Sommerrunde 2020 gilt jetzt schon als Übergangssaison - ohne reguläre Auf- und Absteiger. Die 55er, 60er und 65er treffen in der Bayern- beziehungsweise Landesliga auf Teams zum Beispiel aus Cham und Regensburg. In deren Kadern stehen oft mehrere Ausländer, beispielsweise Tschechen. "Für die lohnt es sich nur, wenn es um etwas geht. So treten die dortigen Mannschaften nicht in Bestbesetzung an." Somit werde die Runde für viele Vereine uninteressant. Noch bis 29. Mai bietet der BTV seinen Tennisvereinen die Möglichkeit, Mannschaften an- oder abzumelden.

Beim TC Blau Weiß Bad Brückenau überlegen die Herren-55, ob sie zurückziehen, sagt Vorsitzende Dorothea Fick auf Anfrage. "In der Damenmannschaft sind alle froh, dass doch ein paar Spiele stattfinden. Es sind sowieso nur fünf", ergänzt sie. Da seien die Bedingungen und der Zeitpunkt des Saisonstarts egal. Auf der Tennis-Anlage mit ihren vier Plätzen im Staatsbad Brückenau hat der Trainingsbetrieb längst wieder begonnen. Und obwohl dem Klubheim zuletzt eine Frischkur verpasst wurde, bleibt es geschlossen. Ebenso die benachbarte Tennishalle . Ihre Mutter und Schriftführerin Friederike Ferkinghoff versteht zwar nicht ganz, warum Letztere zu ist. Die Corona-Regeln seien dort wie auch im Freien ähnlich schwer zu überwachen. Doch ihre Tochter sagt: "Da müssen wir auf den gesunden Menschenverstand der Spieler achten."

Finanzielle Einbußen

Der TC Hammelburg hat seine Herren-50-Mannschaft bereits abgemeldet, informiert Vorstandssprecher Egon Schaub-Römisch. Bei den Herren 30 und den Damen stehe eine Entscheidung noch aus. Auch wenn die Tennishalle vom 1. Mai bis 1. Oktober sowieso geschlossen ist und die aufgearbeiteten Tennisplätze seit 11. Mai offen sind: Die Corona-Ruhe war "für alle eine sehr starke Einschränkung gewesen", so Schaub-Römisch. Ein finanzieller Nachteil sei entstanden, auch, weil spielende Gäste fehlten. "Das war ein Ausfall, der wehtat."

Dennoch sind sie beim TC Hammelburg froh, wieder spielen zu können. Wenn auch die von den anderen Vereinen bekannten Auflagen, was Umkleiden, Duschen und Klubheim angeht. Eines liegt Schaub-Römisch noch auf der Zunge: "Wir wollen endlich die Jahresversammlung durchführen. Es wären Neuwahlen dran." Nun warte man auf politische Vorhaben beziehungsweise Vorgaben für die Vereine. Ein Termin für die Versammlung sei nicht in Sicht.

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