Bad Kissingen

Eine veritable Hängepartie an den Schießständen

Im Rhön-Saale-Gau soll so schnell wie möglich wieder Leben in die Schützenhäuser einziehen, denn schon jetzt gibt es akute Termin-Probleme.
Es wird noch etwas dauern, bis die Schützen wieder den Finger am Abzug haben. Foto: Archiv Saale-Zeitung       -  Es wird noch etwas dauern, bis die Schützen wieder den Finger am Abzug haben. Foto: Archiv Saale-Zeitung
| Es wird noch etwas dauern, bis die Schützen wieder den Finger am Abzug haben. Foto: Archiv Saale-Zeitung

Fernwettkämpfe bei den Sportschützen ? Das ist ein bisschen so wie der Abholservice in der Gastronomie. Besser als nichts, um irgendwie über die Runden zu kommen. Aber es fehlt nun mal das Gesellige. Natürlich hinkt der Vergleich, weil es in der einen Sparte schlichtweg um Existenzen geht. Aber schmerzhaft ist er für die Gilden im Rhön-Saale-Gau schon, der Blick auf aktuell verschlossene Schützenhäuser.

Ein Teil der Rundenwettkämpfe hatte bereits begonnen, als der November-Lockdown alles wieder auf Null setzen sollte. Ob es am 1. Dezember weitergehen kann? Das steht ebenso in den Sternen wie der Modus einer möglichen Saison-Fortsetzung. Sicher ist nur, dass im April auf oberster Gauebene Klarheit herrschen muss in Sachen Auf- und Absteiger aufgrund der Verzahnung mit den Mannschafts-Wettkämpfen auf Bezirksebene.

Beginn mit der Rückrunde?

Ein mögliches Szenario ist, dass die Saison quasi neu gestartet wird, und zwar mit der Rückrunde. Sollte diese problemlos und zeitlich straff durchgeführt werden können, bliebe die Option, danach die eigentliche Vorrunde anzuschließen. Inwieweit die bereits ausgetragenen Wettkämpfe gewertet werden, muss noch an verantwortlicher Stelle geklärt werden.

"Wenn von der Politik die Erlaubnis kommt, wollen wir so schnell wie möglich loslegen. Wenn das aber erst Mitte Dezember wäre, brauchen wir in diesem Jahr eigentlich gar nicht mehr anfangen aufgrund Weihnachten", sagt Gausportleiter Burkhard Voll, der über eine WhatsApp-Gruppe im ständigen Kontakt mit den Sportleitern der Vereine steht. Zu beachten bei einem Re-Start ist ja auch der logistische Aufwand. Allein die umfangreiche online-Planung kostet Zeit und bindet Kräfte. So werden in einer Wettkampfwoche Luftgewehr und Sportpistole geschossen, in der Woche darauf Luftpistole und Großkaliberdisziplinen.

"Wegen Corona waren wir in diesem Jahr eh schon spät dran. Die Vereine hatten gute Konzepte entwickelt, um die Hygiene-Auflagen zu erfüllen. Entsprechend groß war die Vorfreude auf die Saison", spricht Burkhard Voll nicht zuletzt von seinem Verein, dem SV Edelweiß Reiterswiesen.

Im November mussten zudem allein auf Gauebene 18 reine Meisterschaften abgesagt werden, die ebenfalls nachgeholt werden sollen. Die gemeldeten Starts haben Bestand, nur der Wettkampf-Tag wird sich ändern, um den bürokratischen Aufwand so gering wie möglich zu halten.

"Der Rücktritt von einer Meisterschaft ist straffrei möglich, wenn einem der neue Termin nicht passt. Wir hoffen dennoch auf eine starke Beteiligung, denn eine Platzierung muss auch einen Wert haben", findet Burkhard Voll.

Auf Gauebene waren allein für dieses Wettkampf-Jahr 73 Meisterschaften vorgesehen, die sich wie folgt aufteilen: Langwaffen (233 Starter), Kurzwaffen (182), Vorderladerwaffen (19), Armbrust (5), Wurfscheibe Flinte (9), Blasrohr (14). Bis hoch zur deutschen Meisterschaft wurden die Indoor-Bogenwettkämpfe abgesagt.

Für die Rundenwettkämpfe waren stolze 147 Mannschaften gemeldet für die Disziplinen Luftgewehr , Luftgewehr Jugend, Luftpistole , Sportpistole , Großkaliber und Altersfreundschaftsrunde. Pro Team gibt es vier Schützen, in der Altersfreundschaftsrunde sind dies drei. "Drei Mannschaften hatten durch Corona abgemeldet, aber es gab erfreulicherweise auch drei Neuanmeldungen", sagt Burkhard Voll.

Fernwettkämpfe sind übrigens immer dann möglich, wenn sich beide Mannschaftsführer im Vorfeld einigen. Vor allem für Sportschützen , die zu einer Risikogruppe gehören, kann dies eine wertvolle Alternative sein. Nach dem Wettkampf teilen sich die Mannschaftsführer das Ergebnis mit.

Der jeweilige Sieger übernimmt den Eintrag in den Onlinemelder. Die Papierscheiben/streifen müssen, sofern noch keine elektronische Schießanlage vorhanden ist, als "Dokument" vier Wochen aufbewahrt werden. Bei einem Elektronikstand sind die Ergebnisse auf dem Auswertungszettel festgehalten. Wer dem Frieden gar nicht traut, kann auch einen Wettkampf-Beobachter zum Gegner schicken.

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